Ayurveda und Heißhunger: Das verrät er über dich!

Natürliche Bedürfnisse oder Körpersignal? Was dein Heißhunger über dich verrät

Wir alle kennen es: Das plötzliche Verlangen nach einem ganz bestimmten Lebensmittel. Schokolade, salzige Chips oder Nüsse, frittiertes oder vielleicht ein Glas Rotwein? Und dann darf es auch nichts anderes sein. Und am besten sofort.

Es ist absolut okay, ab und zu seinem Heißhunger nachzugehen. Wenn das bei dir selten vorkommt und du dich danach besser fühlst, war es vielleicht auch in dem Moment genau das Richtige für dich.

Oft ist es jedoch so, dass wir gerade in stressigen Phasen oder wenn wir uns so gar nicht geerdet fühlen dazu neigen, Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel zu entwickeln. Umso öfter wir diesem Verlangen nachgehen, umso unausgeglichener und schlapper fühlen wir uns. Das wollen wir natürlich vermeiden.

Hast du dich auch schon einmal gefragt, ob dein Appetit auf spezielle Geschmacksrichtungen oder Lebensmittel ein natürliches Bedürfnis ist und du diesem nachgehen solltest, oder ob dir dein Körper damit vielleicht etwas sagen möchte?

Diese Tipps aus der Ayurveda helfen dir auf einfache Weise, ein Gefühl für deine tieferen Bedürfnisse zu bekommen und dich zu sensibilisieren.

Heißhunger aus ayurvedischer Perspektive

Im Ayurveda werden die Ernährung und so auch der Heißhunger ganzheitlich betrachtet. Haben wir regelmäßig Heißhunger auf Schokolade, so wird dies nicht ausschließlich auf einen Nährstoffmangel reduziert, sondern im Gesamtzusammenhang gesehen.

Wichtig ist vor allem die Kenntnis um die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha. Aus ihnen setzt sich unsere ganz individuelle Konstitution zusammen. Außerdem regulieren sie alle biologischen und physiologischen Aktivitäten unseres Körpers, Geistes und Bewusstseins.

Sind wir in unserem Gleichgewicht, so verspüren wir in der Regel Appetit auf die Lebensmittel, die uns gut tun. Liegt jedoch bereits eine Dysbalance vor, so kann es sein, dass wir Hunger auf Speisen entwickeln, die dieses Ungleichgewicht zusätzlich verstärken.

Cravings mithilfe der Doshas ausbalancieren

1. Vata:
Vata ist das Bewegungsprinzip im menschlichen Körper. Vata-Typen sind permanent geistig und körperlich aktiv und lieben es, ihren eigenen Lebensrhythmus bestimmen zu können. Vor lauter Energie vergessen sie gerne mal eine Mahlzeit. Wenn Vata aus dem Gleichgewicht gerät, entstehen oftmals Blähungen und Erschöpfung macht sich breit. Grundsätzlich haben Vatas eher eine sensible Verdauung und bevorzugen Lebensmittel, die leicht verdaulich sind. Intuitiv greifen sie dann oft zu Rohkostsalaten, die dieses Ungleichgewicht jedoch zusätzlich verstärken.

In stressigen Phasen packt sie gerne auch mal der Süßhunger. Süße Lebensmittel sind zwar gut für Vata, in Form von raffiniertem Zucker erhöhen sie jedoch alle Doshas. Besser sind Wurzelgemüse, cremige Suppen und warme, nährende Getreidegerichte wie Porridge. Allgemein sollten Vatas die Geschmacksrichtungen süß, sauer und salzig bevorzugen. Zusätzlich helfen Ölmassagen, eine ruhige Yogapraxis, Atemübungen und alles, was dich erdet.

2. Pitta:
Pitta ist das Prinzip des Metabolismus im Körper und sorgt für Hitze, Schärfe und Säure in uns. Dies bewirkt eine gute Verdauung und einen guten Stoffwechselumsatz. Pittas sind oft sehr ehrgeizige, leistungsstarke und dynamische Menschen. Sie essen gerne und benötigen auch ihre drei Mahlzeiten am Tag, sonst können sie schnell mal gereizt und ungeduldig werden.

Ihr feuriges Gemüt verlangt in Heißhungerphasen oft nach süß-salziger oder fettiger Nahrung, wie Erdnuss-Schoko-Riegel, gesalzene Nüsse, Chips, scharfen und sehr würzigen Speisen oder auch nach einem Glas Wein. Besser jedoch sind milde und vegetarische Gerichte, die ihr überhitztes Gemüt sanft kühlen und stabilisieren. Alle bitteren, zusammenziehenden und süßen Lebensmittel sind ideal, um Pitta auszubalancieren. Sport und Bewegung an der frischen Luft unterstützen hier zusätzlich.

3. Kapha:
Da Kapha die erdige und wässrige Struktur in uns ist, bringt es Stabilität und Zufriedenheit mit sich. Kaphas haben eine zuverlässige Verdauung, aber einen eher trägen Stoffwechsel, so dass sie zur Gewichtszunahme tendieren. Sind Kapha-Typen gestresst, greifen sie gerne zu schweren und süßen Lebensmitteln wie Pasta, Torte, Süßigkeiten oder einem Käsegericht. Dies verstärkt die Dysbalance jedoch zusätzlich. Besser sind leichte Speisen mit vielen Gewürzen und alle bitteren, scharfen und zusammenziehenden Gemüsesorten. Unterstützend wirkt eine mobilisierende Yogapraxis, um Kapha auszugleichen.

Du hast ständig Heißhunger? Was es bedeutet laut Ayurveda bedeutet, liest du hier.

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Wie du siehst, steckt hinter regelmäßigem Heißhunger meist viel mehr als nur der physiologische Hunger. Oftmals spielen ein Mangel an Stabilität, Selbstliebe und innere Unzufriedenheit oder Stress eine größere Rolle, als wir denken. Einen solchen Hunger kann die physische Nahrung allein natürlich nicht befriedigen. Deswegen ist es für alle Doshas immer empfehlenswert, durch bestimmte Routinen den Körper ganzheitlich zu nähren und ihm auf allen Ebenen ein Gefühl von Stabilität zu verleihen.

Diese Tipps helfen dir dabei und sind gut für alle Doshas:

1. Regelmäßige Mahlzeiten
Warme und regelmäßige Mahlzeiten sind sehr wichtig, um Heißhungerattacken zu vermeiden. Sie signalisieren unserem Körper Wohlgefühl und Geborgenheit. Außerdem halten sie unseren Blutzuckerspiegel konstant und schenken uns nachhaltig Energie.

2. Heißes Wasser trinken
Heißes Wasser über den Tag verteilt trinken hilft, unser Verdauungsfeuer Agni anzuregen. Es wirkt der Müdigkeit entgegen, fördert die Verdauung und besänftigt unser Gemüt.

3. Alle 6 Geschmacksrichtungen in einem Gericht
Achte darauf, dass jedes Gericht alle sechs Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, bitter, zusammenziehend und scharf enthält. So empfindet der Körper keinen Mangel und die Zufriedenheit steigt. Dies hilft gerade bei Süßhunger sehr gut.

4. Proteine, Kohlenhydrate und hochwertige Fette
Achte darauf, Proteine, Kohlenhydrate und hochwertige Fette in angemessener Menge zu dir zu nehmen. Diese schenken Stabilität und wirken lange sättigend.

5. Yoga
Das regelmäßige Üben von Yoga bewirkt, dass wir mit der Zeit einen klaren Blick für unsere Bedürfnisse entwickeln und uns besser lieben und verstehen lernen.

 

Alles Liebe,
Verena

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Natürliche Bedürfnisse oder Körpersignal? Was dein Heißhunger über dich verrät
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Natürliche Bedürfnisse oder Körpersignal? Was dein Heißhunger über dich verrät
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Heißhungerattacken kennst du bestimmt auch. Doch was steckt eigentlich dahinter, wenn der Körper auf einmal nach etwas Bestimmten verlangt?
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Verena ist leidenschaftliche Ayurveda Praktikerin, Ethnologin, Yoga-Guide und Köchin. Ihr Fokus liegt auf ganzheitlicher Ernährung. Sie ist nämlich fest davon überzeugt, dass alles, was wir über unsere Sinne aufnehmen, transformativen Einfluss auf uns hat. Wenn Verena keine ayurvedischen Beratungen gibt, Rezepte entwickelt oder Yoga unterrichtet, findest du sie jederzeit online auf www.livinlightly.de.


'Natürliche Bedürfnisse oder Körpersignal? Was dein Heißhunger über dich verrät' has 1 comment

  1. 6. Juni 2018 @ 9:47 Svenja - Mindful Discovery

    Toller Beitrag! Ich habe mich bislang mit Ayurveda noch nicht wirklich beschäftigt, aber das hört sich auf jeden Fall sehr interessant an. Da muss ich unbedingt mal mehr drüber lesen.

    Liebe Grüße, Svenja


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