OhneKaffee

Kaffee adé: Das Aus von übersprießender Energie und Müdigkeitslöchern

Kaffee mag ich super gerne. Er schmeckt fein und mit viel cremiger Milch (vegane wohlgemerkt) bringt mir sein Genuss irgendwie ein wohliges Gefühl. Es gab in meinem Leben einige Jahre, in denen ich jeden Morgen mit ihm aufwachte und er mir das Frühstück versüßte.

Aber dann kam ein Tag im Mai 2013, an dem ich auf dem heißen und so windigen Kreta frustriert zwischen den Häuserwänden saß, weil mich der Sand seit Tagen ausgepeitscht hatte. Ich konnte also nicht am Strand liegen und saß deshalb im Café, wo ich 3 ganze Latte Macchiatos trank. Das mag den ein oder anderen von euch nicht erschüttern, aber mein Körper war nur eine Tasse am Tag gewöhnt. Diese eine Tasse hat er auch brav jeden Morgen eingefordert. Und wenn ich sie doch mal weggelassen habe, gab‘s als Bestrafung mächtig Kopfweh oder ich konnte nicht auf Toilette.

Plötzlich war mir klar: Es muss jetzt Schluss damit ein!

Am Nachmittag des besagten Tages schon hatte ich prompt die Quittung: Ein hoch loderndes Sodbrennen, da Kaffee ja bekanntlich übersäuert. Aua! Während ich so vor mich hin litt, erhob sich eine Stimme in mir und sagte: „Es reicht mir lieber Kaffee, ich mache jetzt auf der Stelle Schluss mit dir!!!“ Und das habe ich dann auch rigoros getan. Ab dem nächsten Tag habe ich schon keinen Kaffee mehr getrunken, ihn quasi keines Blickes mehr gewürdigt. Hünenhaft habe ich meine anschließenden „Entzugskopfschmerzen“ ausgehalten.

Und das Schluss machen hat sich allemal ausgezahlt. Was sich danach physiologisch und mental in mir beobachten ließ habe ich so selbst nicht erwartet.

Aufgepuscht bis zum geht nicht mehr und dann: Nachmittagsdurchhänger

Ganz ehrlich, zu meinen Unizeiten und auch die ersten Jahre hier in unserem Hotel Ayurveda Parkschlösschen galt ich als Vata-Tante, denn ich trank täglich Kaffee. Ich bin alles wie ein Wirbelsturm energieübersprießend angegangen. Ich war Miss Multitasking, die alles gleichzeitig macht, die 7 Ohren und 10 Hände hat.  Total angetrieben, wie eine Energiewalze quasi, nobody can stop me! Doch dann nahte der Nachmittag. Wumm: müde, schlapp, superträge – jedenfalls für mindestens ein paar Momente und manchmal auch für eine Stunde oder zwei. Kennt ihr diese Nachmittagslöcher? So zwischen 15 und 17 Uhr, wenn der Kaffeepegel ausläuft, macht es plumps und man quält sich entweder durch diese Phase oder trinkt spätestens dann den zweiten Kaffee.

Nein zum Koffein – Ja zu mehr Energie

Lustigerweise denken ja alle, man muss Kaffee trinken um mehr Energie zu bekommen. Aber was wohl keiner weiß, da sich kaum einer Traut ihm den Rücken zu kehren: Ohne Kaffee hat man immer MEHR Energie! Tadaaa! Ich fühle mich seitdem pudelwohl und bin froh, diesem Teufelskreis unwissend ein Ende gesetzt zu haben. Wer ist nicht am liebsten den ganzen Tag in Topform?

Natürlich darf man auch nicht schummeln. Ich habe die Chance zum Beispiel am Schopf gepackt und auch sonst keine anderen koffeinhaltigen Getränke als Ersatz getrunken. Kein Schwarzer Tee, kein Grüner Tee und Red Bull sowieso nicht.

Alles wieder im Einklang

All die Energie, die ich seitdem zur Verfügung habe, ist meine eigene, die ich durch gutes Essen, ordentlichen Schlaf und einen guten Ayurveda-Lifestyle generiere. Und weil das Koffein meinen Energiehaushalt nicht mehr morgens durchs Dach hochschießen und später in den Keller sinken lässt, habe ich den ganzen Tag über einen idealen Energiepegel: Viel, aber so, dass ich nicht alles überwälze.

Und sogar nach kurzen Nächten bin ich ohne Koffeingetränk besser dran als mit. Das hätte ich mich früher nicht getraut auszuprobieren, aber gerade wenn man ausgelaugt ist, tut eine Runde frische Luft schnappen besser als eine Tasse Kaffee. Und wenn es mal hart auf hart kommt, mache ich mir einen Matchatee mit Hafermilch, der viel sanfter wirkt.

Und das unausgesprochene Thema mit dem morgendlichen Toilettengang hat sich auch erledigt, denn nach kurzer Zeit schon wartet der Darm nicht mehr auf Kaffee um loszulegen. Klappt also auch ohne prima! Und: das Gefühl mit der Bratpfanne geschlagen worden zu sein, wenn man morgens keinen Kaffee trinkt, legt sich nach kurzer Zeit auch. Danach fühlt man sich morgens einfach fresh, so wie es sich nach dem Schlafen gehört.

Und die innere Unruhe ist auch wie verflogen

Zugegebenerweise ist dieses angetriebensein ja eigentlich mitunter eine mentale Sache. Seit dem Tag, als ich Kaffee Adieu gesagt habe, ist mein Geist eindeutig um einiges weniger rajasisch und viel sattvischer geworden. Das sind yogische Ausdrucksformen, auf gut deutsch heißt das, dass mein Geist ruhiger und klarer geworden ist, irgendwie harmonischer.

Das heißt keinenfalls, dass ich eine Schlaftablette geworden bin, oh nein. Aber ich wage zu behaupten, dass meine Umgebung sowie vor allem ich selbst immens davon profitiert haben, dass ich Mr. Coffee in den Wind geschossen habe. Und darum sage ich immer wieder: „So verführerisch lecker du bist mein lieber, auf dich lasse ich mich nicht mehr ein!“

Genuss darf natürlich trotzdem sein

Ich habe mich zudem mittlerweile mit Decaf-Coffee ausgestattet und sobald ich Lust auf den Geschmack habe, mache ich mir ohne groß nachzudenken einen. Manchmal gibt es 3 Tage hintereinander, an denen ich mir einen mache und dann zelebriere ich das auch richtig mit Gewürzen wie Vanille und Kardamom. Da es jedoch Decaf ist, verfällt mein Körper eben nicht gleich wieder in eine Koffein-Sucht und verlangt nach mehr.

Wieder einmal beweist auch diese Kaffee-Story: Unser Körper ist nur eine Maschine und was man ihm angewöhnt, kann man ihm genauso wieder abgewöhnen. ODER: Und die Moral dieser Geschicht: Kaffee braucht man nicht!

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, was ich denn dann morgens trinke? Roibush Tee mit Hafermilch, mmmhhhhh. Das verleiht mir das Gefühl, geerdet zu werden, ich liebe einfach diese milchigen Getränke und darum trinke ich es auch super gerne am Abend. Wachmacher brauche ich morgens ja keine mehr, diese Zeiten sind passé. Zudem trinke ich Wasser, frisch gepresste Säfte (natürlich zu Hause selbst gemacht) und alle Sorten von Kräutertees, je nach Befinden übergieße ich mir das richtige Kraut ;) Mehr dazu erfährst du in meinem nächsten Blogartikel.


Und wenn du doch nochmal in ein Nachmittagsloch fällst, dann schau dir doch mal unseren Quick Energy Reload mit Ayurveda an! Ein super Hilfsmittel gegen Stress ist mehr Achtsamkeit und für den kleinen Hunger zwischendurch empfehlen wir dir gesundes Essen für unterwegs :-)


Carina liebt das ayurvedische Leben, vegane Essen und Meditieren. Sie ist Tochter der Eigentümerfamilie des Ayurveda Parkschlösschen ***** Hotels sowie Buddha-Museums in Traben-Trarbach und Hatha Vinyasa Yogalehrerin. Als Junior General Managerin im Hotel genießt sie ihre tolle Aufgabe um in der Welt Gutes zu tun und gibt dort zudem wöchentlich Vorträge über Ayurveda und Yoga.


'Kaffee adé: Das Aus von übersprießender Energie und Müdigkeitslöchern' have 2 comments

  1. 31. Januar 2016 @ 16:43 Berit

    Sehr informativ, danke! Ich hatte meinen Morgenkaffee in den letzten Tagen gestrichen, das ging ganz gut. Nur nachmittags wurde ich dann wieder schwach. Was meinst du mit decaf-coffee? Einfach entkoffeinierter Kaffee? Wäre Getreidekaffee genauso gut als Ersatz?

  2. 2. Februar 2016 @ 11:19 Christina Waschkies

    Liebe Berit, genau! Entkoffeiniert oder Getreidekaffee sind beides gute Möglichkeiten. Ein leckerer Chai Tee ebenso, wenn du den schwarzen Tee weg lässt und statt dessen Roibusch nimmst. Liebe Grüße, Christina


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