Kosha Boost – Wie du deine Energiereserven ruckzuck wieder auffüllen kannst

Je mehr ich Yoga übe, umso mehr habe ich auch Lust in diese wunderbare Philosophie einzutauchen. Und neulich stolperte ich über die verschiedenen Körperhüllen, diese sogenannten Koshas – was ich erstmal verdauen musste. Irgendwie dachte ich vor kurzem noch, dass meine eine Körperhülle durchaus reichen könnte. Nun aber, viele Workshops und Bücher später, ist irgendwie klar, dass mein „normaler“ Körper, also dieser physische, gar nicht das ist, um das es geht. Es geht viel mehr um die Harmonie zwischen all diesen Schichten und die Macht, die wir haben, wenn wir anfangen, das Zusammenspiel zu verstehen.

Das Spiel der Energie in uns

Es gibt Tage, da spüre ich schon während des Vormittags, dass meine Energie anders ist. Ich fühle mich langsamer, irgendwie bin ich mutlos. Mir kommen melancholische Gedanken, ich bin beschwert und ein wenig traurig. Würde ich mir in einem solchen Moment meine Energie vorstellen, dann wäre da eine graue Wolke. Andere Tage wiederum vergehen beschwingt. Ich könnte fast den ganzen Tag hüpfen und muss ständig grinsen. Mein Herz ist weit offen und eine Menge an Ideen durchströmt mich. „Ich könnte Bäume ausreißen“ sagt man an solchen Tagen schnell und gefühlt umgibt mich eine Wolke aus Glitzerstaub und Regenbögen. Dieses Wechselspiel unserer Energie, mit seinen einnehmenden Auswirkungen, kennt vermutlich jeder. Einer der Gründe für die Yogapraxis ist oft, ein wenig mehr Balance zu finden. Nicht so ein starkes Auf und Ab zu spüren. Und tatsächlich: Yoga hilft. Es macht uns gelassener und es hilft uns, achtsamer zu werden.

Die Yogaphilosophie

Manchmal hilft auch das Verstehen ein wenig, die eigenen Reaktionen deuten zu können. Alles hat einen Einfluss auf etwas anderes, alles steht in Beziehung zueinander. So lehrt das Verständnis der verschiedenen Koshas genau diese Beziehung zwischen den Schichten, die uns ausmachen. Die physische Hülle ist das, was wir meist gut kennen. Nach einem langen Arbeitstag ziept es im Nacken? Oder die Füße tun weh? Da meldet sich also dein physischer Körper, auch Annamaya Kosha genannt. Doch er reagiert auch auf andere Schichten, denn wir fühlen unser Herz pochen, wenn wir aufgeregt sind und bekommen kalte Füße bei Angst.

Was die Energie in uns beeinflusst

Pranamaya Kosha heißt die zweite, energetische Hülle und sie bewusst zu beeinflussen, ist wunderbar – daher dazu gleich mehr. Die Energie fließt durch die vielen tausend Energiekanäle in uns und wir fühlen schnell, wenn sich hier etwas verändert. Was oft passiert, denn unsere Energiehülle ist anfällig für das, was in den anderen Hüllen los ist. So lässt uns ein müder Körper auch energetisch schwer werden. Die Gedanken aus der sogenannten Intelligenzhülle unseres Verstandes (Vjanamaya Kosha) wiederum können unsere Energie entweder beflügeln oder regelrecht hinunterziehen. Zudem lösen unsere Gedanken und Assoziationen die Gefühle unserer emotionalen Hülle (Manomaya Kosha) aus. Wir empfinden stark und reagieren sofort in Körper und Energie – wer mal so richtig wütend war weiß, wovon ich spreche.

Wenn alles in Balance ist

Zur Vollständigkeit sei noch gesagt, dass die Manifestation unseres reinen Bewusstseins Anandamaya Kosha genannt wird – die Glückseligkeitshülle. Wir fühlen sie in diesen goldenen Momenten, in denen wir in völliger Balance sind. Dann, wenn wir unsere Verbundenheit mit unserem Wesen und unserem Ursprung spüren können. All das, was wir tun, im Leben und auf der Matte, ist letztlich eine Suche nach diesem Glückseligkeitsgefühl und Ankommen. All die Meditationen und Asanas, die spirituellen Bücher, die Yamas und Niyamas dienen diesen Augenblicken der Harmonie und Seligkeit. Und selbst, wenn unsere Erleuchtung noch auf sich warten lässt, hilft uns unsere Praxis eine Idee zu bekommen, wohin es gehen kann und was echte Balance ist.

Yoga nutzen, um die Energie zu verändern

Je mehr Bewusstsein wir haben über das, was Gedanken, Gefühle, Energie und Körperzustand mit unserer Glückseligkeit machen, umso mehr Einfluss können wir nehmen. Im Alltag tut mir besonders der bewusste Einfluss auf mein Energielevel gut. Ich übe nicht mehr nur, um meinen Körper schmerzfrei, geschmeidig und gesund zu halten, sondern auch, um ganz bewusst meine Lebensenergie zu fühlen und ausgleichen zu können. Wenn du Lust hast, das auch mehr zu tun, dann beginn z. B. damit, immer wieder im Alltag deinen Atem zu beobachten.

Der Atem als Wegweiser

Sind wir unglücklich oder voller Angst, gestresst oder gehetzt, dann atmen wir flach und unregelmäßig. Die erste Übung für mich ist daher immer, den Fluss meines Atems anzuschauen. Egal wo ich bin – immer dann, wenn ich das Gefühl habe etwas „läuft nicht so“, schaue ich auf meinen Atem. Nur ein paar Züge lang – danach weiß ich mehr. Dieses bewusste, kurze Innehalten kam mir anfangs ganz schön profan vor, dabei war es gar nicht so einfach. Alleine dran zu denken, ist schon eine echte Herausforderung. Klappt allerdings schon besser und mittlerweile gleiche ich zudem noch bewusst aus, was ich da wahrnehme.

 

Für mehr Balance im Leben probier einmal…

…langes Einatmen

Eine lange, tiefe Einatmung (länger als die Ausatmung) tut unwahrscheinlich gut und belebt. Zur Verstärkung hilft mir noch eine kleine Visualisierung. Ich mag es mir bildlich vorzustellen, wie der frische Atem alle Zellen in meinem Körper mit frischer, heller, klarer Energie versorgt. Was nicht falsch ist, denn immerhin enthält die Luft unser Lebenselexir Sauerstoff. Da wir normalerweise nur einen kleinen Teil unseres vorhandenen Atemvolumens nutzen, sorgt das bewusste, tiefe Einatmen tatsächlich für eine regelrechte Sauerstoffdusche in allen Zellen. So simpel und trotzdem unheimlich belebend.

…langes Ausatmen

Wenn ich hingegen merke, dass ich aufgeregt bin oder irgendwie nervös, dass Ängste überhand nehmen wollen oder einfach der Stresslevel steigt, dann versuche ich rechtzeitig die Ausatmung zu verlängern. Das beruhigt erwiesenermaßen das vegetative Nervensystem und hindert mein Hirn daran, weitere Stresshormone in Windeseile in meinen Körper zu pumpen. Letzteres hat den Vorteil, wieder klarer Gedanken fassen zu können, was mindestens genauso beruhigend ist. Mit einer langen Ausatmung beruhigt sich unser Puls wieder – und wir können ein wenig mehr entspannen. Was übrigens auch ein prima Einschlafmittel für mich ist: Einfach tief und lang ausatmen – und dabei stelle ich mir vor, tiefer in mein Kissen zu sinken. So schön und so entspannend!

…Kapalabhati

Und dann gibt es noch die Königin unter den Energiespendern: Die Feueratmung. Bitte übe sie nur, wenn du dich damit wohl fühlst, nicht schwanger bist, nicht unter Bluthochdruck leidest oder gerade deine Periode hast. Sie ist nämlich ganz schön intensiv! Dafür klärt der Feueratem die Energie sehr, sorgt für extra Power und wirkt bei mir wie ein doppelter Espresso.

Unsere Wahl

Wir können so viel wählen. Nicht nur die Routinen, die wir etablieren, um Körper und Geist Gutes zu tun oder die Intentionen, mit denen wir durch unser Leben gehen. Wir können auch anfangen bewusst zu beobachten, wie es uns geht. Was unsere Energie macht und was wir brauchen. Welche Gedanken tun uns gut und welche nicht? Welche Tagesabläufe lassen unsere Energie strahlen und was lässt uns müde werden? Je achtsamer wir hinschauen, desto mehr lernen wir, was zu tun ist, damit wir uns besser fühlen können. Und je besser wir uns fühlen, desto mehr dienen wir dieser Welt. Also, wenn das mal keine gute Sache ist.

Und falls du Lust hast noch etwas tiefer in das Thema Energie einzutauchen, dann habe ich noch einen super Buchtipp für dich: Die 8 Gaben des Menschen. Es enthält viele Übungen, um die Energie chakrengerecht zu beeinflussen – I like!

 

Namasté

Silja

 

 

Fotocredit: Sina Niemeyer

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Kosha Boost - Wie du deine Energiereserven ruckzuck wieder auffüllen kannst
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Kosha Boost - Wie du deine Energiereserven ruckzuck wieder auffüllen kannst
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Unser Körper ist von vielen verschiedenen Energieschichten umgeben, den sogenannten Koshas. Erfahre, was genau dahinter steckt und wie wir unser Energielevel mit Hilfe dieses Wissens mit einfachen Übungen boosten können.
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Happy Mind Magazine
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Silja ist Mama von drei Söhnen, von Beruf Trainerin, Coach und Yogalehrerin. Sie liebt Psychologie, Yoga, grünes Essen und alles, was das Leben schöner, leichter, fröhlicher macht. Du kannst sie u.a. in Workshops zum Thema „Yoga & Psychologie“ erleben und auf ihrer Seite  www.glücksplanet.de mehr von ihr lesen. 


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