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Drei Tipps für eine intensivere Yogapraxis

Es gibt Momente in der eigenen Praxis, die sind besonders. Da passiert unerwartet eine Entwicklung, eine neue Einsicht keimt und plötzlich versteht man wieder eine kleine Ecke mehr von diesem wunderbar bunten, aufregenden Yogakosmos. Intensiv ist so ein Moment und irgendwie ist man näher bei sich – Du weißt was ich meine, oder?

Natürlich sind solche Momente wie ein Geschenk, man kann sie nicht erzwingen. Aber herauslocken kann man sie, denn es braucht für einen intensiven Moment in der eigenen Praxis manchmal nur ein paar kleine Zutaten. Lust auszuprobieren? Dann los!

1. Drishti – Fokus

Eine Zutat ist der Fokus und ich meine damit nicht (nur) den Fokus unseres Blickes sondern vielmehr den Fokus unseres Geistes. Und wunderbar ist es, wenn er innen ist. Magisch und schön, denn hier wartet eine sprudelnde Energie – den inneren Regenbogen würde ich sie nennen. Allerdings ist die Sache mit dem Fokus nicht einfach. Auf der heimischen Yogamatte geht es vielleicht noch, wobei auch hier Ablenkungen von „Ich sollte wirklich mal wieder Staub wischen“ bis hin zu „Räucherstäbchen muss ich auch dringend kaufen“ warten. Im Studio ist es für mich jedoch noch schwieriger den Fokus innenzuhalten. Es gibt andere Yogis (ich sag nur schöne Leggings…) und jemanden vorne im Raum, dessen Anweisungen und anmutigen Bewegungen ich nachturnen will.

Neben Bandhas halten, Füße wahlweise strecken oder flexen und dem Versuch halbwegs elegant auf meiner Matte zu sein, vergesse ich manchmal den Fokus. Und selten sind DAS die magischen Momente. Den Fokus innen halten geht für mich gut, wenn ich die Augen schließe. Wenn ich nur noch meinen Atem höre und vielleicht noch die Stimme von vorne, die die nächste Asana ansagt. Im Dunkeln fühle ich meine Muskeln anders und die Energie fließen. Augen zu ist fabelhaft. Übrigens war ich neulich bei einer ganzen Blind-Yoga Stunde mit Augenbinde und sehr ruhiger Musik. Intensiv und besonders war es, und darum nur zu empfehlen.

2. Sankalpa – Absicht

Früher habe ich gerne einfach losgelegt auf meiner Matte, meinen Körper gespürt und meinen Atem gehört. Leicht und herrlich kann das sein, unbeschwert und gut. Seit einiger Zeit habe ich diesen Kick-Start am Morgen verändert. Ich sitze jetzt erst einmal, singe meine Mantras und formuliere dann meine Absicht:

Wie will ich diese Praxis gestalten? Worauf will ich achten? Was brauche ich heute?

Meine Absicht hilft mir, meine Praxis in den Dienst von etwas zu stellen. Zu überlegen, was meine Absicht heute ist, macht mich aufmerksam für all das was in mir los ist und erinnert mich daran, dass ich hier keine Gymnastik mache, sondern das Ziel der täglichen Yogapraxis ein ganz anderes ist. Und wie besonders ist es, wenn ich irgendwann bei all dem Atmen und Beinheben spüre: Da ist es. Es wirkt. Magie, sag ich Dir, entsteht leichter mit einer klaren Absicht.

3. Dankbarkeit

Eine Haltung von Dankbarkeit ist das letzte meiner kleinen Geheimnisse für eine intensive Yogapraxis. Ich erwische mich manchmal dabei, dass ich auch im Yoga einen kritischen Blick auf mich selbst und die Welt werfe. Mein Bein ist nicht hoch, meine Rückbeuge nicht offen genug und überhaupt schaut die Lehrerin heute unangebracht kritisch zu mir rüber. Keine günstige Haltung für einen Moment der inneren Magie. Hier hilft es mir, einen Moment der Dankbarkeit zu etablieren. Und immer gibt es etwas, für das ich dankbar sein kann. Dankbarkeit dafür,

  • dass mein Körper diese Praxis mitmacht und sogar genießt
  • dass ich Yoga entdeckt habe
  • dass es Menschen gibt, die mich lieben und die ich liebe

…und so weiter und so fort. Ich kann euch sagen: Dankbarkeit wirkt sofort, denn sie entspannt unseren Geist, lässt uns milde werden. Psychologische Studien belegen gar eine positive Wirkung auf Depressionen und die Verringerung von Angstzuständen.

Fokus nach innen also, eine klare Absicht und eine Haltung der Dankbarkeit sind meine drei Tipps für die Praxis und ich bin gespannt was Du dazu sagst. Und vor allem: Welche Tipps hast Du, um Deine Praxis intensiver zu machen?

 Fotocredit: Sam Young Photography


Leben im Hier und Jetzt – so klappt’s:

 


Silja ist Mama von drei Söhnen, von Beruf Trainerin, Coach und Yogalehrerin. Sie liebt Psychologie, Yoga, grünes Essen und alles, was das Leben schöner, leichter, fröhlicher macht. Du kannst sie u.a. in Workshops zum Thema „Yoga & Psychologie“ erleben und auf ihrer Seite  www.glücksplanet.de mehr von ihr lesen. 


'Drei Tipps für eine intensivere Yogapraxis' has 1 comment

  1. 30. Januar 2016 @ 10:02 Connect yourself - 3 Tipps für eine intensivere Yogapraxis - gluecksplanet

    […] was ebenfalls Teil meiner Praxis ist und mir hilft sie zu intensivieren. Du findest den Artikel hier.  Die schöne Karte vom Foto gehört übrigens zu den wirklich tollen Karten von Kris Carr, […]


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