Leben im Jetzt: Tipps für deine Achtsamkeitspraxis

Leben im Jetzt: Tipps für deine Achtsamkeitspraxis

„Wenn wir wirklich lebendig sind, ist alles, was wir tun oder spüren, ein Wunder. Achtsamkeit zu üben bedeutet, zum Leben im gegenwärtigen Augenblick zurückzukehren.“
– Thich Nhat Hanh

Du weißt es, ich weiß es: Alles ist vergänglich. Alles ist endlich.

Gefühle kommen und gehen, Menschen kreuzen Deine Wege und gehen dann auf ihrem eigenen Pfad weiter, Beziehungen verändern sich, vermeintlich ähnliche Situationen spielen sich das nächste Mal doch ganz anders ab, heute und morgen gut gelaunt, übermorgen zu Tode betrübt, hier große Freude, Leichtigkeit, dort Begegnungen mit Krankheit, Tod, Verlust, Angst.

Die Wogen des Lebens sind mal sanft und leicht bewegt, mal groß und gewaltig, mal ruhig und beständig. Doch bei all diesen Bewegungen ist eines unendlich: das JETZT. Auch wenn sich jedes davon anders anfühlen kann. Das eine fließt ins nächste; es ist einfach immer.

Das Jetzt genießen

Ich bin der Meinung, dass eine 100%ige Achtsamkeit, die jeden Moment ehrt, sehr schwer zu erreichen ist. Zu groß und stark sind die alltäglichen Ablenkungen, menschlichen Abhängigkeiten, persönlichen Verpflichtungen und individuellen Muster. Und manchmal musst Du Dich eben mit Planungen befassen, die Deine Zukunft betreffen. Allerdings kannst Du achtsam planen. Ab und an in schönen Erinnerungen schwelgen ist ebenfalls wunderbar. Schlimm wird es dann, wenn sich die Aufmerksamkeit nur noch in Vergangenheit und Zukunft bewegt: Wäre das nicht passiert, dann … / Wenn das erst einmal so oder so ist, dann …

In diesen Momenten, die wir sicherlich alle kennen, verpasst Du Dein Leben – was im JETZT stattfindet und nur dort. Du lebst weder in der Vergangenheit, noch in der Zukunft. Niemand kann die Vergangenheit ändern. Niemand kann die Zukunft vorhersehen (außer vielleicht Du verfügst über hellseherische Fähigkeiten) – wenn Du auch ein wenig in Wunschrichtung steuern kannst und dann dem Prozess vertrauen musst.

Welche Wertschätzung Du dem Moment entgegenbringst – ob er sich nun besonders berauschend, furchtbar oder neutral anfühlt – wirkt sich auf Deine Lebensweise aus. Das echte und wahre Leben ist JETZT, mit allen Gefühlen, Höhen und Tiefen.

Wachstum durch beständiges Üben

Im Yoga Sutra 3.10. heißt es dazu: „Die Fähigkeit, über einen langen Zeitraum in einem Zustand der Ausrichtung zu verweilen, entwickelt sich durch regelmäßiges und ununterbrochenes Üben.“ Auch diese Ausrichtung auf das Jetzt kannst Du üben.

Die wundervolle Yogalehrerin Evgenia Ploch hat inspirierende und wahre Worte gefunden was das WOW im NOW für sie ausmacht – diese Gedanken darf ich dankenswerterweise mit Dir teilen:

„Und während ich so meinem Atem lausche und in den Moment eintauche, dehnt sich die Fülle der Gegenwärtigkeit wieder langsam aus in mir. Und enthüllt dieses Wissen. Diese tiefe Gewissheit, dass wir die Schöpfer unserer Wirklichkeit sind. Dass wir mit jedem Atemzug entscheiden können, welche Formen unser Sein annimmt. Dann passiert das Magische: Die Zeitlosigkeit schenkt sich mir!“

 

Tipps für Deine Achtsamkeitspraxis:

1. Erinnerung
Leider ist es so, dass der Geist gerne vergisst. So auch das Vorhaben einer beständigen Praxis. Schaffe Dir Erinnerungshilfen, die Dich niemals vergessen lassen, dass Du den Moment aufmerksamer erleben und genießen möchtest – z. B. bunte Klebezettel an zentralen Stellen, ein Wollknäuel vor Deiner Wohnungstür, Dein Wochenfokus (siehe Punkt 2) schön aufgemalt o. Ä.

2. Fokus
Verzetteln bringt nicht weiter. Niemand kann mehrere Gewohnheiten auf einmal über Bord werfen. Schritt für Schritt geht es zum Ziel. Wähle beispielsweise ein Motto pro Tag oder Woche aus, dem Du Dich widmen möchtest. Z. B. Deine Mitmenschen auf dem Weg zur Arbeit ernsthaft registrieren, die eigenen Schritte wahrnehmen (Gehmeditation), die Natur beobachten, Gefühle erkennen etc.

3. Akzeptanz
Sich in Akzeptanz und Hingabe zu üben, verlangt Disziplin und den Willen, es immer und immer wieder zu probieren. Es ist keine große Kunst, sich einem wunderschönen Moment hinzugeben. Bei einem herausfordernden Moment sieht das schon ganz anders aus … Je mehr Du lernst zu akzeptieren, was gerade nicht zu ändern ist, desto geringer werden Deine inneren Widerstände und desto weniger wirst Du darunter leiden.

4. Beobachtung
Es ist einfach, andere Menschen zu beobachten und gar über sie zu urteilen. Drehe den Spieß mal um und beobachte Dich selbst – beim Denken, beim Handeln, beim Sprechen. Was erkennst Du? Gerade wenn Du Deine eigenen Gedanken beobachtest, nimmst Du ihnen die Macht, die sie so gern über Dich zu erlangen versuchen.

5. Meditation
Meditiere – möglichst täglich! Es ist gar nicht so kompliziert. Schon ein paar Minuten täglich wirken Wunder. Z. B. eine Atemmeditation kann Dich absolut in den Moment katapultieren und Dir die Fülle des Jetzt offenbaren. Je regelmäßiger Du praktizierst, desto besser kannst Du diese Ruhe im Moment in Deinen Alltag integrieren.

6. Yogapraxis
Die Yogapraxis – hier in Form von Asanas – darf an dieser Stelle nicht fehlen. Für das Üben der Achtsamkeit empfehle ich eine Praxis ohne Musik und in Deinem individuellen Tempo. Nutze Deinen tiefen Atem, um Dich durch die Bewegungen führen zu lassen. Lausche dabei Deinem Atem als sei er Musik. Du kannst gar nicht anders, als im Moment zu sein.

7. Natur
Sich langsam und ohne Ablenkung in der Natur aufzuhalten, ist die höchste Form der Achtsamkeit. Der Aufenthalt in der Natur – ohne Gespräche, ohne Smartphone, ohne Zeitdruck – schenkt Dir absolute Gegenwärtigkeit.

Und als Lesetipp zum Thema ein absoluter Klassiker: Jetzt! Die Kraft der Gegenwart von Eckhart Tolle.

 

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Leben im Jetzt: Tipps für deine Achtsamkeitspraxis
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Leben im Jetzt: Tipps für deine Achtsamkeitspraxis
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Theoretisch wissen wir es alle: Man sollte im Jetzt leben und sich weder in Vergangenheitsträumereien noch in Zukunftsphantasien verlieren. Für ein besseres Gelingen haben wir ein paar Tipps für die Achtsamkeitspraxis zusammengestellt.
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About

Silke praktiziert seit vielen Jahren Yoga und unterrichtet in Mainz und Wiesbaden mit großer Leidenschaft den Vinyasa Flow-Stil. Verwurzelt im Tanz, kreiert sie immer wieder Yoga Music-Flows für Specials, frei nach dem Motto „Let it flow & breathe to the beat!“. Sie liebt den Umgang mit Sprache und Worten. Vielleicht hat es sie beruflich auch deshalb in den Bildungsbereich verschlagen. In ihrer Freizeit lebt sie neben dem Yoga Kreativität, Kultur und Genuss in Form von Malen, Möbel aus Paletten bauen, Lesen und Filme schauen, Kochen u. a. m. Mehr Informationen zu ihrem Yogaangebot gibt es auf ihrem Blog www.lebensflow.de.


'Leben im Jetzt: Tipps für deine Achtsamkeitspraxis' have 3 comments

  1. 3. Mai 2017 @ 09:16 Dieter Brehm

    Silke,
    danke für Deinen schönen Blogbeitrag und das Teilen Deiner Gedanken. Ein paar meiner Gedanken möchte ich beisteuern. Das Leben „Jetzt genießen“ ist ein schöner Gedanke, doch halte ich es für besser „Jetzt erleben“ zu sagen. Warum? Gegenwärtig bzw. achtsam zu sein, schärft die Wahrnehmung für die Dinge wie sie sind. Da sind gute und schlechte Erfahrungen dabei. Doch beide werden wir bewusster wahrnehmen. Das Leben ist nicht immer lustig, auch wenn wir Menschen stets mehr dem Angenehmen zugeneigt sind.
    Zur Meditation: Meditation ist kein Wellnessprogramm. Sie ist anstrengend und erfordert einen gewissen Willen, um bei der Stange zu bleiben. Es ist nicht so, dass wir uns für 5 Minuten hinsetzen und sind schon im Moment.. Sicher ist die Mediation ein wirksames Werkzeug, doch es wirkt sehr subtil und vor allem sehr langsam. Da ist viel Geduld gefragt.
    VG, Dieter

  2. 3. Mai 2017 @ 20:41 Silke

    Vielen Dank für Deine wertvollen Gedanken, lieber Dieter! Da stimme ich Dir ausdrücklich zu. Geduld gehört zum „beharrlichen Üben“ dazu, bei der Meditation umso mehr. Es ist ein Prozess, der mit kleinen Schritten beginnt. Liebe Grüße, Silke

  3. 16. Mai 2017 @ 22:55 Christina

    Hallo liebe Silke!
    Danke für diesen tollen Beitrag. Ich finde besonders die Anregung mit den Wochen- oder Tagesmottos toll. Das reißt einen gleichzeitig ein bisschen aus der Routine und macht dann doch jeden Tag irgendwie ein bisschen besonderer ;).

    Liebe Grüße,
    Christina


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