Buchtipp: Das Kind in dir muss Heimat finden

Buchtipp: Das Kind in dir muss Heimat finden von Stefanie Stahl

Manche Bücher finden nicht wir, sie finden uns! Sie spazieren einfach genau zur richtigen Zeit in unser Leben. Zu dem Moment, wo wir gerade mit einem „Thema“ herumwurschteln und nicht weiter kommen. Wie zum Beispiel: Kindische Verhaltensweisen a.k.a. beleidigte Leberwurst.

Im Urlaub in Italien hab ich ein paar sehr anstrengende, und vor allem von mir hausgemachte Stressmomente mit Mann und Kind erlebt. Erkenntnis der Dramen, die sich abspielten: Ich habe ein Riesenthema mit Fremdbestimmung. Sobald irgendetwas mit Dora nicht so funktioniert, wie ich mir das vorher schön ausgemalt habe, bekomme ich Stress. Wenn ich Stress habe, werde ich ganz aufgeregt und versuche, alles zu kontrollieren. Nicht gerade hilfreich, denn das finden andere meist ziemlich doof. Und ein Thema, das auf jeden Fall aus meiner eigenen Kindheit stammt. Her also mit den Selbsthilfeschmökern zum Thema „Arbeit mit dem inneren Kind“.

Mit diesem Buch arbeite ich zur Zeit und finde es wahnsinnig hilfreich: Das Kind in dir muss muss Heimat finden.

Zum ersten Mal am Bahnhof in Hannover gespottet und kurz mit den Augen gerollt, hab ich mir das Buch dann im Urlaub in Italien als Hörbuch gegönnt. Die Arbeit mit dem inneren Kind kenne ich schon aus Therapiezeiten und in diesem Buch ist das Ganze wirklich noch mal leicht verständlich aufbereitet.

Mein Thema zu diesem Buch: Glaubenssätze aus meiner Kindheit aufzulösen. Die miesen Sätze wie „Ich kann nichts.“ und „Ich bin nicht genug.“ und, Achtung, Lieblingssatz: „Ich muss es allein schaffen!“. Die sausen nämlich gerne hin und wieder durch mein Gehirn. Und ich möchte sie liebevoll hinauszubefördern. Die lassen sich nämlich auflösen!

Autorin und Psychologin Stefanie Stahl zeigt auf, wie wir täglich versuchen, unsere Grundbedürfnisse zu befriedigen, die da wären:

  • Bindungsbedürfnis
  • Bedürfnis nach Autonomie und Kontrolle
  • Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung und Selbstwertschutz
  • Bedürfnis nach Lustgewinn und Unlustvermeidung

Ganz kurz gesagt: Wir wollen Verbindung zu anderen, wir wollen selbst Einfluss auf unsere Umgebung haben, wir wollen anerkannt werden, und wir wollen Dinge tun, die uns Spaß bringen. Schon mal gehört, oder?

Und quasi ein jeder Konflikt, den wir im Leben haben, rührt daher, dass diese vier Bedürfnisse als Kind verletzt wurden. Dann taucht unser sogenanntes „Schattenkind“ auf. Dieser kleine, trotzige Wutbrocken, oder Angsti, oder Vermeider, oder das angepasste kleine Mädchen, das uns immer wieder in Stress-Situationen begegnet. Von dem wir hinterher immer denken: „Was war das denn bitteschön gerade?“, wenn wir mal wieder ganz regressiv reagiert haben.

Zurück zu den Bedürfnissen: Jedes Mal wenn Stress, Kummer, Wut und Angst auftauchen, wurde eins unserer Bedürfnisse missachtet. Macht total Sinn. Wir wollen aber ebenso Hilflosigkeit und Ohnmacht vermeiden. Wenn Hilflosigkeit auftaucht, kann sich das zum Beispiel in Wut äußern.

Der Kontrolletti in mir

An einem kleinen Beispiel erläutert: Wenn Dora nicht pennen will und ich seit 45 Minuten den „Schlaf bitte ein“ Kasper mache, dann kommt ein erst softes, später ausgeprägtes Gefühl von Ungeduld auf. Dieses mündet dann irgendwann auch in Genervtsein und am Ende in Wut. Wut vor allem, weil ich einen Machtverlust erleide. Ich habe keine Kontrolle über die Situation. Und da ich selbst als Kind von meiner Mama sehr „laissez-faire“ erzogen wurde, habe ich sowieso ein übersteigertes Bedürfnis nach Kontrolle. Ein Kontroletti sozusagen.

Die Schutzstrategien

Wenn also diese Situationen auftauchen, flüchten wir uns in unsere in der Kindheit gelernten Schutzstrategien. Das könnte so etwas sein wie Angriff, Rückzug, oder die Flucht in Suchtverhalten. Bei mir ist es ganz klar: Angriff! Ich haue raus! Danach folgt dann: Beleidigtes Kleinkind, das aus seiner Schmoll-Ecke abgeholt werden möchte. Zum Glück kennt mein Mann das schon, und hinterher können wir drüber lachen. Schön ist es trotzdem nicht!

Wo das Buch ansetzt:

Im Verständnis für dein eigenes, inneres Kind und den trotzigen, verletzten, eingeschnappten Verhaltensweisen. In dem Kontakt zu dem Erwachsenen in dir, der dein trotziges Kind trösten und regulieren kann. In der Gewissheit, dass wir unsere Blockaden und Muster auflösen können und durch weniger schmerzvolle ersetzen können. Und nicht zuletzt in der Liebe für die kleine Person, nämlich dich,  die damals vielleicht Unrecht erfahren hat und zutiefst verletzt ist. Ich kann jedem die Arbeit mit dem inneren Kind sehr ans Herz legen und finde dieses Buch eins der besten, das es zu dem Thema gibt. Uneingeschränkte Kaufempfehlung!

Hier bekommst du das Buch: Das Kind in dir muss Heimat finden: Der Schlüssel zur Lösung (fast) aller Probleme

Hast du das Buch schon gelesen oder dich mit dem Thema beschäftigt? Ich freue mich auf einen Kommentar von dir. Und wenn du magst, dann werde doch Mitglied in unserer Facebook-Gruppe – dort findest du viele Buchtipps und Inspiration von deinen Mit-Yogis.

Das Kind in Dir muss Heimat finden

 

 

 

 

 

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'Buchtipp: Das Kind in dir muss Heimat finden von Stefanie Stahl' have 6 comments

  1. 5. August 2017 @ 16:56 jana

    ich habe das buch auch letztens erst durchgearbeitet – und war sehr angetan davon. trotz jahrelanger therapie haben sich für mich nochmal ganz neue türen geöffnet und ich arbeite gerade daran, mein inneres kind ein bißchen besser zu verstehen.
    definitiv ein wunderbares buch, selbst für leute, die – wie auch ich – beim thema „inneres kind“ ganz gerne augenrollend abwinken.

  2. 6. August 2017 @ 12:46 Christina Waschkies

    Ging mir auch so, haha! Bin aber froh, dass ich dem Titel doch eine Chance gegeben habe. Ganz liebe Grüße!

  3. 7. August 2017 @ 13:06 Christine

    Wie lustig, ich bin die, die gerne mal über das „innere Kind“ spricht – das Augenrollen kenne ich demnach nur zu gut. :D Ich habe mir das Buch auch vor einiger Zeit besorgt, weil ich schon vom Titel so angetan war. Also ganz anders als bei dir, Christina. Ich muss aber gestehen, dass ich das Augenrollen sehr gut nachvollziehen kann. Wie oft wird dieser Begriff doch verwendet, er wirkt leider schon ganz schön abgedroschen. Nichts desto trotz ist und bleibt in meinen Augen das „innere Kind“ unser Kompass und wenn wir es verstehen, lässt es sich viel leichter und glücklicher leben.
    Vielen Dank für diesen Artikel und ist es nicht großartig, wie gut der Titel auf einen wirkt? Egal, ob mit oder ohne Augenrollen, wir kamen nicht um das Buch rum. ;-)
    Alles Liebe,
    Christine

    P.S. Ich mache auch öfters den „Schlaf bitte ein“ Kasper. Wenn ich merke, dass ich ungeduldig werde (und das passiert sooo oft!), versuche ich ganz in die Situation einzutauchen und mich daran zu erinnern, dass es nicht immer so sein wird. Eines Tages schläft sie von ganz alleine ein und „braucht“ mich dann nicht mehr. Im Grunde ist es so eine kostbare Zeit, die schneller um sein wird als uns vielleicht lieb ist. Es gelingt mir leider nicht immer ganz präsent im Moment zu sein, aber wenn ich es schaffe, ist es ein unglaublich schönes Gefühl. Und oh Wunder, kaum ist es ok für mich, macht sie die Augen zu und schläft ein…es ist doch immer dasselbe, oder? :D

  4. 7. August 2017 @ 14:56 Ellen

    … wie (wieder)erkennend geschrieben… und so hat uns das Buch wohl zur ähnlichen Zeit angelächelt… oder war es der Wink mit dem Zaunpfahl?
    Wie dem auch sei – ich hielt es in den Händen und dann noch das wundervoll gestaltete Arbeitsbuch mit dazu und schaukelte beide an meiner Brust, wie ein Baby in den Armen, und wandelte damit durch die Buchhandlung, um es dann wieder zurück im WiegeSchritt an seinen Platz zulegen. Und mein inneres Kind seufzte und erzählte was von, nicht schon wieder;-) ?!
    mein innerer BabyBoss lächtele mir zu und beDANKte sich bei der Autorin Stefanie Stahl für die tolle Struktur und tiefgreifende AufArbeitung des Themas… wenngleich ich es nicht gekauft und durchgearbeitet habe, so war allein dieser Tanz mit den Büchern ein klärendes Kapitel, um aufmerksam auf die Stimme des inneren Kindes zu lauschen, das sich an diesem Tage für LEERE Bücher entschied, um die eigenen Verrückheiten nieder zu schreiben;-))…
    Etwas wonach es diesem Kinde schon lange dürstete,

    UND du hast mich mit diesem deinen Artikel daran erinnert, meinen BEDÜRFNISSEN täglich Raum zu geben. As a mindful and i I can do it all alone Mum a funny (hi)Story to reWrite…

    SonnenGrüße
    Ellen

  5. 7. August 2017 @ 17:42 Christina Waschkies

    Hallo liebe Christine, du hast so Recht – es ist viel einfacher, sich darauf einzulassen. Ich denke dann immer an mich als Kind zurück, wenn ich zu aufgedreht war um einzuschlafen oder meine Eltern Besuch hatten und ich nichts verpassen wollte. Dann fühl ich mich schon viel, viel verständnisvoller meiner Kleinen gegenüber. Danke für deine lieben Worte.
    Christina

  6. 7. August 2017 @ 17:44 Christina Waschkies

    Liebe Ellen, manchmal braucht es echt nur einen Gang durch die Bücherhandlung und das Thema bearbeitet sich von ganz alleine :) Ich hatte es am HBF in Hannover ja auch erst verschmäht, um dann in Italien doch zuzuschlagen – Itunes Store und Internetverbindung sei dank. Und das Buch hat mich auch wieder zum leere Seiten beschreiben gebracht. Was jetzt auch schon wieder in den Hintergrund gerückt ist, aber es fehlt mir. Morgen dann wieder. :D Viele liebe Grüße zurück. Christina


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