Yoga Atmung

Atmen hilft: Just breathe, Darling

Einatmen. Ausatmen. Ein Vorgang der glücklicherweise von unserem Körper übernommen wird, über den wir uns fast keine Gedanken machen müssen. Ich wäre wohl schon des öfteren gestorben, weil mir etwas „den Atem genommen hat“, weil „mir die Luft wegblieb“ oder mir der „Atem stockte“.

Es ist jetzt nicht so, daß wir Lebewesen mit Migrationshintergrund wahnsinnig viel resistenter sein würden, nein, das parasympathische System (Parasympathikus) hat – Universumseidank – diesen Job inne. Es ist ein Teil des vegetativen Nervensystems, das u.a. die Atmung steuert und alles weitere unwilllkürliche, nicht dem Willen unterliegende, im Körper. Er wird auch als „Ruhenerv“ bezeichnet, der für Schonung und Erholung sorgt und bildet das Gegenstück des sympathischen Nervensystems (Sympathikus), der ebenso wichtige Vorgänge im Körper steuert. Er sorgt unter anderem für Leistungssteigerung unseres Systems und der Produktion von Streßhormonen, die uns in z.B. in Gefahrensituationen schneller reagieren lassen (Fight or Flight).

Somit hat die Qualität unserer Atmung direkten Einfluß auf unser Wohlbefinden.

Bin ich gestresst und unter Druck, weil der Tag zu wenig Stunden für mich hat, ist meine Atmung flach und kurz. Bin ich hingegen entspannt, mit Füßchen hoch und Schokolade nah bei mir, auf meinem Sofa, geht mein Atem tief und entspannt.

Wer hätte gedacht, daß ich mal so viel über meinen Atem nachdenken würde. Atmen fand ich bis zu meiner Yogalehrer Ausbildung zwar notwendig, aber wahnsinnig uninteressant.

Heute frage ich mich tatsächlich in einer Tour: Wie tief kann ich heute atmen? Wohin atme ich überhaupt? Ist meine Einatmung länger als meine Ausatmung oder andersherum? Atme ich gleichmäßig durch beide Nasenflügel? Natürlich nicht ständig und überall, aber doch beunruhigend regelmäßig.

Es gibt eine ganz einfache Atemübung (Pranayama), die ich häufig und gern durchführe (hilft auch vor Online Shopping Anfällen und ähnlichem):

Die Atembeobachtung (ca. 10 Min.)

Setze Dich aufrecht und bequem hin, gern in den Schneidersitz auf den Boden (optional auf ein Kissen/Decke). Richte Deine Wirbelsäule lang und gerade auf, schieb Deinen Scheitel Richtung Himmel und Deine Sitzhöcker Richtung Erde. Lege Deine Hände dort ab, wo sie sich angenehm für Dich anfühlen und schließe Deine Augen. Bring Deine Aufmerksamkeit auf Deinen Atem.

Stell erst einmal fest, wie sich Dein Atem heute anfühlt. Atmest Du flach oder schon tief bis in den Bauch hinein? Und ganz egal, was Du wahrnimmst, versuch’ nicht gleich ein Label mit „Gut“ oder „Schlecht“ draufzukleben. Es ist nur der Punkt, von dem Du gerade startest. Und der fühlt sich jeden Tag anders an. Auch wenn Deine Gedanken abschweifen, komm immer wieder zu Deiner Ein- und Ausatmung zurück.

Im Yoga versuchen wir Kontrolle über diesen sonst so automatisch ablaufenden Vorgang zu übernehmen

Immer und immer wieder werden wir in der Praxis von unserem Yogalehrer/in daran erinnert, dass der Atem tief und gleichmäßig fließen soll, ein- und aus durch die Nase. Denn nur über den bewußt geführten Atem, bringen wir auch Bewußtsein in unsere Praxis, in die einzelnen Asanas und lassen sie nicht einfach zu Turnübungen verkümmern.

Die Synchronisation von Atem und Bewegung läßt unseren kleinen, gestreßten Geist aufatmen und bringt uns in diesen ganzen besonderen Zustand, in den „Flow“. Alles fließt plötzlich und macht Sinn und wir schaffen eine Zeit-Oase in und für uns, in der alles andere von uns abfallen kann, weil es einfach gerade etwas unwichtiger wird. Und das ist ja auch der Zustand, der uns nach der Class hinausschweben läßt, so ganz anders, als wir auf der Matte angekommen sind.

Apropos atmen.

Das geht in dem Auto meines Ex-Mannes meistens nicht so gut. Er ist Biologe und transportiert irre viel Ausrüstung und Krams herum und ich finde, daß ganz viele von diesen Dingen echt fiese riechen. Sagt er doch letztens zu mir: „Du, ich hab übrigens rausgefunden, was so im Auto gestunken hat“. „Ach“, sage ich. „Ja!“, antwortet er „Das waren gar nicht die Stiefel, die ich vier Tage in Wacken anhatte, wie Du dachtest. Sondern eine tote Spitzmaus, die ich gefunden hatte. Ich hatte sie in einen Papierbeutel getan und beschriftet. Und da ist sie irgendwie unter meinen Sitz gerutscht und dort vor sich hinverwest. Wenigstens waren noch keine Maden dran, das war ganz gut.“

Da hab ich dann erstmal tief ein- und ausgeatmet. Aber nicht in der Nähe seines Autos.

Lesetipp für alle, die mal tief durchatmen möchten: Grundlagen des Atem-Yoga: Lebensenergie wecken, Selbstheilungskräfte aktivieren, Gelassenheit entwickeln

Die Yoga Atmung: Was sie wirklich kann und wie sie dein Leben verändert

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Julie Meyer-Christian ist Yogalehrerin, Mantrasängerin und Mama einer hervorragenden Tochter. Am liebsten arbeitet sie an verschiedenen Yogaprojekten, Workshops und Retreats mit ihr gleichgesinnten Seelen und gibt leidenschaftlich gern dynamische Vinyasa Power Yoga Classes, sowie, als Ausgleich, sanftes Yin Yoga. Ihr findet Julie und ihre Projekte hier www.peace-love-yoga.de und hier www.juliaelena.de oder schreib einfach eine Mail an Julie.  


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