5 Gründe um damit aufzuhören, dein größter Kritiker zu sein

Kennst Du das, wenn alle möglichen Arten von negativen Gedanken über sich selbst im Kopf herum schwirren? Wenn man wütend oder voller Reue über etwas ist, was man vor ein paar Stunden oder sogar Tagen gesagt oder getan hat? Weißt Du eigentlich, wie viel Zeit Deines Lebens Du damit verschwendest?

Als ich meinen ersten Job nach dem Studium begann, waren neben all den neuen Gesichtern und Namen auch meine Aufgaben völlig neu. Jeden Tag strömte eine Vielzahl an neuen Informationen auf mich ein, darunter viele Prozesse und Fakten, die ich beachten und verinnerlichen musste. Nach ein paar Wochen hatte ich vergessen, eine Kopfzeile in einem Word-Dokument hinzuzufügen. Big deal, nicht wahr? Ob Du es glaubst oder nicht, ich habe mich dabei ertappt, dass ich auf der gesamten 40 Minuten langen Zugfahrt auf dem Heimweg nach der Arbeit darüber nachgedacht und mich geärgert und mir sogar Vorwürfe gemacht habe. Ich bin einfach nicht darüber hinweggekommen, dass ich diese Kopfzeile (!) vergessen hatte, und dass mich mein Manager daran erinnern musste.

Was lief hier schief?

Das gleiche gilt für meine Fähigkeit fließend Englisch zu sprechen. Im September 2012 zog ich nach fast 6 Jahren Leben in den USA zurück nach Deutschland. Die Angst vor dem Verlust meiner Fähigkeit fließend Englisch zu sprechen, war absolut anstrengend für mich. Sobald mir auch nur ein Wort nicht einfiel, begann ich in Panik zu verfallen, und mich als doof oder sogar mit anderen „netten“ Worten zu bezeichnen. Und schon wieder: Was lief hier schief?

Obwohl ich schon seit einiger Zeit an meinem sinnlosen Perfektionismus arbeite und auch daran, nicht mein eigener, größter Kritiker zu sein, muss ich mir eingestehen, dass diese Änderung noch eine ganze Menge mehr Zeit und Energie beanspruchen wird. Ich bemerke jedoch immer wieder, dass ich nicht allein mit diesem Problem der übertriebenen Selbstkritik bin. Warum tun wir uns das eigentlich an? Warum sind wir so kritisch mit uns selbst?

In meinem Versuch diesen Unsinn zu stoppen, habe ich eine Liste mit 5 guten Gründen gemacht (es gibt viel mehr!), warum es sinnlos ist, sich selbst fertig zu machen:

1. Es bringt Dich nicht weiter
Sei mal ganz ehrlich. Wie viele tolle Momente hast Du wegen Deiner Sorgen und aufgrund des Nachdenkens über sowieso Gesagtes und Getanes verpasst?  Wohin haben Dich diese Minuten, Stunden oder sogar Tage des Grübelns und Überanalysierens von Dingen, die Du in der Vergangenheit gesagt oder getan hast, gebracht? Richtig! Nirgendwo hin. Wenn Du einen Fehler gemacht hast, dann sieh es doch als eine Lektion die Du lernen musstest. Wir können unmöglich wachsen ohne zu lernen und das Lernen folgt meistens nachdem wir einen Fehler gemacht haben. Also sieh es positiv! Ergreife die Gelegenheit,  daraus zu lernen, wieder neu zu beginnen und es besser zu machen. Wie Eleanor Roosevelt so schön sagte:

„Sie würden sich nicht so viele Sorgen darüber machen was andere von Ihnen denken, wenn Sie wüssten wie selten diese es wirklich tun.“

2. Es nimmt Dir wertvolle Energie
Ich weiß nicht wie es Dir geht, aber das Zweifeln an meinen Fähigkeiten und das ständige Hinterfragen meines Handelns und Verhaltens ist absolut anstrengend! Ich merke, dass ich davon müde und kraftlos werde. Als introvertierter Mensch bin ich ja von Natur aus meistens eher in meinem Kopf. Jedoch wenn die meiste Zeit meiner „Kopfzeit“ positive Gedanken umfassen würde, dann wäre dies meine Art meine Batterien aufzuladen, statt zu entladen. Und dann kommt noch mein Ziel hinzu, es jedem recht machen zu wollen. Dies ist nicht nur Utopie, sondern auch absolut unmöglich. Also lass uns den Kampf mit uns selbst beenden und diese Energie auf eine produktivere Weise nutzen … wie zum Beispiel beim Sport, einem Neubeginn, oder beim Feiern mit Freunden.

3. Es verhindert das Glücklichsein
Ist es nicht ironisch, dass wir kein Problem zu haben scheinen, nette Dinge zu Anderen zu sagen, sie zu bewundern und schön zu finden, auch mit ihren kleinen Fehlern? Aber wenn es um uns selbst geht konzentrieren wir uns nur auf das Negative? Wir kritisieren was wir falsch gemacht haben, anstatt uns über das zu freuen, was wir erreicht haben, wie weit wir gekommen sind und was uns einzigartig und liebenswert macht. Warum sind wir so hart zu uns selbst? Denk mal darüber nach. Manche Menschen schauen Dich an und wünschten Deine Art von Humor zu haben, Deine Augen, Figur, Sommersprossen, Locken, oder was auch immer Dich einzigartig und zu dem macht was Du bist: liebenswert und toll. Es ist Zeit diese kleine nagende Stimme in Deinem Kopf zu stoppen, sie an die Hand zu nehmen und sie mit all den tollen und positiven Dingen an Dir zum Schweigen zu bringen. Und ich bin mir sicher, dass wir, wenn wir ehrlich und nicht so kritisch sein würden, tatsächlich eine ganze Reihe von Dingen aufzählen könnten, die unsere Fabelhaftigkeit beweisen.

4. Es gibt Dir das Gefühl, machtlos zu sein
Jedes Mal, wenn Du etwas Neues an Dir findest, das Du nicht magst, dann ist es als würdest Du Dich selbst in ein Gefängnis stecken. Sei es wegen Deiner Art von Humor, ein Kommentar den Du gemacht hast, oder auch nur wegen kleiner Dinge wie Deine Haare, die heute einfach nicht liegen wollen oder unreine Haut: Du bestrafst Dich mit negativen Gedanken und Missbilligung, sperrst Dich in Deinem Kopf ein und verhinderst somit frei zu sein, Du selbst zu sein. Jetzt denk doch mal bitte an etwas, das Du sehr magst, zum Beispiel dunkle Schokolade. Ob Du es glaubst oder nicht, es gibt immer noch Menschen, die dunkle Schokolade nicht mögen! Trotzdem macht sich die dunkle Schokolade jetzt nicht deswegen fertig oder versucht ihren Geschmack zu ändern. Also, warum solltest Du Dich ändern?

5. Es macht Dich überempfindlich
Ich habe gemerkt, dass mich diese ständige Selbstkritik viel zu empfindlich macht. Es ist fast als würde man jeden auf ein Podest stellen und die Schönheit, Talente und Genialität bewundern, während man sich selbst immer kleiner macht. Dieser Vergleich mit Anderen ist ebenso sinnlos wie der Versuch, perfekt zu sein. Es öffnet den Vorhang für die „Ich schau mir Andere an, um zu sehen was ich nicht habe oder was meine Fehler sind „-Show. Denk mal darüber nach: Wenn Du einen Freund oder Freundin hättest, der/die so mit Dir spricht, wie Du zu dir selbst, wie lange würdest Du mit dieser Person befreundet bleiben? Eben!

 

„Wenn es keinen Feind im Inneren gibt, dann können die Feinde außerhalb nicht wehtun.“
Afrikanisches Sprichwort.

 


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Karen Naumann hat sechs Jahre in den USA gelebt und dort ihren M.A. in Organisationspsychologie, und einen B.S. in Psychologie und B.A. in Kriminologie gemacht. Nach ihren Studien und Erfahrungen u.a. als Karrierecoach beschloss sie,wieder zurück in ihre Heimat Deutschland zu gehen, wo sie ein unerwartet heftiger Kulturschock erwartete. In dieser herausfordernden Zeit begann sie zu schreiben und gründete ihren Blog „Yogilation“. Seitdem wurden ihre Artikel mehrfach in den USA und Kanada online veröffentlicht und sogar von New York Times Bestseller Autoren weiterempfohlen und in einer nationalen U.S. Radio Show erwähnt. Karen’s Ziel ist es, andere zu inspirieren und zu motivieren und die Bedeutung und Schönheit des Lebens durch positives Denken auch in schwierigen Zeiten hervor zu heben. Besucht Karen auch unter www.yogilation.com | Facebook | Twitter | Instagram


'5 Gründe um damit aufzuhören, dein größter Kritiker zu sein' have 3 comments

  1. 2. August 2015 @ 08:42 Camilla

    Du hast recht. Wir selbst sind mit uns immer viel zu kritisch. Ich stelle mir dann oft die Frage „Wenn meinem Gegenüber das nun passieren würde, was mir selbst so blöd vor kommt, was würde ich sagen?“ Wahrscheinlich wäre die Antwort „Das ist doch kein Problem, das kann jedem mal passieren“ Oder so etwas in der Art…Wir sollten uns also viel mehr wie einen guten Freund behandeln, denn meist ist es ja wirklich alles nicht so schlimm… ;-)

    Danke für deine Erinnerungsstütze. :)

    Liebe Grüße aus dem sonnigen Berlin
    Camilla

  2. 3. August 2015 @ 13:28 Tanja

    Tausend Dank für die warmen und erhellenden Zeilen. Ich bin gerade dabei zu lernen, freundlicher und milder mit mir umzugehen und es gelingt ganz gut. Deine Worte haben es mir noch ein bisschen näher gebracht.

    Alles Liebe und viel Sonne im Herzen

    Tanja

  3. 4. August 2015 @ 07:08 Karen

    Danke an euch beide, Camilla und Tanja, für eure netten Worte! Es freut mich wirklich sehr, dass euch mein Artikel gefällt und ihr meine Worte als hilfreich empfindet! Natürlich ist das “netter-zu-uns-werden” ein Prozess und benötigt Zeit. Also immer schön geduldig mit uns selbst bleiben, das macht gleich vieles leichter :-) Stay yogilated! Eure Karen aka Yogilation


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