Ayurveda in der Schwangerschaft

Empfängnis, Schwangerschaft und Wochenbett aus Sicht der ayurvedischen Medizin

Ein großer Bereich der ayurvedischen Medizin ist die traditionelle Frauenheilkunde, welche sich neben den hormonellen Aspekten, den Wechseljahren und der Menstruation natürlich vor allem mit dem spannenden Thema Schwangerschaft beschäftigt. Dieser spezifische Fachbereich wird im Sanskrit „Balacikitsa“ genannt.

Im Ayurveda werden diesen 9 Monate, aber ganz besonders auch die Zeit davor und danach als eine ganz heilige Zeit angesehen, in der es gilt die werdende Mutter bestmöglich mit Nährstoffen, positiver Energie und aufbauenden Substanzen zu versorgen.

In diesem Artikel erfährst du unter welchen wichtigen Aspekten die Schwangerschaft im Ayurveda gesehen wird, was vor der Empfängnis schon wichtig ist und was Ayurveda zum Thema Wochenbett sagt.

Die Zeit des Kinderwunsches und der Empfängnis

Diese Zeit ist eine ganz essentielle im Ayurveda, da sich neben Körper auch Geist und Seele der Mutter bzw. des Paares auf diese neue Zeit einstellen müssen.

In den vedischen Schriften findet sich hierzu folgende Erklärung:

«Wenn ein Mann mit gesunden Spermien und eine Frau mit unbelastetem Genitaltrakt, Eizelle und Gebärmutterbecken während der Phase der Fruchtbarkeit zusammenkommen, treten die Seele (jiva) zusammen mit dem Geist in die befruchtete Eizelle ein, die sich in der Gebärmutter befindet. Dies führt zur Bildung eines Embryos. Es wächst ohne Schaden heran, wenn es von einem gesunden Rasa Dhatu (Plasmagewebe) genährt und von einem guten Lebensstil der Mutter unterstützt wird.»
Quelle: www.ayurveda-th.ch

 

Platz für neues Leben schaffen

Zum Zeitpunkt der Empfängnis verschmelzen nicht nur Spermium und Eizelle, sondern es kommt auch zu einer Verschmelzung der Dosha-Konstitutionen der Eltern, welche den individuellen Konstitutionstyp des Embryos prägen. Dieser wird zusätzlich noch vom Zeitpunkt der Empfängnis und weiteren äußeren Einflüssen mitbestimmt und bleibt – ähnlich wie unsere Gene – ein Leben lang bestehen.

Der Ayurveda geht davon aus, dass vor allem die 6 Monate vor der Empfängnis eine wichtige Vorbereitungszeit auf diesen Zeitpunkt sind, denn nur wenn die Körpergewebe (unsere Dhatus) gut genährt sind, das Paar spirituell im Einklang ist, das Agni (Verdauungsfeuer) der Mutter stark ist und kein Ama (Giftstoff-ähnliche Rückstände) die feinstofflichen Kanälen (Srotas) verstopft, ist eine natürliche und unkomplizierte Empfängnis überhaupt möglich.

Daher bietet es sich als Vorbereitung an, eine spezifische Panchakarma-Kur zu machen um Altlasten loszuwerden und überhaupt Platz für neues Leben zu schaffen. Dies gilt für beide Elternteile. Ein anschließender typgerechter und ausgeglichener Lebensstil fördert zudem die Chance, schwanger zu werden.

Die Schwangerschaft – die heiligen 9 Monate

Während der Schwangerschaft und dem Heranreifen des Fetus sind vor allem zwei spezielle Sub-Dosha des Vata-Dosha aktiv. Vata ist die Bewegungs- und Kreationsenergie. Ein Unter-Dosha davon ist das sogenannte Apana Vata, welches eine nach unten fließende Vata-Kraft ist, die den Fötus versorgt. Es sitzt im Bereich zwischen dem Bauchnabel und Becken und hat eine enge Beziehung zum Muladhara Chakra, unserem Wurzelchakra.

Auf der anderen Seite ist aber auch das Prana Vata wichtig während der Schwangerschaft. Es sitzt eher im Brustraum und ist für die emotionale Bindung und komplikationslose Schwangerschaft wichtig. Diese beiden Energien sollten während der Schwangerschaft ausbalanciert sein, um so eine optimale Gesundheit für Mutter und Kind zu bewirken.

Aus diesem Grund ist es während der Schwangerschaft besonders wichtig das Vata Dosha fein auszubalancieren und erdende Kapha Elemente in den Alltag zu integrieren, damit es nicht zum Vata-Überschuss kommt.

 

Folgende Tipps können dabei helfen:

 

Ernährung

  • Vermeiden von scharfen und anregenden Speisen.
    Diese regen das Vata Dosha an, machen es unruhig und instabil.
  • Statt Rohkost mehr wärmende und nährende Speisen einnehmen.
    Warme Speisen sind leichter verdaulich und geben mehr Substanz. Spannenderweise mögen viele schwangere Frauen grundsätzlich keine Smoothies, sondern sehnen sich eher nach einem leicht bekömmlichen ayurvedischen Morgenbrei mit gedünstetem Obst.
  • Besonders die drei Geschmacksrichtungen süß, sauer und salzig gleichen das Vata Dosha gut aus.
    Während der Schwangerschaft eignet sich besonders die Geschmacksrichtung süß, da sie zusätzlich das Kapha Dosha unterstützt, welches wichtig ist für den Aufbau des Körpergewebes. Hierbei ist aber nicht der industrielle weiße Zucker gemeint, sondern eine komplexe Süße, die beispielsweise in Getreide, Süßkartoffeln, Früchte, Nüsse, Milch, Quark und Honig zu finden ist.

 

Massage

  • Reichhaltige Ölmassagen, die Vata ausgleichen und Kapha fördern sind besonders in der Schwangerschaft wichtig.
    Wärmende Abhyanga Massagen oder spezielle Schwangerenmassagen, die sich Garbhini-Abhyanga nennen, sind jetzt besonders wohltuend. Du kannst dich aber auch ganz einfach täglich zu Hause mit einem hochwertigen Sesamöl, Mandelöl oder speziellen Schwangerschaftsöl sanft einmassieren. Das Öl dringt durch die Haut in die feinstofflichen Kanäle und versorgt den Körper mit wichtiger Feuchtigkeit.

 

Bewegung und Yoga

  • Sanfte Bewegungen, die erden und entspannen, sind jetzt in der Schwangerschaft besonders angenehm.
    Sie gleichen alle drei Doshas wunderbar aus, regen den Energiefluss an und sorgen für eine bessere Adaption von Mutter und Embryo.
  • Atemübungen und Meditation unterstützen diesen Prozess zusätzlich.

 

Das Wochenbett – die Heilung der Mutter steht (auch) im Mittelpunkt

Die Geburt ist ein unglaublicher Kraftakt, der im Leben der Mutter nahezu alles erst einmal auf den Kopf stellt. Leider ist es in unserer heutigen Gesellschaft aber häufig so, dass sich nach der Geburt alles um den neuen Erdlingsbürger dreht und die Bedürfnisse der Mutter in den Hintergrund geraten. Traumatische Geburtsereignisse werden nicht aufgearbeitet, sondern eher verdrängt und häufig ist die Mutter alleine mit dem Neugeborenen zu Hause während der Partner schon wieder arbeiten ist, die Familie häufig weit weg.

Im Ayurveda gelten die ersten 40 Tage, das klassische Wochenbett, als eine ganz wichtige Zeit. In dieser wird die neue Mutter tatkräftig durch Frauen aus ihrem engen Umfeld und spirituelle Heilerinnen, den sogenannten Dais, in ihrer Heilung und Kräftigung unterstützt.

Nach der Geburt ist vor allem das Vata zunächst einmal ziemlich außer Kontrolle und muss langsam wieder aufgebaut und gestärkt werden.  Dies wird durch Heiltees, kräftigende Nahrung, spezielle Kräuter und tägliche aufbauende Massagen unterstützt.

Die neue Mutter kümmert sich hierbei ausschließlich um ihr Neugeborenes, für alles andere sorgt der unterstützende Frauenkreis um sie herum. Was für eine schöne Vorstellung, oder?

 


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Empfängnis, Schwangerschaft und Wochenbett aus Sicht der ayurvedischen Medizin
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Im Ayurveda beginnt die besondere Zeit einer Schwangerschaft bereits vor der Empfängnis. Und auch die Zeit danach, das Wochenbett, hat eine ganz wichtige Bedeutung. Janna hat für uns die wichtigsten Infos zusammengestellt.
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Wenn es um Gesundheit und Well-Being geht ist Janna vielseitig interessiert. Sie ist Ärztin, unterrichtet Yoga und ist als selbstständige medizinische Ayurveda- und Ernäherungsberaterin in Zürich tätig. Zudem gibt sie regelmäßig in diesen Bereichen Workshops und Fortbildugen in Deutschland sowie der Schweiz. Ihre persönlichen Wellbeing-Inspirationen und Gesundheits-Tips kann man als Health-Letter abonnieren  oder sie auf ihrem Blog In Good Health besuchen. Oder schreib eine Mail an Janna.


'Empfängnis, Schwangerschaft und Wochenbett aus Sicht der ayurvedischen Medizin' have 4 comments

  1. 17. März 2017 @ 22:04 Lisa

    Ohoho, ich bin schon sooooo gespannt :)

  2. 17. März 2017 @ 22:39 Sarah Umlandt

    Würde sehr gerne gewinnen, da es sich echt nach Entspannung anhört! :)

  3. 17. März 2017 @ 23:06 Carolin

    Das klingt so toll, ich würde gern viel mehr darüber erfahren! Vielen Dank für diesen Artikel!

  4. 18. März 2017 @ 09:24 Karla Gehde

    Ich kenne Janna Scharfenberg erst seit kurzem und finde es sehr beeindruckend was sie macht. Also vielen Dank an dieser Stelle für den interessanten Blogeintrag, für die tollen inspirierenden Worte, für das immer wieder ins Gedächtnis rufen, was wirklich zählt und die Motivation immer weiter zu machen 🙏🏼


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