5 Tipps, wie man sich überall auf der Welt zu Hause fühlen kann

Innerhalb der letzten sieben Jahre habe ich in fünf Städten in den USA und in Deutschland gelebt. Jedes Mal bin ich alleine umgezogen und machte einen Neubeginn, inklusive dem Finden neuer Freunde, neuer Lieblingsorte und ruhigen Momenten.

Daher weiß ich nur zu gut was ein Kulturschock ist und wie er sich anfühlt. Diesbezüglich habe ich alle Phasen durchlebt, insbesondere das unangenehme „Aufgeben“ meiner Erwartungen an andere Kulturen sowie an meine Eigene.

Raus aus der „Krise Phase“ – rein ins Abenteuer!

Vielleicht bist Du ja auch gerade in eine andere Stadt oder gar in ein anderes Land umgezogen, weit weg von zu Hause, und befindest Dich gerade in der sogenannten „Krise Phase“ welche Heimweh mit sich bringt und schmerzhaft sein kann. Keine Sorge, diesen Schmerz fühlst nicht nur Du. Er ist vor allem kein Zeichen dafür, dass Du schwach bist. Dies ist „Wachstumsschmerz“ und zeigt wie unglaublich stark Du bist.

Tatsächlich bewegt sich nur ein kleiner Teil der Weltbevölkerung freiwillig aus dem eigenen Land oder gar „nur“ in eine andere Stadt innerhalb der Heimat. Das macht Dich zum Teil einer kleinen Gruppe von sehr mutigen Menschen, die sich aus ihrer Komfortzone bewegen und sich dazu entschlossen haben, die Welt zu entdecken.

Hier sind fünf Tipps, wie Du Dich überall wie zu Hause fühlen kannst, egal wohin Du gehst:

 

 1. Erkenne Deinen Ethnozentrismus

Ich habe in meiner Vergangenheit viel mit internationalen Studierenden zu tun gehabt und habe es durch meinen Job auch heute noch. Außerdem war ich selbst über sechs Jahre ein internationaler Student als ich in den USA studiert und gelebt habe.

Was ich, auch heute noch, immer wieder feststelle ist ganz klar: dass wir uns wirklich alle im gleichen Boot befinden, wenn es darum geht eine neue Kultur zu erleben und zu verstehen. Wir suchen nach Gemeinsamkeiten oder Ähnlichkeiten mit unserer eigenen Kultur, um Komfort zu schaffen, obwohl wir dadurch aber auch erkennen, dass es Unterschiede im Umgang mit bestimmten Dingen bezüglich Lebensstil, Essen und sogar innerhalb der Dating-Szene gibt.

Sicherlich hattest Du auch schon kritische Gedanken wie: „Das ist seltsam! Warum machen die das so? Wir machen das anders (und besser).“ Kommt Dir das bekannt vor?

Nun, damit bist Du nicht allein und für dieses Denken gibt es sogar einen Begriff: Ethnozentrismus. Das ist sozusagen die Beurteilung einer anderen Kultur auf der Grundlage der Normen und Werte der eigenen. Dies hilft uns, unsere eigene kulturelle Identität zu finden und zu definieren.

Interessanterweise identifiziere ich mich heute weder mit der deutschen noch der amerikanischen Kultur vollständig, obwohl ich in Deutschland aufgewachsen bin, aber dann eben sechs Jahre in den USA gelebt habe. Ich bezeichne mich daher eher als „Germarican“, denn ich habe einige der amerikanischen Einstellungen angenommen und behielt viele der deutschen Normen bei.

Das zelebrieren der kulturellen Unterschiede ist wirklich der Schlüssel zur Überwindung von Ethnozentrismus. Denk daran, dass Deine Kultur eine von vielen ist, wie ein Stück in einem bunten Mosaik. Es ist nichts falsch an anderen Kulturen, sie sind einfach nur anders als Deine eigene.

2. Misch Dich „unter das Volk“

Wie Bill Nye einmal sagte: „Jeder Mensch den Sie jemals treffen werden, weiß etwas was Sie nicht wissen.“

Absolut wahr! Es gibt so vieles was Du von jeder neuen Person der du begegnest lernen kannst! Egal aus welcher Kultur, sei es Deine eigene oder nicht. Während meiner Zeit in den USA hatte ich Mitbewohner aus Brasilien, der Tschechischen Republik, Simbabwe und den USA und ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich von jedem einzelnen sehr viel gelernt habe.

Verschiedenartigkeit ist so reich an Erkenntnissen und einer der besten Lehrer. Sie wird Dich wachrütteln, Dein Bewusstsein und Denken anregen und Dich besser bilden als jedes Buch oder jede Vorlesung es jemals tun kann.

Also los, starte Deine Entdeckungstour! Triff Dich mit Deinen neuen Kollegen, nimm an einem Networking-Event teil, oder trete einem Fitnessstudio bei und genieße die „Reise“.

Versuche Dich auch außerhalb Deiner „Kulturkomfortzone“ zu bewegen. Wir unterscheiden uns vielleicht äußerlich etwas, aber wir lächeln alle in der gleichen Sprache.

3. Zuhause ist, wo Deine Sachen sind

Ist es wirklich! Obwohl ich nach dem Motto „All you need is less“ lebe gibt es bestimmte Dinge an denen ich mich festhalte weil sie mir Komfort geben, egal wo ich bin. Zum Beispiel habe ich eine große grüne Teetasse mit dem Wort „Believe“, die ich in einem Secondhand-Laden in Chicago gekauft hatte, als ich gerade dort hingezogen war. Seitdem trinke ich jeden Morgen meinen Tee aus dieser Tasse. Es gibt mir innere Ruhe und ein Gefühl von zu Hause.

Nimm und halte fest was immer Dich gut und beruhigt fühlen lässt. Sei es eine Decke, ein Stofftier, eine Yogamatte oder vielleicht sogar etwas Kleines wie ein Schlüsselanhänger. Nimm es mit, halte es fest und fühl Dich zu Hause, wo auch immer Du gerade bist.

Wie Cecelia Ahern es so schön formulierte „Zuhause ist kein Ort, es ist ein Gefühl.“

4. Sieh es doch mal aus einem anderen Blickwinkel

Sicherlich kann ein Umzug in eine andere Stadt oder sogar in ein anderes Land sehr einsam und anstrengend sein. Die Euphorie der sogenannten „Honeymoon Phase“ hält leider nicht ewig an und wird Dich vielleicht bald allein oder sogar wie ein Außenseiter fühlen lassen. Mach Dir keine Sorgen! Steh wieder auf und sei stolz auf Dich!

Frag Dich doch einmal wie viele Menschen Du kennst, die in eine fremde Stadt oder ein fremdes Land gezogen sind? Eben! Wie gesagt, nicht viele Menschen bekommen die Gelegenheit dazu oder sind so mutig weit weg von ihren Familien zu ziehen! So etwas ist wirklich eine große Veränderung im Leben und ein Schritt in eine ungewisse Zukunft.

Aber weißt Du was? Du hast nichts zu verlieren! Du kannst jederzeit wieder zurück nach Hause gehen. Deine Familie und wahren Freunde werden noch da sein und Dich immer wieder willkommen heißen. Also sei dankbar, sieh es als ein Abenteuer und nutze diese Gelegenheit die nicht viele Menschen bekommen oder wahrnehmen können!

Probiere etwas Neues aus und entdecke Deine neue Heimat! Kreiere neue positive Erinnerungen, die Dich in einsamen Momenten auffangen und an denen Du Dich festhalten kannst.

5. Teile Deine Erlebnisse

Führe ein Tagebuch oder starte einen Blog! Das Niederschreiben Deiner Erfahrungen und Begegnungen können Dir sowie anderen beim Reflektieren und der Selbstentwicklung helfen. Außerdem gibt es Deiner Familie und den Freunden zu Hause das Gefühl, als würdest Du eigentlich noch ganz nahe bei ihnen sein.

Ich wünschte wirklich so oft, dass ich mit meinen Augen Fotos machen könnte, denn dies würde die Schönheit, mein Erstaunen und meine Freude am besten beschreiben, wann immer ich eine neue Stadt oder ein neues Land erkunde.

Erst vor etwas über einem Jahr bin ich (mal wieder) in eine neue Stadt gezogen und begann Yoga-Studios, Cafés und Restaurants auszuprobieren, sowie Museen oder andere Plätze zu besuchen, was mir das Einleben stark erleichtert hat.

Sich selbst nach draußen auf Entdeckungstour zu bewegen ist sicherlich keine einfache Sache, aber sobald Du den ersten Schritt aus Deiner Haustür wagst, wirst du schon bald neue Lieblingsplätze, Nachbarschaften und Cafés für Dich finden.

Hab Vertrauen und Geduld mit Dir selbst und starte in Dein neues Abenteuer!

 

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Karen Naumann hat sechs Jahre in den USA gelebt und dort ihren M.A. in Organisationspsychologie, und einen B.S. in Psychologie und B.A. in Kriminologie gemacht. Nach ihren Studien und Erfahrungen u.a. als Karrierecoach beschloss sie,wieder zurück in ihre Heimat Deutschland zu gehen, wo sie ein unerwartet heftiger Kulturschock erwartete. In dieser herausfordernden Zeit begann sie zu schreiben und gründete ihren Blog „Yogilation“. Seitdem wurden ihre Artikel mehrfach in den USA und Kanada online veröffentlicht und sogar von New York Times Bestseller Autoren weiterempfohlen und in einer nationalen U.S. Radio Show erwähnt. Karen’s Ziel ist es, andere zu inspirieren und zu motivieren und die Bedeutung und Schönheit des Lebens durch positives Denken auch in schwierigen Zeiten hervor zu heben. Besucht Karen auch unter www.yogilation.com | Facebook | Twitter | Instagram


'5 Tipps, wie man sich überall auf der Welt zu Hause fühlen kann' have 8 comments

  1. 11. April 2017 @ 9:47 Sa

    ….macht Mut nicht Angst ????

  2. 11. April 2017 @ 9:47 Sa

    Vielen Dank für diesen tollen Text! Ich bin vor knapp vier Jahren weggezogen weil mein Mann ein tolles Jobangebot bekommen hat, auch ich habe einen guten Job gefunden und wir haben mittlerweile eine ln kleinen Sohn und ein Häuschen. Nun plagt mich sehr das Heimweh und auch das schlechte Gewissen das meine Familie nicht so sehr am Enkel teilhaben kann. Dein Text macht mir angst Mut es nicht als Fehler zu sehen gegangen zu sein sondern als mutig und ich hoffe es hat alles seinen Sinn.

  3. 18. September 2016 @ 9:47 Sylvie Sen

    Vielen Dank für die Webseite, sehr interessant!
    Fast 14 Jahre in London, davor 4 in Brüssel und 3 in Paris waren nur möglich, weil mir meine Ursprungsfamilie in Köln wichtig ist und wir immer noch jede Woche Kontakt zueinander haben und uns auch besuchen. Manche Dinge sieht man vielleicht aus der Ferne klarer, aber an manchen Dingen nimmt man auch nicht teil und seine eigene Persönlichkeit entwickelt sich mit unterschiedlichen Umständen weiter, aber innerlich kann man sich auch trotz geografischer Distanz weiter zueinander hin bewegen.

  4. 29. März 2016 @ 9:47 Christina Waschkies

    :) Ich kenn den Wachstumsschmerz auch noch aus meiner Zeit in England, aber letztendlich bin ich dann doch vier Jahre geblieben weil alles so spannend war und man sich in einer neuen Umgebung auch immer so toll neu erfinden kann. Liebe Grüße, Christina

  5. 29. März 2016 @ 9:47 Mareike

    Schöner Text – mir gefällt besonders das Wort Wachstumsschmerz :-) Nach fast einem Jahr in der neuen „Heimat“ mit fremder Sprache (plötzlich versteht man im Yoga Unterricht nur Bahnhof ;-)) habe ich den Wachstumsschmerz doch das ein oder andere Mal gepürt – ihn aber auch zu schätzen gelernt!

    Mit dem neuen Vornamen „Wachstum“ gefällt er mir noch besser ;-)

    Lieben Gruss aus Oslo
    Mareike

  6. 18. Juni 2015 @ 9:47 Karen

    Vielen Dank Mä! Freut mich, dass dir mein Artikel gefällt! Bitte gerne teilen :) Lieben Gruß & Stay Yogilated! Karen

  7. 1. Juni 2015 @ 9:47

    … ach der Text ist ja gar nicht von Christina ;) Sorry ladies, dann geht das Lob türlich an Karen!! *hahaha

  8. 1. Juni 2015 @ 9:47

    „Wir unterscheiden uns vielleicht äußerlich etwas, aber wir lächeln alle in der gleichen Sprache.“ bester Satz ever!! Toller Text liebe Christina, viel Spaß beim yogen in Andalusien, Sonnengrüße Mä *** von es-grünt-so-grün


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