Go for OM – wie du das richtige Yogaziel für dich findest

Umgeben von lauter guten Vorsätzen und Menschen, die sich ihnen verschrieben haben, denke ich immer noch über ein gutes Yogaziel nach. Ich meine, im Job und in der Ernährung hab ich klar, was 2017 so bringen soll – aber in der Yogapraxis? Die Sache ist einfach nicht so simpel, wie sie scheint. Und der Druck dieses frische Jahr auch ja gut zu nutzen, steigt irgendwie in mir.

Vom Glück eines Ziels

Es wird also Zeit sich auf den Weg zu machen, denn ein Ziel zu haben, macht (zumindest mich) glücklich. Es spornt mich an, hält mich bei Laune, lenkt meine Aktivitäten. Es sorgt für ein wenig Fortschritt, Abenteuerlust und Motivation. Letztere entsteht, glaubt man der psychologischen Forschung, übrigens besonders gut da, wo wir lernen und wachsen können, ein hohes Maß an Selbstbestimmtheit haben und einen Sinn sehen. Eigentlich ganz gute Kriterien für die Auswahl des richtigen Ziels. Wenn es nur nicht so viele gäbe.

Viele mögliche Yogaziele

Die Liste möglicher Ziele ist bei mir ziemlich lang. Einen Handstand frei im Raum können, wäre zum Beispiel echt schick. Oder auch zu einem der besonders coolen (und preisintensiven) Workshops reisen, um in den quirligen Geist von hunderten Gleichgesinnter einzutauchen. Mantras besser singen lernen macht sicher Spaß, oder ich lern gleich wie man dieses Harmonium spielt? Freundinnen von mir sind da klarer – auch wenn sie sich nicht im Yogakosmos tummeln. Die eine peilt 2017 den ersten Halbmarathon an, die nächste ist frisch eingeschriebene Studentin und ich hab einen Bekannten, der endlich diese Gehaltserhöhung durchsetzen will. Alle sind voll motiviert, irgendwie freudig aufgeregt und am Werke. Die Frage also ist:

Wie findet man ein gutes Ziel?

Nun kann man von mehreren Seiten an eine Zielfindung heran gehen. Manchmal wollen wir von etwas weg, was gut ist, um ein wenig Motivation zu sammeln, aber irgendwann schal wird. Es ist einfach so: Zum Loslegen macht es vielleicht Sinn, klar zu haben, warum das jetzt sein muss. Auf dem Weg jedoch brauchen wir etwas, was uns trägt. Eine Vision. Eine Idee. Ein Gefühl. Die wunderbare Danielle Laporte hat ein ganzes Buch über das Wunder von Sehnsüchten und ihre Kraft geschrieben und ich liebe es sehr. Wenn wir uns ehrlich und ernsthaft fragen, wonach wir uns sehnen, dann kommen wir zu den echten Herzensthemen. Und hier fällt es zumindest mir wie Schuppen von den Augen:

Was ist Yoga für dich?

Wenn Yoga eine Übungseinheit wäre, die ich einfach morgens abreiße, um endlich diesen knackigen Sixpack zu bekommen, dann hätte ich vielleicht schon ein Ziel. Yoga jedoch ist für mich die Pause am Tag, das Ankommen bei mir selbst, der Moment, in dem sich die Nebel lichten und das Licht eintritt. Hört sich romantisch an? Ja, genau so ist es. Natürlich nicht ständig und immer. Wer allerdings Yoga eine Zeitlang übt, kommt automatisch an dieses Wunder, in dem sich das Ego einen Moment zur Ruhe setzt und Frieden einkehrt. Kurz – aber immerhin.

Mach das, was dich glücklich macht. Mach es mehr.

Egal, ob beim Yoga oder im Job, beim Essen oder auf der Laufstrecke – vielleicht sollten wir alle erstmal hinein fühlen, was das Gefühl ist, das wir suchen? Was die Sehnsucht in unserem Herzen ist und wo wir sie schon spüren können? Vielleicht macht es Sinn ein Ziel zu formulieren, wie dieses:

In 2017 will ich darauf achten, meine Praxis weiter zu führen. Ich will die Weite in Körper, Herz und Kopf einladen und die Energie in mir spüren. Ich werde meinem Herzen folgen, bei den Dingen, die ich mache und jeden Moment genießen lernen. 2017 werde ich die Yogapraxis nutzen, um noch mehr Hier und Jetzt anzukommen, in der Magie dieses Momentes.

Ich musste seufzen, als ich das geschrieben habe. Das Ziel fühlt sich gut an.

 

Die Zweifel unseres Egos

Die kritische Seite in mir hat allerdings nicht sofort geseufzt. Immerhin ist das kein Ziel, was man abhaken kann. Es gibt ein Gefühl, kein Ergebnis. Wie sollte ich meinen Erfolg sehen/messen/wiegen können? Eine Stimme in mir fragte sich, ob ich nicht doch diesen Handstand angehen und demnächst meinen Instagram-feed mit dynamischen Bildern anreichern sollte? Das Wohlfühl-Sehnsuchts-Ziel sah nach kritischer Betrachtung plötzlich gar nicht mehr so gut aus.

Kurzzeitig jedenfalls. Es ist nicht so leicht, aus dem Leistungsgedanken raus zu kommen und das Glück zur Mission zu machen. Geholfen hat mir, mein Ziel ein wenig zu prüfen. Wenn du also ein Ziel angehen willst, dann schau es dir gut an – und mach einen kleinen Test:

 

Kriterien, für glücklich machende Ziele

 

  • Frag dich, ob das Ziel wirklich Sinn machtDie Antwort findest du immer in der Frage: Wozu? Wozu dient das, was du vor hast? Was versprichst du dir davon? Motiviert dich dieser Sinn? Dann los und tu es! Perfekt! Achte darauf, dass du nicht von etwas weg willst, sondern stattdessen fokussiere, wo du hinwillst.

 

  • Frag dich, ob dein Ziel deinem persönlichen Wachstum dientWirst du lernen? Wachsen? Ein ganz klein wenig raus aus deiner Komfortzone treten? Da, wo wir uns weiter entwickeln können, sind wir zufriedener. Prüf also, ob dein Ziel dich ein wenig fordert. Ich habe eine ganze Zeit in meinem Leben damit verbracht herumzuhetzen. Seit nun schon fast 12 Jahren Yoga und Meditationspraxis wird es besser. Der Moment bekommt mehr Magie und doch komm ich immer mal wieder an meine Grenzen. Das weiter zu üben, dabei zu bleiben, das wird mich wachsen lassen. Ich bin mir ziemlich sicher.

 

  • Frag dich, ob du es selbst in der Hand hastDer Weltfrieden ist ein wunderbarer Wunsch, aber kein so gutes Ziel, denn wir haben ihn als einzelne Person nicht in der Hand. Schwierig, da die Frustration schnell komme kann. Besser ist es, wenn wir unsere Ziele selbst beeinflussen können. In diesem Beispiel wäre ein Ziel vielleicht eher, im nächsten Jahr einen Teil der Zeit für aktive Friedensarbeit zu investieren. Schaffbarer und darum viel motivierender.

 

Aktiv werden

Ziel geprüft und für gut befunden? Dann fehlt nur noch die Aktivität. Wir brauchen kleine Schritte, um jeden Tag ein wenig nach vorne zu kommen. Und wir brauchen kleine Schritte, um jetzt schon ein wenig mehr von dem ersehnten Gefühl in den Alltag zu holen. Für mich heißt das ab jetzt täglich ein paar Minuten länger zu meditieren, als erster Schritt. Eine Fortbildung ist auch fest eingeplant, denn sie dient meinem Ziel. Ich kann aktiv werden. Fühlt sich gut an.

Dies ist unser Leben. Deins. Meins. Wir haben es in der Hand, womit wir uns beschäftigen und ich welche Richtung wir gehen. Ich liebe die Theory of awesomeness sehr, denn sie erinnert mich daran, dass unsere Aufgabe ist unsere Ziele zu prüfen, an ihnen zu arbeiten und gleichzeitig jedoch auch das Glück in jedem Moment zu suchen. In diesem hier zum Beispiel.

Hab eine gute Zeit und bis bald,

Silja


Photocredit: Sina Niemeyer

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Silja ist Mama von drei Söhnen, von Beruf Trainerin, Coach und Yogalehrerin. Sie liebt Psychologie, Yoga, grünes Essen und alles, was das Leben schöner, leichter, fröhlicher macht. Du kannst sie u.a. in Workshops zum Thema „Yoga & Psychologie“ erleben und auf ihrer Seite  www.glücksplanet.de mehr von ihr lesen. 


'Go for OM – wie du das richtige Yogaziel für dich findest' has 1 comment

  1. 15. Februar 2017 @ 09:30 Nina

    Liebe Silja, das hast du ganz wunderschön und so echt geschrieben. Deine Worte kommen genau passend. Gestern habe ich eine Yogastunde zu dem Thema „Zielfindung & Zielverwirklichung“ gegeben mit dem Fokus, dass gerade die vermeintlich „kleinen“ Ziele meistens die sind, die uns glücklich machen. Es ist ganz wichtig unser eigenes Ziel zu finden und nicht das, dass uns aufgetragen wird oder was nach außen gut aussieht. „Glücklich ist derjenige der ein Ziel hat und ein neues findet, wenn er das alte erreicht“ in diesem Sinne wünsche ich dir ganz viel Freude auf dem Weg zu deinen persönlichen Zielen. Namasté Nina


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