Wie du deine Lebensfreude auch in schwierigen Zeiten wieder finden kannst

Wie du deine Lebensfreude auch in schwierigen Zeiten wieder finden kannst

Es gibt so Phasen im Leben, da stimmt einfach alles. So richtig perfekt, dass es gar nicht besser sein könnte und du am liebsten jedem dein Glück ins Gesicht brüllen würdest. In diesen Momenten ist deine Lebensfreude ansteckend, die Menschen sammeln sich um dich rum und lassen sich mitreißen. Das ist die unheimliche Kraft der Energie, die in uns steckt und uns umgibt.

So fühle ich mich glücklicherweise sehr oft, denn ich bin schon sehr zufrieden mit meinem Leben und unheimlich dankbar für alles. Ich habe einen Job, der sich gar nicht wie arbeiten anfühlt, denn er macht mich einfach nur super happy. Ich lebe in einer tollen Stadt, in der immer was los ist und es nie langweilig wird. Und ich habe überall tolle Freunde, die immer für mich da sind und mein Leben in jeder Hinsicht so sehr bereichern.

Und trotz all dieser schönen Seiten muss man sich immer wieder darüber im Klaren sein, dass wir diese Momente völliger Zufriedenheit nicht festhalten können. Das Leben besteht nun mal nicht nur aus Hochphasen, in denen wir die ganze Welt umarmen könnten. Jeder von uns wird auch schon Zeiten durchgemacht haben, in dem genau das Gegenteil der Fall war und plötzlich jegliche Fröhlichkeit, Ungezwungenheit und Lebensfreude verloren gegangen schien.

Mitten im Traumurlaub kam die Hiobsbotschaft

Bei mir ist das noch gar nicht so lange her, wo ich so eine Phase durchgemacht habe. Urlaub in Thailand bei guten Freunden, ein paar Tage am Meer, dann noch etwas Großstadttrubel genießen. Die Stimmung ausgelassen, man hat viel zu quatschen und lässt es sich gut gehen. Zeitverschiebung nach Deutschland 6 Stunden. An einem der letzten Urlaubstage wache ich früh auf, Aqua-Cycling steht auf dem Programm für den Morgen. Ein kurzer Blick auf das Handy, bevor es unter die Dusche geht. Vielleicht hat ja in den letzten Stunden jemand aus Deutschland geschrieben. Angezeigt werden jede Menge verpasste Anrufe in der Nacht und eine Nachricht, die schlagartig alles ändert: meine Mama war gestorben.

Auch wenn diese Nachricht nicht vollkommen unerwartet war, so war der Schmerz danach nicht weniger groß. Viele tausend Kilometer entfernt, wäre ich nur einige Tage später von Thailand nach Deutschland geflogen. Doch meine Mama hat nicht warten können. Oder sie wollte nicht, wer weiß das schon. Die ersten Gefühle waren definitiv Schuldgefühle: Wäre ich mal früher nach Deutschland geflogen! Musste der Urlaub in Thailand wirklich sein? Hätte ich nicht alles anders planen können? Und auch viel Wut auf das Leben, diese Ungerechtigkeiten, und auf den Tod. Er hätte ruhig noch ein paar Tage warten können, ich hätte doch noch so viel zu sagen gehabt. Über Jahre unausgesprochene Dinge, die ich mit einem Schlag alle loswerden, meiner Mama noch mit auf den Weg geben, wollte.

Mach dir keine Vorwürfe

Doch später auch die Frage, ob ich diese ganzen Dinge wirklich gesagt hätte, wenn wir uns noch gesehen hätte, ob ich den Mut aufgebracht hätte. Ich weiß es selbstverständlich nicht, aber was ich sicher weiß ist, dass es nichts bringt, wenn ich mir deswegen Vorwürfe mache. Ich bin überzeugt, dass ich zu jedem Zeitpunkt meines Lebens mit bestem Gewissen gehandelt habe. Denn im Endeffekt ist das Leben doch eine große Schule, in der wir aus Erfahrungen lernen. Letzte Woche war ich noch ein anderer Mensch, als ich heute bin. Deshalb ist es wichtig anzunehmen, dass wir nicht perfekt sind und immer nur aus dem Bewusstseinsstand heraus handeln können, in dem wir uns zu dem jeweiligen Zeitpunkt befunden haben.

Vielleicht würde ich JETZT rückblickend vieles anders machen, weil ich inzwischen dazu gelernt und mich weiterentwickelt habe. Aber das bin ich halt eben jetzt und damals war ich noch ein anderer Mensch. Also, vergib dir unbedingt wenn du ab und zu das Gefühl hast, nicht gut genug gewesen zu sein oder nicht genug für etwas/jemanden getan zu haben.

Werde ich je wieder fröhlich sein können?

Ganz stark empfand ich in den ersten Tagen das Gefühl, dass ich nie wieder fröhlich sein kann. Das mir mit einem Schlag sämtliche Lebensfreude geraubt wurde. Und dieser Gedanke war furchtbar für mich, weil dies einer der Dinge ist, die ich am meisten an mir Liebe: Die Fähigkeit, das Leben intensiv zu leben und zu genießen. In die Gefühle von Trauer, Wut und Verzweiflung mischten sich dann nach und nach auch Gefühle von Akzeptanz und Annahme der Situation. Der Gedanke, dass es vorbei ist, dass man akzeptieren muss, weil man schlichtweg nichts ändern kann. Diesen Moment der Akzeptanz zu erreichen, kann Wochen, Monate oder auch Jahre dauern. Jeder ist da einfach anders gestrickt. Gib dir die Zeit, die du brauchst, um Schmerz zu verarbeiten.

Hier hab ich ein paar Dinge zusammengetragen, die mir in dieser Zeit geholfen haben, wieder zu meiner Lebensfreude zurück zu finden:

1. It’s all about you
Ganz wichtig: Wenn es dir schlecht geht, dann sollte sich alles nur um dich drehen. Du bist keinem Rechenschaft über dein Verhalten schuldig, denn nur du weißt, wie es in dir aussieht und was du brauchst, um deine Seele zu heilen. Auch wenn deine Freunde und Familie es noch so gut meinen, wenn du keine Lust auf Gesellschaft hast, dann kommuniziere dies auch so, denn es ist vollkommen okay. Und wenn du einfach nur Bock drauf hast, tagelang auf der Couch zu hocken und deine Lieblingsserie zu schauen, dann ist das halt so und eben genau das, was du gerade brauchst.

2. Schreib es nieder
Schreiben hat immer etwas sehr befreiendes für mich. Wenn man zum Beispiel auch jemanden verloren hat kann es sehr gut tun, einen Brief an die Person zu schreiben und dort nochmal alles in Worte zu fassen, was du vielleicht noch loswerden wolltest. Bewahre den Brief entweder an einem für dich speziellen Ort auf, oder leg ihn an einer Stelle nieder, die eine besondere Bedeutung für euch hatte. Und ich glaube fest daran, dass die Worte die Seele dieser Person auch erreichen werden.

3. Food for the Soul
Gutes Essen kann wahre Wunder wirken. Seitan-Döner und Apfeltaschen waren mein Soulfood in dieser Zeit. Auch wenn du das Gefühl hast, überhaupt nichts runter zu bekommen, versuche, dich mit deinem Lieblingsessen zu verwöhnen. Oder lass dich verwöhnen, von den lieben Menschen in deinem Umfeld. Jeder, der dir in irgendeiner Weise eine Freude bereiten kann, wird darüber sehr glücklich sein.

4. Routinen schaffen
In dieser Zeit habe ich eine ganz konsequente Yoga-Routine entwickelt. Oft ging ich in der Zeit zweimal täglich auf die Matte, besonders dann, wenn mir wieder alles zu viel wurde. Nur ich und die Matte in einem kleinen Kämmerchen, Tür zu, Rollos runter. Sanfte Musik im Hintergrund. Mal ganz ruhig und entspannt im Yin Yoga Stil, dann wieder voller Zuversicht ein Sonnengruß nach dem anderen und ab in den Krieger, bis die Tränen anfangen zu liefen. Vieles musste rausgelassen werden und Yoga hat mir sehr geholfen, unterdrückte Gefühle freizulassen. Wenn Yoga nicht deins ist, dann könntest du dir zum Beispiel auch zum Ziel setzen, jeden Tag mindestens eine Stunde lang spazieren zu gehen. Frische Luft und Natur wirken oft Wunder.

5. Lass die Sonne wieder ins Herz
Man muss Fröhlichkeit auch wieder bewusst zulassen. Egal was dir passiert ist, es ist okay und sogar deine Pflicht, deine Lebensfreude wiederzufinden. Lass es zu und genieße jeden einzelnen Moment, der dir ein Lächeln auf die Lippen treibt. Mir hat es zum Beispiel super gut getan, eine sehr gute Freundin und ihre kleine Tochter zu besuchen. Diese natürliche Freude und Ungezwungenheit von Kindern ist wirklich Balsam für die Seele.

Ich hoffe, dass dir diese Tipps helfen können, wenn du dich gerade in einer schweren Phase befindest. Bleib stark und denk immer dran: Nach Regen folgt immer wieder Sonnenschein.

 

Fotocredit: Sina Niemeyer

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Im Leben werden wir alle immer wieder schwierige Phasen durchleben müssen. Ununterbrochen Sonnenschein, das gibt es leider nicht. Hier bekommst du einige Tipps, wie du in solchen Zeiten wieder deine Lebensfreude finden kannst.
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Jasmin ist Yogalehrerin für Kinder und Erwachsene und lebt nun schon seit einigen Jahren in Asien. Sie träumt davon, irgendwann ein kleines Retreat (am liebsten am Meer) zu eröffnen, wo sie die Menschen mit Yoga, Massagen, Reiki und veganem Essen verwöhnen kann. Sie unterstützt Christina hier beim Happy Mind Mag hinter den Kulissen.


'Wie du deine Lebensfreude auch in schwierigen Zeiten wieder finden kannst' have 3 comments

  1. 26. Juni 2017 @ 20:08 Svenja

    Meine liebe Jasmin, nichts geschieht ohne Grund! Und so erreicht mich dieser Post in genau jener Phase.
    Meine letzten Jahre und Monate, besonders die letzten 12 Wochen, reichen für drei Leben. Irgendwer hat beschlossen, dass ich verdammt viel wachsen soll in diesem Leben.

    Du hast mich daran erinnert, was wichtig ist und dafür danke ich dir von Herzen!

    Svenja

  2. 1. Juli 2017 @ 15:18 Jasmin Schüller

    Liebe Svenja,
    mir geht es da sehr ähnlich., ich kann dich gut verstehen. Aber wenn man diese Phasen erst mal überwunden hat, fühlt man sich danach viel stärker und geht mit einem neuen Blickwinkel durch das Leben. Ich freue mich sehr, dass dich der Artikel im richtigen Moment erreicht hat und dir helfen konnte.

    Ganz liebe Grüße
    Jasmin

  3. 16. Juli 2017 @ 09:47 Claudia

    Liebe Jasmin,
    du sprichst mir aus der Seele :-) auch ich habe seit einiger Zeit ein paar Schicksalsschläge erfahren müssen. Es ist keine einfache Zeit, aber eine transformierende, daraus entspinnen sich neue Lebensziele und Qualitäten. Wichtig ist es wieder Boden unter den Füßen zu bekommen, und dabei hat mir Yoga auch sehr geholfen.
    Danke für deine Tipps und alles Liebe weiterhin!
    Liebe Grüße aus Österreich,
    Claudia


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