Ayurveda für einen besseren Alltag und ein besseres Selbst

Ayurveda: für einen besseren Alltag und ein besseres Selbst

Vor einigen Jahren – bevor ich den Schatz des Ayurveda und der Selbstfürsorge für mein Leben entdeckte – war ich die typische, gestresste und zerrissene Durchschnittsfrau, von welcher wir heutzutage immer öfter lesen:

Gestresst, genervt, ohne Plan, ausgebrannt. Ständig und zu allem Ja sagend, dich für alles und jeden verantwortlich fühlend, ständig hilfsbereit und übereifrig fürsorglich. Immer freundlich lächelnd, nickend und zustimmend, ohne eigene Meinung, dafür aufopfernd bis weit über die persönliche Energiegrenzen hinaus.

Ich ging jeden Samstag zum Shoppen in die Einkaufszentren, bestellte wie wild im Internet und wartete dann ungeduldig auf den Tag der lang ersehnten Lieferung. Das Glücksgefühl, wenn ich mit einer neuen Tasche voller Kleider nach Hause kam bzw. wenn der Postbote klingelte, war unbeschreiblich. Aber danach: nichts mehr. Wenn die Einkäufe verstaut und das Paket ausgepackt war, war da nichts mehr übrig von meinem Glück.

Es war futsch und ich wusste nicht, wie ich es halten sollte. Also bestellte und kaufte ich wieder. Wieder auf der Suche nach diesem kurzen Moment der Freude.

Ich war trotz eines „schönen“ Lebens unerfüllt, schlecht gelaunt und unzufrieden. Mein Glück koppelte ich an Dinge, an Gegenstände und Marken.


Das Glück in dir


Die Wendung kam, als ich – über den Umweg Yoga – zum Ayurveda kam. Dieser Schatz an wahrer Selbstfürsorge ermöglichte mir erstmalig eine Art des Glücks, welche mir bis dahin verborgen geblieben war: das Glück durch mich selbst. Das Glück durch meine alleinige Existenz. Das Glück durch Zeit und Fürsorge für mich selbst, welches mir Liebe und Akzeptanz bescherte.

Ich war auf einmal nicht mehr auf materielle Werte angewiesen. Durch die Lehre des Ayurveda wurde es mir möglich, Glück in anderen, alltäglichen Dingen zu finden.

Doch der mit Abstand größte Schatz für mich war die Erkenntnis: nur wenn ich mich ausreichend um mich selbst kümmere, bin ich in der Lage mich gut um andere zu kümmern. Dies war der Wendepunkt und heute bin ich immer noch unendlich dankbar, dass ich diese Lektion lernen durfte.

Diese Idee war praktisch die Erlaubnis, auf welche ich so lange gewartet hatte: Ich darf mich zuerst um mich selbst kümmern. Ich muss mich nicht dauernd für andere aufopfern, ich darf in erster Linie für mich da sein. Ich darf mich selbst lieben.

War früher die Zeit für mich selbst als egoistisch etikettiert, war es nun auf einmal erlaubt und positiv besetzt. So nahm die Selbstfürsorge den großen Stellenwert in meinem Leben ein, den sie bis heute innehat.


Selbstfürsorge ist unumgänglich für ein zufriedenes Leben


Leider wird so vielen von uns von klein auf etwas anderes vorgelebt. Speziell den Mädchen und Frauen wurden und werden oft noch Rollenvorbilder eingeprägt, die mütterlich, aufopfernd und gebend sind, ohne auf die eigenen Grenzen zu achten.

Ayurveda im Gegenzug, gibt dir die ausdrückliche Verantwortung und Erlaubnis dazu in die Hand, dich um dich selbst zu kümmern. Nur aus einem vollen Krug kannst du einschenken.  Es ist sozusagen Pflicht, dich gut um dein Herz und deinen Körper zu kümmern.

Im Ayurveda geht es zu 80% um Prävention und nur 20% der Anwendungen und Praktiken sind für die Heilung da. Zu 80% geht es um Zuwendung zum eigenen Wohlbefinden und um dessen Erhaltung.

Dafür legst du ein besonderes Augenmerk auf die persönlichen Umstände, deine Umgebung und deine Umwelt. Anhand des eigenen Doshas / der eigenen Konstitution fällt es leicht, die eigenen Bedürfnisse zu verstehen und danach zu leben.

Nach diesen Energien kannst du die Tage, die Jahreszeiten und das Wetter sowie deren Wirkung auf dich selbst besser verstehen und möglichen Störungen daraus entgegenwirken.

Du wirst aufmerksamer für alles, was dir gut tut, was dich nährt oder im Gegenteil: was dich schwächt und dir nicht gut bekommt.


Ein entspannter Geist durch Regelmäßigkeit


Ganz besonders nährend – seelisch wie körperlich – sind in meinen Augen alltägliche Rituale und Routinen. Sie bieten ein wunderbares Gerüst für einen entspannten Alltag.

Unser Gehirn ist von morgens bis abends mit Entscheidungen konfrontiert. Was esse ich, was ziehe ich an, was brauche ich, wo bekomme ich es her, was muss ich tun, was kommt als Nächstes.

Es ist daher sehr befreiend, wenn du für gewisse Zeiten fixe Rituale einführst. Sie erleichtern das Leben ungemein, nehmen sie dir doch ziemlich viele Entscheidungen einfach ab, indem du nichts mehr in Frage stellen musst.

Ein besonderes Beispiel hierfür ist die ayurvedische Morgenroutine, welche dich frisch und entspannt in den Tag starten lässt:

  1. Aufwachen und noch im Bett einen freudigen Gedanken pflegen. Zum Beispiel wie schön dieser Morgen ist, wie frisch die Vögel vor dem Fenster zwitschern, was für ein Geschenk es ist, gesund aufzuwachen.
  2. Weiter geht es ohne Umwege ins Bad: Zunge reinigen, Ölziehen, Zähne putzen, Nase spülen und anschließend innen mit etwas Sesamöl betupfen (um zu pflegen und ein austrocknen vorzubeugen).
  3. Lässt deine Zeit es zu, empfiehlt sich eine Selbstmassage mit Öl oder eine Trockenmassage mit Puder oder einem festen, nicht zu flauschigen, Handtuch. Damit bringst du deine Durchblutung und deinen Kreislauf so richtig in Schwung. Du kannst auch alternativ einen Lappen mit warmem Wasser befeuchten und dich damit am ganzen Körper fest abschrubbeln.
  4. Trinke nun schluckweise ein Glas heißes Wasser. Gerne auch mit Zitrone. Wenn du magst, kannst du einen Teelöffel Honig ins Wasser geben. Er löst den Schleim, der sich oft über Nacht im Rachen ansammelt.
  5. Kannst du es zeitlich einrichten, empfiehlt es sich ein paar Sonnengrüße zu machen und einigen Minuten zu meditieren.
  6. Genieße ein warmes Frühstück. Am besten dafür geeignet sind milde Suppen oder gut gekochte Breie aus Getreide und Getreideflocken.
  7. Lass dir Zeit für alles. Versuche nicht, dieses Programm in 15 Minuten ab zu handeln. Nimm dir ruhig 30 – 60 Minuten Zeit dafür. Zünde dir am Frühstückstisch eine Kerze an, lausche ruhiger Musik oder einem inspirierenden Podcast. Vielleicht liest du auch ein paar Zeilen in einem erbaulichen Buch.

Diese Routine am Morgen erleichtert dir den Start in den Tag. Indem du einfach täglich das gleiche tust, brauchst du dir nicht immer wieder aufs Neue Gedanken darüber zu machen.

Ein weiterer Pluspunkt: Diese Zeit am Morgen legt den Grundstein für einen entspannten Tag. Auch wenn er verspricht hektisch zu werden, gehst du doch mit einer ganz anderen Grundenergie an alles heran.

Du hast bereits einen Vorrat an Zufriedenheit, Freude und Ruhe angelegt, von dem du zehren kannst. So wirst du garantiert besser mit dem Stress umgehen können, der dich vielleicht noch erwartet.

Aber alleine das bewusste Konzentrieren auf die eigenen Bedürfnisse ist vielleicht die wichtigste Routine von allen. Sie bietet dir Achtsamkeit und Aufmerksamkeit. Sie gibt dir Kraft und Energie. Und vor allem: Du gewinnst einiges an Selbsterkenntnis.


Neue Wahrheiten


Nach und nach kommen, Hand in Hand mit der Selbstfürsorge, völlig neue Wahrheiten in dein Leben. In meinem Fall waren die ersten, die ich lernte:

  • Du darfst Nein sagen, wenn es nicht passt.
  • Du bist nicht für die ganze Welt alleine verantwortlich.
  • Wenn deine Energie zur Neige geht, ist es völlig in Ordnung, dir Zeit für dich selbst zu nehmen.
  • Du musst und kannst nicht alle Probleme deiner Mitmenschen lösen.
  • Es ist in Ordnung, dich an erste Stelle zu setzen.

Dieses Wissen über dich selbst ermöglicht dir ein Leben in harmonischem Einklang von Geist, Körper und Umwelt. Nutze das Wissen, das dir Ayurveda bieten kann, für die Gestaltung eines besseren Alltags. Kreiere ein besseres Selbst. Lerne dich selbst zu lieben und zu akzeptieren und du wirst lernen, deine Mitmenschen zu lieben und zu akzeptieren.

Dies alles ist möglich, durch einfache Korrekturen in deinem Alltag, deinen Mahlzeiten, deinem Umfeld und deinem Mindset. Verändere einfach den Blickwinkel. Schaffe dir Zeit für dich selbst, werde aufmerksamer dir selbst gegenüber und viele Probleme in deinem Leben werden sich von alleine lösen.


Neue Werte


Das ganze „System Ayurveda“ bot mir auch einige neue Ansichten und Werte, mit denen ich mich bis dahin noch nie beschäftigt hatte, welche sich aber in meinen Augen lohnen, sie anzustreben.

Werte wie Karma Yoga (der selbstlose Dienst an anderen), sich um Weiterentwicklung zu bemühen, einen positiven Geist zu kultivieren und niemandem zu schaden, nicht körperlich, nicht seelisch. Ich erkannte wie wichtig Wahrhaftigkeit ist und bemühe mich seitdem um ein authentisches, ehrliches Leben.

Ich lüge (fast) nicht mehr, halte Ordnung in meiner Umgebung und meinem Geist und bemühe mich, eine Bereicherung für mein Umfeld zu sein. Ich lebe in Dankbarkeit und Achtsamkeit.

Diese Werte waren eigentlich nicht der Grund, warum ich mit Ayurveda begonnen habe. Aber ich finde es unheimlich toll, wie viel mehr diese Lehre noch zu bieten hat, weit abseits von Ernährung, Routine und Pflege. Oder vielleicht gehört das alles einfach zusammen?

Für mich ist Ayurveda einfach ein komplexes Leitwerk für ein wahrhaftiges, „vollständiges“ Leben. Der Kompass, nach dem ich mich so lange unbewusst sehnte. Einfache Regeln und logische Schlussfolgerungen haben mir meinen Alltag, den Umgang mit mir selbst, sowie den Umgang mit meiner Umwelt sehr erleichtert.

Und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht mit einer weiteren, neuen Erkenntnis überrascht werde.

Du suchst auch nach einer Möglichkeit, deinen Alltag und dein Wohlbefinden zu verbessern? Dann probiere 7 Tage lang mit mir zusammen den Ayurveda-Lebensstil aus!

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Angelika Stranger kommt aus Österreich und schreibt seit 2017 auf ihrem Blog www.umgekrempelt.at. Sie verbindet ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung mit moderner Spiritualität und hilft dadurch ihren Lesern, ihre Ziele zu erreichen.


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