Achtsamkeitsübung

Mit Achtsamkeit im Hier und Jetzt leben

„Wenn diese Situation eintritt, wenn ich ein bestimmtes Ziel erreicht habe – dann werde ich glücklich sein.“ Kommen dir diese Gedanken bekannt vor? Mit dieser Einstellung leben sehr viele Menschen. Sie leben dann aus der sogenannten „wenn-dann-Haltung“ heraus: „Wenn ich dieses Projekt abgeschlossen habe, dann wird es ruhiger, dann habe ich wieder Zeit, mich um mich selbst zu kümmern.“

Ein Zitat von Alfred de Souza verdeutlicht die „wenn-dann-Haltung“:

„Für eine lange Zeit kam es mir so vor, als wenn das Leben nun bald beginnt – das richtige Leben! Aber es war immer noch irgendein Hindernis im Weg: etwas das erst einmal bewältigt werden musste, eine Schuld, die noch nicht beglichen war… dann würde das Leben beginnen. Schließlich dämmerte mir, dass diese Hindernisse das Leben sind.“

Ich kenne diese Gedanken selbst nur zu gut und mir war lange nicht bewusst, dass sie mir nicht gut tun. Erst in einem Meditationsworkshop bin ich zu dieser Erkenntnis gekommen. Und so suchte ich nach einer Lösung, wie ich solche Gedanken aus meinem Leben streichen kann. In dieser Hinsicht bin ich zum Glück ganz radikal: alles, was mir nicht gut tut, wird aus meinem Leben gestrichen.

Denn diese „wenn-dann-Haltung“ ist ein Stressauslöser, weil sie oftmals übersteigerte Erwartungen beinhaltet, die wir überhaupt nicht erreichen können. Oder Gedanken, die so weit in der Zukunft liegen, dass sie momentan total irrelevant sind. Die Folge solcher Gedanken ist, dass wir die Gegenwart nicht wahrnehmen und genießen.

 

Ausweg aus den „wenn-dann-Gedanken“

Ein Ausweg aus dieser „wenn-dann-Haltung“ ist Achtsamkeit. Die Haltung der Achtsamkeit hilft uns, den Augenblick genauso wahrzunehmen, wie er gerade ist. Und nicht mit unseren Gedanken in der Vergangenheit oder in der Zukunft festzuhängen. Achtsamkeit bedeutet, ganz bewusst inne zu halten und die Aufmerksamkeit wieder auf sich selbst zu richten. Dabei werden Gefühle, Gedanken und Körperempfindungen mit einer nicht-wertenden, annehmenden Haltung angeschaut, um sie genauer wahrzunehmen – ohne sie direkt ändern zu wollen oder zu müssen.

Ein tibetisches Sprichwort beschreibt den Kern der Achtsamkeit sehr gut:

„Gehe, wenn du gehst.
Sehe, wenn du siehst.
Höre, wenn du hörst.
Spüre, was du bist.“

Dieses Zitat verdeutlicht auch die Worte von Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn, der Achtsamkeit in seinem Bestseller „Im Alltag Ruhe finden“ wie folgt definiert: „Achtsamkeit bedeutet: Auf eine bestimmte Weise aufmerksam zu sein, bewusst, im gegenwärtigen Augenblick, ohne zu urteilen.“

 

Achtsamkeitsübung

Oft gehen wir unachtsam durch den Tag. Wir essen vor dem Computer oder beim Fernsehen, gehen über die Straße, ohne nach rechts und links zu schauen oder sind in der Vorlesung oder in der Schule mit unseren Gedanken schon beim nächsten Sommerurlaub.

Eine einfache Achtsamkeitsübung, die jeder versuchen kann, umzusetzen: beim Essen einfach nur essen. Hört sich erst einmal ganz einfach an – ist es aber für viele nicht. Versuche anfangs einfach, zumindest einmal pro Woche neben dem Essen nichts anderes zu machen. Ok, trinken vielleicht noch. Aber kein Fernsehen schauen, nicht mit dem Handy spielen, nicht im Gehen essen. Oft essen wir ganz unachtsam. Der Zen-Mönch Thich Nhat Hanh schreibt dazu: „Es gibt Menschen, die essen eine Orange, ohne sie wirklich zu essen. Sie essen vielmehr ihre Sorgen, ihre Ängste und ihren Zorn, ihre Vergangenheit, und ihre Zukunft. Sie sind nicht wirklich mit vereintem Körper und Geist präsent. Sie brauchen etwas Übung, sich einfach nur an ihrem Essen zu freuen.“ Mach genau das. Erfreue dich einfach an deinem Essen und genieße es. Konzentriere dich auf den Geschmack und den Geruch des Essens.

Du kannst deine Achtsamkeit aber natürlich auch in jeder anderen Situation schulen: beim Zähneputzen nur Zähneputzen, beim Autofahren nur Autofahren (ohne Radio zu hören) und so weiter. Wenn du die Haltung der Achtsamkeit mehr und mehr auf dein Leben projizierst, also versuchst, immer mehr im „Hier und Jetzt“ statt in der Vergangenheit oder in der Zukunft zu leben, werden die „wenn-dann-Gedanken“ bald wie von selbst verschwinden.

 

 


About

Hannah ist Gesundheitswissenschaftlerin und arbeitet als selbstständige Beraterin für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Aber nicht nur beruflich, sondern auch privat dreht sich bei ihr alles rund um Gesundheitsförderung. Auf Projekt: Gesund leben bloggt sie über alles rund um die Themen Ernährung, Bewegung und Entspannung. Sie kocht für ihr Leben gerne gesunde Gerichte, macht neben Fitness auch Yoga und läuft und praktiziert verschiedene Entspannungsmethoden. Besuche Hannah auf Facebook oder schreib ihr eine Mail.


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