Ayurveda im Herbst

Ayurvedische Konstitutionen: It’s Vata-Time!

Die schöne warme Sommerzeit neigt sich dem Ende zu, grad fläzten wird noch im Bikini am See herum und schwupsdiwupps braucht man am Abend schon wieder ein Strickjäckchen oder gar schon einen etwas dickeren Mantel.

Der schöne Herbst…geprägt von verfärbten Blättern, stürmischem Wetter, Wind und Regen. Aus ayurvedischer Sicht ist die Herbstzeit vom Dosha Vata, also den Elementen Raum/Äther und Luft/Wind geprägt, was einiges an Bewegung und Turbulenzen mit sich bringt.

 

Auch Menschen mit einer Vata-Dominanz sind im wahrsten Sinne des Wortes turbulente Persönlichkeiten:

 

„Vatas“ sind immer gerne in Bewegung, lieben die unterschiedlichsten Sportarten und haben dafür auch ein ausgeprägtes Talent. Sie joggen leichtfüßig vorbei und meistern anschließend einen perfekten Handstand in der Yogastunde (wie unfair…..). Vata-Personen nehmen nicht so leicht zu, sind vom Körperbau eher schmalgliedrig, fein und zierlich.

Das Vata-Völkchen ist sehr lebhaft und mitreißend, liebt die soziale Interaktion mit Menschen und sie sind diejenigen, die bei jeder Kaffeerunde zu jedem Thema viel und v.a. in einer unglaublichen Geschwindigkeit etwas erzählen können. Dies überrascht nicht weiter wenn man bedenkt, dass dem Vata-Dosha das Sinnesorgan Ohr zugeordnet wird.

Auf der anderen Seite fehlt es Vata-Menschen häufig an Beständigkeit (was eine ausgeprägte Kapha-Eigenschaft ist) und sie neigen eher zu Nervosität und Stress. Sie können sich nur schwer lange auf eine Sache konzentrieren, schnell lenkt sich die Aufmerksamkeit auf einen neuen kreativen Einfall. Sie sind ruhelose und flatterhafte Wesen, sei es im Freundeskreis, bei getroffenen Vereinbarungen oder auch in puncto Pünktlichkeit.

Wer hat sie nicht? Diese eine schillernde Freundin, die immer zu spät zu Verabredungen kommt weil sie totaaaaaaaal die Zeit vergessen hatte oder eben noch gaaaaaanz schnell dies oder jenes machen musste? Well……hello my little Vata Girl!

Vatas benötigen erdende Nahrung, etwas mit viel Substanz, was sie gut nährt und quasi innerlich auf den Boden der Tatsachen zurückholt.

Dosha-Ausgleichende Ernährung:

empfohlene Geschmacksrichtungen: süß, sauer, salzig

Gemüse-Sorten: Gurken, Fenchel, Artischocken, Mais, Süßkartoffeln, Kürbis, Spargel, rote Beete, Karotten in kleinen Mengen – Tomaten, Broccoli, Kartoffeln, grüne Bohnen

Obst-Sorten: alle reifen, süßen und saftige Früchte (Bananen, Pflaumen, süße Beeren, Avocado, Kirschen, Pfirsiche, frische Feigen, Trauben, Orangen, Datteln, Rosinen, süße Äpfel und Birne)

Hülsenfrüchte: frische Sojaprodukte, gelbe Linsen, Mungbohnen, Tofu

Getreide: Reis (besonders Basmati oder Vollkorn), Grünkern, Weizen, Dinkel, Quinoa

Öle/Fette: Sesam, Olivenöl, Ghee

Tierische Produkte: Rind, Huhn, Eier (gebraten, Rührei), Hase, Garnelen, Wild

Gewürze & Kräuter: frischer Ingwer, Senfkörner, Nelken, Kardamom, Zimt, Kreuzkümmel, Kümmel, Muskat

Tee: Brennnessel, Holunder, Kamille, Fenchel, Pfefferminze, Mate, Eisenkraut

 

Yoga- Asanas & Pranayama

Es wird nicht weiter überraschen, dass sich für Vata-Persönlichkeiten vor allem ruhige Yoga-Stile eignen, die erden. Diese Personen sind ja grundsätzlich sehr sportlich und agil, daher ist es wichtig, dass sie sich nicht überfordern und ihre flexiblen Gelenke zu sehr überdehnen.

Yoga-Stile: Yin Yoga, Hatha Yoga

Da Vatas eher zu Verstopfungen neigen eignen sich Vorwärtsbeugen präventiv besonders. Zudem helfen Vorwärtsbeugen den Blick nach innen zu stärken und sich auf sich selbst zu besinnen. Im physischen Körper ist die Haupt-Vataregion der untere Rücken sowie die Oberschenkel, daher empfiehlt es sich diese Region bei der Yoga-Praxis zu fokussieren. Eine lange Savasana-Phase hilft dem flinken Vata-Geist sich zu beruhigen, ein wohltuendes Lavendelkissen auf der Augenpartie verstärkt den Effekt.

In ein paar Tagen beginnt der Herbst, die Haupt-Vatazeit des Jahres, daher werden wir alle (je nach persönlicher Grundkonstitution) mehr oder weniger von diesem Dosha beeinflusst. Es macht daher für jeden von uns Sinn einen Gang runterzuschalten und den Alltag durch bewusste Auszeiten und Entspannung zu entschleunigen.

Also ganz egal ob ihr feurige Pittas, gemütliche Kaphas oder luftige Vatas seid, tut euch selbst etwas Gutes!

Ich wünsche euch einen wunderbaren Herbstanfang!


Wenn es um Gesundheit und Well-Being geht ist Janna vielseitig interessiert. Sie ist Ärztin, unterrichtet Yoga und ist als selbstständige medizinische Ayurveda- und Ernäherungsberaterin in Zürich tätig. Zudem gibt sie regelmäßig in diesen Bereichen Workshops und Fortbildugen in Deutschland sowie der Schweiz. Ihre persönlichen Wellbeing-Inspirationen und Gesundheits-Tips kann man als Health-Letter abonnieren  oder sie auf ihrem Blog In Good Health besuchen. Oder schreib eine Mail an Janna.


'Ayurvedische Konstitutionen: It’s Vata-Time!' have 5 comments

  1. 16. Dezember 2013 @ 18:24 Juli Saragosa

    Hallo Janna,

    Sehr Tolles Blog! Mit wichtige Infos über Ayurveda. Wir haben uns auch ein Blog mit Infos über Yoga (meistens auf Englisch), und unsere Yoga Studio hier in Berlin.
    Unsere letztes Blog ist über Holiday / Dezember Stress, und wir haben zu dieser Blog linken.
    Hier: http://englishyogaberlin.com/december-got-you-wrapped-up-in-stressful-knots/
    Wenn du möchtest, wir können ein Link-Austausch machen.

    Grüße! Juli

  2. 15. Januar 2014 @ 00:55 Holiday Stress Relief Tips

    […] dehydrated because of cold weather. Also, according to Ayurvedic nutrition, our bodies need more Vata energy during the cold winter months. They recommend eating more heated root vegetables, rather […]

  3. 16. Januar 2014 @ 15:08 Yogi Tee selber machen? Ganz einfach!

    […] Vata wird auch oft als „Schrittmacher der biologischen Aktivitäten“ bezeichnet. Warme und nahrhafte Getränke und Lebensmittel (Wintergerichte wie Eintöpfe und Suppen) beruhigen dieses Dosha und sind ihm zuträglich. Pitta ist das einzige „heiße“ Dosha aus dem Element des Feuers mit geringem Einfluss des Wassers. Warme und kalte Getränke und Speisen sollten mittelschwere Konsistenz besitzen, obwohl im Allgemeinen alles gut verträglich scheint. Es sollten einheizende, heiße Speisen vermieden werden. […]

  4. 4. Februar 2015 @ 19:45 Was ist Ayurveda? Teil IV – VATA – In Good Health

    […] meiner Kolumne für das Happy Mind Magazine habe ich eine mehrteilige Artikel Serie zum Thema Ayurveda […]

  5. 26. Mai 2015 @ 07:12 Wie der Ayurveda Lifestyle mein Leben veränderte | Happy Mind Magazine

    […] Die Vata Konstitution […]


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