Buchtipp: "Das Karma, meine Familie und ich" von Stephanie Schönberger

Buchtipp: „Das Karma, meine Familie und ich“ von Stephanie Schönberger

Die hypothetische Erziehung von meiner damals noch nicht geborenen Tochter Dora fühlte sich in der Schwangerschaft so unglaublich einfach an. Ich wusste ganz genau, wie ich alles regeln wollte. Ich dachte mir, ich bin doch Yogi, das mach ich mit links. Immer entspannt. Immer achtsam. Immer liebenswürdig. Nur leider wurde relativ schnell nach der Geburt klar: Da ist noch jemand, der ständig sein Veto einlegt. Das Kind. Wer Eltern ist, weiß: Auch mit Kleinkindern kann man sich gehörig zoffen! 

Da hilft nur: Entspannt bleiben. Ach nee. 

Die Mamas und Papas unter euch nicken jetzt zustimmend: Der trubelige Familienalltag braucht eine große Portion Loslassen, Achtsamkeit und Zen. Mehrere Persönlichkeiten wollen tagtäglich zusammen existieren und oft kracht es zum ersten Mal fünf Minuten nach dem Aufstehen. Aber wie können wir entspannt mit unserer Brut umgehen? Und vor allem mit unseren eigenen Mustern und überholten Glaubenssätzen?

 Patanjali als Erziehungsratgeber

Die yogischen Prinzipien aus dem Yoga Sutra von Patanjali sind nicht nur als Single Yoga Lady, die von einem Yoga Retreat zum nächsten jettet, gut anwendbar. Natürlich gilt der yogische Leitfaden auch für Eltern und Kinder. Und genau davon handelt das Buch „Das Karma, meine Familie und ich“ von Yogalehrerin und Journalistin Stephanie Schönberger. 

Aha-Momente inklusive 

Liebe Stephanie, du hattest mich schon beim Vorwort! Die Erkenntnis, dass wir alle einzig und allein nach dem Gutfühlen streben hatte ich doch schon mal! Ich korrigiere: Nicht nur einmal, sondern mindestens hundertmal. Nur irgendwie schaffe ich es immer wieder, diese bahnbrechende Neuigkeit zu vergessen. Dabei ist es doch so einfach: Wir alle wollen uns gut fühlen und jeder braucht dafür etwas anderes. Und genau deswegen geraten wir alle so oft aneinander. 

Yogische Erziehungsprinzipien – Jasper Juul meets Bhagavad Ghita 

Mir war von Anfang an klar, dass ich mein Kind so erziehen will. Mit Meditation, Downdog und Mantra chanten. Mit Neins aus Liebe. Mit Fantasiereisen und Tarotkarten. Mit abendlicher gemeinsamer Reflektion des Tages. Mit bindungsorientierter Elternschaft. In Theorie alles super super super,bis du eines Tages merkst, dass du fuchsig wirst, wenn dein Kind alles an Essen erst mal auf den Boden feuert. Dass du in völlig regressive Verhaltensweisen rutscht, in denen DU dich aufführst wie das Kleinkind. 

Wissen, warum 

Was immens hilft ist zu wissen, welcher Schleier uns gerade vor Augen liegt (die guten alten Kleshas a.k.a. die Wahrnehmungsverzerrer aus der yogischen Philosophie) wenn wir selbst zu genervten Kröten mutieren. Genau so wie das Wissen, dass eine Situation immer nur so dramatisch ist, wie wir sie wahrnehmen. Und dass wir jederzeit die Entscheidung treffen können, unsere Wahrnehmung zu ändern. Bist du also stark genervt von deinem Kind, das sich nicht anziehen lassen will, liegt es an dir: Du könntest jetzt auch entscheiden,nicht genervt zu sein und schon wäre die Situation viel angenehmer. 

Fazit: 

Wenn du Mama/Papa bist und dir eine neue und leichte Sichtweise auf das ganze Konstrukt Familie wünschst, bist du fündig geworden. Wenn dein Uterus schon etwas kribbelt und du vor hast, eine yogische Familie zu gründen oder einfach einen kleinen Auffrischer in Sachen Yogasutra und Yoga Philosophie benötigst, dann auch. Und wenn du mal wieder herzhaft lachen magst, erst recht! Dieses Buch zu lesen macht einfach Spaß. Es ist spritzig und herzlich geschrieben, bringt einem die Yoga Philosophie ohne lautes Gähnen näher und liest sich flott in einem durch. Und tatsächlich löst es große Erleichterung in mir aus. Aha, alle sind also genervt von ihren Kindern! Von mir also eine uneingschränkte Empfehlung für ein Buch, in das ich in meinen Leben als Mama mit Sicherheit noch das ein – oder andere Mal reinschauen werde. 

Die Autorin im Kurzinterview

Stephanie Schönberger, Journalistin, Autorin, Mutter von zwei Kindern, Leiterin der Yoga-Lehrerausbildung bei Paracelsus Kempten.

Verrate uns bitte dein wichtigstes Familien-Mantra 

Eigentlich sind es zwei. Das erste lautet: „Wir wollen eigentlich alle nur das Eine: uns gut fühlen! Wir greifen aber gerade zu den falschen Mitteln“ Das wiederhole ich mental und auch laut immer wieder, wenn ich das Gefühl habe, alle  – natürlich mit Ausnahme von mir ;) – benehmen sich völlig daneben, unverständlich, unmöglich oder außer Rand und Band. Das hilft mir, meistens, mich emotional aus der Situation zu nehmen, überlegter und ruhiger zu reagieren und dadruch vielleicht eine geeignete Methode zu finden, die Lage zu entschärfen . Mein zweites Mantra lautet „Ahimsa“, die Abwesenheit von Gewalt. Das sage ich mir zum einen immer wieder, damit ich meine Kinder und meinen Mann nicht verbal verletze (dass ich keine körperliche Gewalt anwende, versteht sich von selbst), wenn ich wütend bin. Und ich sage es mir zum anderen, damit ich selbst Wut, Zorn und Ärger nicht zu lange in mir herum trage. Denn auch das ist eine Form von Gewalt, mir selbst gegenüber, die sich zusätzlich in meinen Handlungen und Reaktionen anderen gegenüber bemerkbar machen kann.

Das Karma, meine Familie und ich

Autorin Stephanie Schönberger

Dein liebstes Morgen-Ritual?

Ich wünschte, ich hätte Zeit dazu. Tatsächlich sieht es unter der Woche bei mir so aus: Augen zu und durch. Die Kinder innerhalb von maximal eineinhalb Stunden mit einem Frühstück versorgen, Pausenbrote schmieren, Zähneputzen, Anziehen, schulfertig machen bzw. in den Kindergarten bringen und anschließend das Chaos zuhause aufräumen. Da bleibt kein Raum für Rituale. Aber ich habe eins für den Abend. MIt meinen Kindern schaue ich an, was an diesem Tag nicht so toll für sie war und was ganz besonders schön war, worüber sie sich gefreut haben und wofür sie dankbar sind. Dann beten wir gemeinsam. Ich mache das für mich selbst auch immer vor dem Einschlafen, schon seit meiner Kindheit. Die Art unserer Gedanken bestimmt schließlich unseren Schlaf und das Aufwachen am nächsten Tag. Wenn ich also mit friedlichen Gedanken einschlafe, wache ich auch friedlicher wieder auf. Mein Abend-Ritual ist quasi meine Prophylaxe für den Morgen.

Drei Buchtitel, die mit auf die einsame Insel kommen?

Upasana: Das gute Gefühl“* von Eberhard Bärr, „Maybe It’s You: Cut the Crap. Face Your Fears. Love Your Life.“* von Lauren Handel Zander. Und „Unterleuten“* von Juli Zeh, weil das sehr dick ist und seit Wochen unausgepackt neben meinem Bett liegt und ich befürchte, erst auf eine einsame Insel ziehen zu müssen, um die Zeit zu haben, es zu lesen.

Vielen Dank, liebe Stephanie!

Das Buch bekommst du hier:

Das Karma, meine Familie und ich: Yoga-Philosophie für einen entspannteren Alltag

 


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Christina ist Mama, Yogini und Full-Time-Bloggerin. Sie praktiziert Yoga seit vielen Jahren mit großer Freude und findet, dass Spiritualität eine sehr persönliche Angelegenheit ist: Jeder lebt sie ein bisschen anders!Nebenbei designt Christina liebevolle yogische Geschenksets sowie spirituellen Schmuck, den du in ihrem HAPPY MIND SHOP kaufen kannst.Privat mag Christina das Übliche: Zeit mit ihrer Tochter und ihrem Mann verbringen, gutes Essen, Filme, Musik, Reisen und einen netten Umgang miteinander. Schreib eine Mail an Christina. Oder sag hallo auf Google+


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