6 Wege, wie du mit Traurigkeit umgehen kannst.

6 Wege, wie du besser mit Traurigkeit umgehen kannst

Hast du dich jemals so gefühlt, als wüsstest du vor lauter Traurigkeit nicht was du tun sollst oder wie du das alles ertragen kannst? Es ist ein Gefühl, das wir wohl alle irgendwann mal erlebt haben: das Gefühl, traurig und verloren zu sein.

Genau, wir haben es erlebt. Und was sagt uns das? Wir haben es überwunden und „überlebt“. Es war nur eine traurige Stimmung, die kam und ging.

Es ist wie unter einem Baugerüst entlang zu laufen: Obwohl das Gerüst ein wenig wackelig ist und es dadurch beängstigend ist darunter durch zu laufen, geht man weiter, denn man weiß ja, dass es ein Ende bzw. Ausgang gibt. Und es ist eigentlich genau das Gleiche, wenn es um Traurigkeit geht. Du fühlst es, du gehst damit um und es geht wieder vorbei, wie jede andere glückliche oder traurige Stimmung.

Oh ich weiß, das klingt immer so einfach, aber das ist es ganz sicher nicht.

Ich habe, besonders als ich nach 6 Jahren USA wieder zurück nach Deutschland kam, recht viel Ablehnung und noch mehr „Wartezeiten“ in verschiedenen Lebenssituationen erlebt. Vor allem in den Herbst- und Wintermonaten, wo es fast keine Sonne gibt und das Wetter kalt und düster wird, ist es sehr schwer, sich aufzurappeln und glückliche Gedanken zu haben.

In diesen Zeiten ist es besonders wichtig den Kopf nicht hängen zu lassen und an bessere Tage zu denken. Wie man das macht?

Hier sind sechs Strategien, die mir immer helfen, wenn ich mich mal traurig fühle:

 

1. Nimm deine traurigen Gedanken zur Kenntnis und „schiebe“ sie erstmal zur Seite
Das ist eine Strategie, die ich seit ein paar Jahren bei aufkommenden negativen Gedanken anwende. Ich stelle mir diese Gedanken dann in Form von Spielkarten vor. Jede Stimmung ist dort in jeweils einem Wort wie „Ablehnung“ oder „Unzulänglichkeit“ zusammengefasst auf den Karten sichtbar. Dann schaue ich mir die Karte an, nehme sie zur Kenntnis, akzeptiere sie und lege sie zur Seite oder in eine imaginäre Box.

Dies bedeutet keineswegs dass ich das Gefühl ab jetzt verdränge. Ich erspare mir damit nur mich in etwas hineinzusteigern, was ich in diesem Moment sowieso nicht ändern kann. Außerdem vermeide ich eine Kurzschlussentscheidung, die ich eventuell später bereuen könnte.

Zu einem späteren Zeitpunkt, mit besserer Stimmung, nehme ich diese Karte dann wieder hervor und schaue sie mir erneut an. Dieses Mal jedoch von einem optimistischen Standpunkt aus. Da realisiere ich dann in der Regel ganz oft, dass es eigentlich kein wirkliches Problem war, sondern nur die traurige, ängstliche, pessimistische „Alles ist schrecklich“-Stimme in meinem Kopf, die dominierend war.

Diese Strategie hat mich schon recht oft vor vorschnellen Entscheidungen bewahrt. Probier’s doch mal aus!

 

2. Erlaube dir, auch mal traurig zu sein
Ob du es glaubst oder nicht: es ist okay, auch mal nicht okay zu sein. Traurigkeit ist ein Teil unseres Lebens, genauso wie das Glücklich sein. Interessanterweise erscheint es aber trotzdem fast so, als sei ein Stimmungstief nicht akzeptiert, nicht gern gesehen, oder dass man sich dafür sogar schämen sollte.

Wie du vielleicht schon aus meinen anderen Artikeln herausgelesen hast, bin ich ein großer Fan des positiven Denkens und des „Law of Attraction“, aber wenn ich traurig bin, dann bin ich traurig. Punkt. Ich habe gelernt genauso dankbar für meine nicht-so-happy Stimmungen zu sein, denn, wenn man mal genauer darüber nachdenkt, bedeutet Niedergeschlagenheit oft, dass man sich in einer Situation befindet, wo man sich unwohl und unglücklich fühlt. Vielleicht weil man sich außerhalb seiner Komfortzone befindet.

Und das ist ja eigentlich super, denn das heißt, dass man dazu lernt und aus solchen Herausforderungen wächst. Denn jeder Schmerz hat uns ja bisher in unseren zukünftigen Erfahrungen und Handeln stärker oder zumindest schlauer gemacht, richtig?

„Ein Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Chance. Ein Optimist sieht die Chance in jeder Schwierigkeit.

-Winston Churchill

 

3. Geduld und Nachsicht helfen Wunder
Eigentlich wissen wir fast immer, wann und wo unsere Verstimmungen herkommen. Vor allem in den dunklen Monaten kann das Wetter ein großer Faktor sein, das fehlende Sonnenlicht, vielleicht ein hormonelles Ungleichgewicht, Nährstoffmangel, unzureichender Schlaf … da gibt es so Einiges!

Oftmals ist Traurigkeit eigentlich gar nicht auf einen Umstand oder eine Situation zurückzuführen. 

Wichtig ist die Art und Weise, wie wir damit umgehen. Hier ist ein Tipp:

Entwirf, bei guter Stimmung, mal einen Vertrag mit dir selbst, für solche Zeiten, wenn mal gar nichts zu klappen scheint. In diesem Vertrag bestätigst du deine Entscheidungen und zählst noch einmal alle guten Gründe auf, die z. B. gegen deine Selbstzweifel oder gegen die Rückkehr zu deinem alten Job oder Partner sprechen. Diese Zeilen werden dir in schlechten Stimmungen die Kraft und das Selbstbewusstsein geben weiterzumachen, und außerdem verhindern, dass du, wie Richard Carlson es nannte, „emotionalen Selbstmord“ begehst.

Also, wenn du weinen willst, dann mach das! Weinen befreit und hilft uns dabei, schmerzhafte Gedanken loszulassen und Klarheit zu bekommen.

Wie Jonathan Lockwood Huie sagte: „Die dunkelste Nacht ist oft die Brücke zum hellsten Morgen.“

 

4. Bitte nicht grübeln!

Wenn du das nächste Mal anfängst zu grübeln: STOP. Versuche stattdessen, an etwas Lustiges zu denken oder dir einen lustigen Film anzusehen. Mach dir eine Liste mit Gründen, die dich traurig machen könnten, wie z. B. das Wetter, eine aktuelle Situation, keine zeitnahe Urlaubszeit, Druck im Job, ein Konflikt mit einer Person, große Veränderungen, oder was auch immer es ist.

Nimm deine Empfindungen zur Kenntnis und akzeptiere sie für das, was sie sind: traurige Gedanken. Denk daran, dass nur du die Kontrolle über deine Gedanken hast.

Grübeln hat noch nie jemandem geholfen und ruiniert nur die Situation. Es kann sogar so weit gehen, dass man ganz den Glauben an das Gute verliert und man stattdessen beginnt seinen Zweifeln und negativen Gedanken Glauben zu schenken oder gar so zu manipulieren, dass genau das geschieht, wo vor man sich am meisten gefürchtet hat.

 

Glaub mir, Herr oder Frau Selbstzweifel sind definitiv nicht deine Freunde!

Wenn ich mal wieder so einen Moment habe, wo ich anfange mich in etwas hineinzusteigern oder beginne zu grübeln, dann lächle ich und sage: das ist typisch für mich. Ich kenne diese Gedanken und ich weiß, dass sie so schnell wieder weg waren wie sie gekommen sind.

Ich vergleiche das gern mit der Brille meiner Mama, die sie fast immer sucht und dann sehr oft auf ihrem Kopf wieder findet. Genau da wo sie sie hochgeschoben hatte, als sie sie nicht brauchte.

Genauso ist es mit unseren positiven Gedanken: sie sind eigentlich immer da, nur manchmal vergessen wir, wo wir sie finden können.

 

5. Dankbarkeit üben

Ich glaube fest daran, dass Dankbarkeit, Optimismus und weniger Grübeln mir dabei geholfen haben, besser mit Auseinandersetzungen, unfreundlichen Menschen und einsamen Momenten umzugehen.

Es hat mir geholfen, Herausforderungen oder verlorene Beziehungen als Segen und Lehrer zu sehen, die mich tatsächlich genau dorthin geführt haben, wo ich heute bin. Die Puzzleteile können nur im Nachhinein zusammengestellt werden und das macht das Leben so unglaublich spannend.

Stell dir all die großartigen Dinge vor, die du noch erleben wirst. Du kommst vielleicht mit einer Narbe aus dem Kampf hervor, aber das ist nur ein weiteres Merkmal, welches dich einzigartig macht.

 

6. Aktiv werden

Wie Cheryl Strayed es so schön formulierte:

Der einzige Ausweg aus einem Loch ist, heraus zu klettern.

Werde aktiv! Arbeite an etwas, dass deine jetzige Situation ändern kann. Wenn du gerade auf der Jobsuche bist und das Gefühl hast nicht weiterzukommen, dann versuch es mal mit einem Volontariat in der Branche oder werde kreativ durch malen, tanzen, schreiben, singen, mach Yoga oder was auch immer es ist, das dir dabei hilft, deine Emotionen herauszulassen und deine Gedanken zu sortieren.

Meine tiefsten Punkte haben seit jeher positive Veränderungen in meinem Leben gebracht.

Ohne sie hätte ich wahrscheinlich nie meinen Blog „Yogilation“ begonnen oder den Mut gehabt zu schreiben, und dadurch meine Gedanken mit anderen, wie hier in diesem Artikel, zu teilen.

Ich hätte vielleicht nicht weiter nach Antworten gesucht oder meine Erfahrungen geteilt. Gleiches gilt für Ablehnung. Jede gescheiterte Bewerbung hat mich zu meinem letzten Job und von da zu meinen aktuellen Job gebracht. Ließ mich in meine Traumstadt ziehen und führte mich zu einigen, vor allem einem ganz besonderen Menschen, der mir heute sehr viel bedeutet.

Machen wir also das Beste aus der nächsten negativen Stimmung und sehen es als Chance, über uns selbst hinauszuwachsen und vielleicht sogar andere Menschen zu inspirieren und zu ermutigen.

Du wirst dich nicht nur selbst stärker, sondern auch motiviert und gebraucht fühlen. Und das kann man mit keinem Geld der Welt bezahlen!

Fotocredit: Sina Niemeyer

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Irgendwas hat nicht geklappt!


Karen Naumann hat sechs Jahre in den USA gelebt und dort ihren M.A. in Organisationspsychologie, und einen B.S. in Psychologie und B.A. in Kriminologie gemacht. Nach ihren Studien und Erfahrungen u.a. als Karrierecoach beschloss sie,wieder zurück in ihre Heimat Deutschland zu gehen, wo sie ein unerwartet heftiger Kulturschock erwartete. In dieser herausfordernden Zeit begann sie zu schreiben und gründete ihren Blog „Yogilation“. Seitdem wurden ihre Artikel mehrfach in den USA und Kanada online veröffentlicht und sogar von New York Times Bestseller Autoren weiterempfohlen und in einer nationalen U.S. Radio Show erwähnt. Karen’s Ziel ist es, andere zu inspirieren und zu motivieren und die Bedeutung und Schönheit des Lebens durch positives Denken auch in schwierigen Zeiten hervor zu heben. Besucht Karen auch unter www.yogilation.com | Facebook | Twitter | Instagram


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