Gongmeditation

Inspirierende Yoginis: Ada und ihr Gong

Wer beim Happy Mind Festival zugegen war, hat sie mit großer Wahrscheinlichkeit dort mitbekommen: Ada Namani ist Kundalini Yogalehrerin und zudem beherrscht sie die große Kunst der Gong Meditation – gelehrt in direkter Linie von Nanak Dev Singh und Yogi Bhajan.

Um dieses interessante Instrument und diese interessante Frau noch etwas näher kennen zu lernen, haben wir Ada zum Interview getroffen.

HM: Wie haben du und der Gong zueinander gefunden? 

AN: Das war am Anfang meiner Yoga Karriere, ca 2000. Mein Lehrer Nanak Dev kam damals regelmäßig aus Berlin ins Yogazentrum Hoheluft, um dort den Gong zu spielen und ich hab mich sofort verliebt und dachte: „Das möchte ich auch machen.“ Mich haben als Jugendliche schon Trancen aller Art interessiert – also besondere Zustände, in denen Magie entsteht. Dass sich dies mit Klang & Yoga kombinieren lässt wurde mir in dem Moment erst so richtig bewusst.

Ich war schon immer ein auditiver Mensch und hab schon als Jugendliche viel Jazz wie John Coltrane gehört – dass es da auch eine Verbindung zur indischen Musik und Meditationsmusik gibt, fand ich erst später heraus. Also hat eigentlich alles, was mich schon lange interessiert hat, endlich zueinander gefunden und bekam eine neue Ebene: Den Gong.Allerdings hat dies noch ein paar Jahre gedauert: Mein Lehrer hat erst ab 2006 ausgebildet. In der Zwischenzeit habe ich viel mit Klangschalen gearbeitet, sowohl in Kursen als auch auf dem Körper aufgelegt, was verglichen mit dem Gong eher eine „mütterliche“ Wirkung hat.

Als es dann soweit war mit der Ausbildung haben Freunde meinen Gong für mich ausgesucht, mein Sohn war gerade auf der Welt damals und ich wollte nicht mit einem Baby in die Gongmanufaktur. Dieser Gong hat mich dann viele Jahre begleitet und ich habe ganz, ganz viel gespielt und dann auch bald begonnen, Gongmeditationen zu spielen und dies in der Praxis zu nutzen.

HM: Magst du ein wenig zur Tradition des Gongs erzählen? 

AN: Mein Lehrer Nanak Dev Singh ist ein direkter Schüler von Yogi Bhajan und hat sehr tiefe, intensive Erfahrungen mit Trancen und der Kundalini Energie gemacht. Er war viele Jahre direkter Schüler von Yogi Bhajan in Yoga und Gong, hat die ganze Frühzeit des Kundalini Yoga in den USA mitgemacht, wurde dann nach Indien geschickt, wo er Kampfkünste erlernte.

Yogi Bhajan ist der Yogameister, der Kundalini Yoga und weißes Tantra Yoga in den Westen gebracht hat – und auch diese tief transformierende Kunst der Gongmeditation. Er hat viele dazu ermutigt, den Gong zu spielen und hat ein paar Basis Techniken gezeigt, was relativ leicht erlernbar ist. In Indien wurde Yogi Bhajan kritisiert, weil er vielen Menschen diese geheimen Techniken beigebracht hat. Das war schon immer sein Spagat: Er wusste, die Menschheit muss einen Bewusstseinssprung machen – deswegen ist er über dieses Tabu gegangen.

So ist es mit dem Gong auch. Es ist ein Segen und auch eine Gefahr, dass viele Menschen heute Gongmeditation machen. Die echte Gongmeditation ist eine Kunst, die präzise Ausbildung braucht, intensive Arbeit am eigenen Bewusstsein, an der balancierten Kraft – und viel Erfahrung. Nanak Dev, mein Lehrer, durfte auch lange nicht öffentlich spielen, bis er die echte Gongmeditation wirklich durchdrungen und auch viel an sich gearbeitet hatte.

HM: Was macht der Klang des Gongs?

AN: Der Gong ist ein Trance induzierender Klang, das liegt an der Natur dieser Schwingung und dann kommt es über die Art, wie der Gong gespielt wird. Er hat eine besondere Qualität: Wenn du eine Gitarre anzupfst, dann hat der Ton einen Ausschlag und klingt wieder ab. Der Gong klingt wieder und wieder. Dem kann der Geist schon schwer folgen. Wenn ich das Muster zudem in meiner Gong Meditation durchbreche, dann wird der Geist verwirrt. Und das soll man eben nicht machen, wenn man es nicht beherrscht: Der Geist kommst sonst in merkwürdige Zustände hinein. Dann spielen wir den Gong auf einer Frequenz, die wir „White Sound“ nennen und der Geist kann dem nicht folgen und geht auf „Tilt“. In diesem Zustand kann man am Unterbewussten arbeiten, wie mit schamanischer Arbeit. Der Gongspieler führt durch eine schamanische Heiltrance hindurch.

Gong ist vor allem gut geeignet für Trauma Therapie, aber auch nicht für alle. Für Psychotische oder manische Menschen ist der Gong nicht geeignet. Es braucht eine enge Struktur, wie es im Trauma der Fall ist und auch bei den „normalen neurotischen“, eben unerleuchteten Tendenzen, welche die meisten Menschen haben. Ein Trauma ist quasi wie eine Rille in der Schallplatte, auf der die Nadel hängengeblieben ist. Der Gong öffnet und beschreibt die Rille neu mit der Ur-Frequenz: AUM. Der Klang der Schöpfung selbst. Der Gong schwingt auf der Frequenz AUM. Du bekommst dann die Information des Urklangs, du bekommst die Information dessen, wie du mal gemeint warst. Worum es geht ist diese Wiedereinstimmung auf den Ur-Klang.


Kontakt:
Ada Stefanie Namani Devinderjit
www.gong-und-klang.de
www.devinderjit.de

Termine:
Ada spielt den Gong an verschiedenen Terminen, die ihr hier einsehen könnt.


Christina ist werdende Mama, Yogini und Full-Time-Bloggerin. Sie praktiziert Yoga seit vielen Jahren mit großer Freude und findet, dass Spiritualität eine sehr persönliche Angelegenheit ist: Jeder lebt sie ein bisschen anders!Nebenbei designt Christina liebevolle yogische Geschenksets sowie spirituellen Schmuck, den du in ihrem HAPPY MIND SHOP kaufen kannst.Privat mag Christina das Übliche: Ihren Mann, gutes Essen, Filme, Musik, Reisen und einen netten Umgang miteinander. Schreib eine Mail an Christina. Oder sag hallo auf Google+


'Inspirierende Yoginis: Ada und ihr Gong' has 1 comment

  1. 8. Juni 2015 @ 10:17 Yoga und der Schweinehund - 3 Tipps wie du ihn überwinden kannst

    […] Weiterführende Lektüre: Lies hier das Interview mit Ada. […]


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