Massage gegen Stress

Magic Touch: Die Heilkraft der Berührung

Streicheleinheiten für die Seele – die Heilkraft der Berührung

Wie wäre es mit einem Mittel gegen Stress, das zugleich die Stimmung aufhellt, das Immunsystem stärkt und Glücksgefühle ausschüttet? Und das Ganze ohne Nebenwirkungen? Klingt zu gut, um wahr zu sein? Berührung heißt das Wundermittel. Einfach und zugleich häufig unterschätzt. Einer der Faktoren für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden, der in der heutigen Zeit von vielen Menschen vernachlässigt wird.

Heilsamer Hormoncocktail

Dabei ist die Heilkraft der Berührung längst wissenschaftlich bewiesen. So bringen angenehme Berührungen die menschliche Chemie auf Touren: Das Stress-Hormon Kortisol wird gesenkt und dafür Oxytocin ausgeschüttet, welches Stress abbaut und mit Gefühlen wie Ruhe, Liebe und Vertrauen in Verbindung steht.

Die verstärkte Ausschüttung der Glückshormone Dopamin und Serotonin kann die Stimmung aufhellen und Depressionen vorbeugen. Außerdem können Berührungen chronische Schmerzen lindern, das Immunsystem stärken und den Blutdruck senken.

Berührungen geben Halt und Sicherheit

Die große Bedeutung der Berührung ergibt sich aus der Evolution: Der Tastsinn ist der erste Sinn, mit dem wir die Welt erkunden. Wir erfühlen unsere Umwelt, noch bevor wir sie sehen oder hören. Und nach der Geburt ist der Körperkontakt zur Mutter, DIE Erfahrung, in unserem Leben, die uns Kraft und Halt gibt.

Fehlen diese Berührungen kann das schwerwiegende Folgen für die körperliche und psychische Gesundheit des Kindes haben – bis hin zum Tod. So sterben Frühgeborene, die ihrer Mutter entrissen werden und im Brustkasten landen, statistisch gesehen schneller als diejenigen, die stattdessen schnellen Körperkontakt zur Mutter bekommen.

Problem Berührungsarmut

Auch im späteren Leben sind wir auf Berührungen angewiesen. Und gleichzeitig tun wir verhältnismäßig wenig dafür, Berührungen zu geben und zu bekommen. Nicht wenige Menschen werden beim Thema Berührung zuerst an den Touchscreen ihres Smartphones oder Tablet-PCs denken.

In Deutschland wie in den meisten anderen westlichen Ländern findet Berührung nämlich in erster Linie in der Familie oder der eigenen Beziehung statt und leider häufig nicht einmal da. Bestimmte Gruppen von Personen – alte Menschen, Singles oder Kinder berufstätiger Eltern – bekommen wenig bis gar keinen Körperkontakt.

Raum für Berührung schaffen

Es steht in unserer eigenen Verantwortung heilsame Räume für Berührung zu schaffen. Das kann eine liebevolle Umarmung sein, eine Massage oder ein Assist während einer Yoga-Stunde. Wichtig ist, dass die Berührung ganz dem Anderen gilt und ich keine versteckte Absicht (z.B. sexueller Art) damit verfolge. Dadurch entsteht Vertrauen. Der Partner fühlt sich sicher und kann loslassen.

Und interessanterweise ist beim Thema Berührung das WIE entscheidender als das WAS. Das heißt, wenn ich achtsam bin und es mein Wunsch ist, meinem Partner etwas Gutes zu tun, kann ich nicht viel falsch machen. Was genau ich tue gar nicht so wichtig. Den einzigen Fehler den ich machen kann ist, aus Angst oder Unsicherheit, Berührungen ganz zu vermeiden.

Lesetipps:

Fotos: Nicole Wahl

 


Tobias ist Experte in der Kunst Loszulassen. Er ist bekannt als Autor aus dem YOGA JOURNAL und gefragter Yogalehrer mit Dutzenden Workshops im In- und Ausland, Ausbildungen und Konferenzen. In seinem Unterricht vermittelt er seinen Schülern, Yoga passiv zu genießen – in Form von Thai Yoga und Flying Bodywork. Auf seiner Webseite www.thaiyoga.de gibt es mehr Informationen über ihn und seine Arbeit, sowie den kostenlosen Onlinekurs „Magie der Berührung“.


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