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Das Chamäleon, Emotionen & Yoga Nidra

‘Das Leben ist eine Bühne‘ – und wir sind die Darsteller.

Verfolgen wir diesen Gedanken mal weiter und stellen uns unseren Darsteller als vollständigen Charakter vor inklusive Gedanken, Emotionen, Ego, Gefühlen, Atem und Körper. Ein vollständiges Wesen also. Emotionen sind ein Teil dieses Charakters und beeinflussen die anderen Komponenten und genauso vice versa.

Zur Veranschaulichung

Stell dir einen Moment vor, in dem du wütend warst (emotionale Hülle) und versuch dich daran zu erinnern, wie dieses Gefühl deinen Atem (energetische Hülle) und deinen Körper (physische Hülle) beeinflusst hat. Um mit dem Ärger umzugehen, hast du vermutlich eine Erklärung für ihn gesucht, wie einen äußeren Umstand (z.B. ein Freund, der dich kritisiert hat) oder einen inneren Grund (z.B. ein negatives Denkmuster: Ich bin nicht gut genug). Das Gleiche gilt für positive Emotionen wie Glück. Denk kurz darüber nach: Wie beeinflusst dieses Gefühl deinen Atem und den Rest deines Körpers?

Bezieh in deine Überlegung die Tatsache mit ein, dass Emotionen zu etwas werden können, das wir bevorzugt zu kontrollieren oder denen zu widerstehen wir versuchen anstatt sie zuzulassen. Sie können ein beherrschendes Thema werden und manchmal Menschen dazu bewegen, sich von ihnen abzuschotten, um Traurigkeit, Angst oder Wut zu vermeiden oder sich an sie zu klammern, um das Glück festzuhalten.

Wenn unser Charakter unglücklich ist, mag er die scheinbar perfekten Leben um sich herum sehen und denken, er müsse sein Gefühl ‘managen‘, um anderen gegenüber nicht als unvollkommen zu erscheinen. Er kreiert ein ‘Chamäleon-Image‘ seiner selbst. Das Ganze nimmt seinen Lauf und ehe er sich versieht, braucht er einen Großteil seiner Energie, um das Bild, dass er für andere von sich aufgebaut hat, aufrecht zu erhalten. Ein Bild, dass von der Idee kreiert wird, wie er von anderen wahrgenommen werden möchte – und wie nicht. Und das ihn daran hindert, so wie er ist glücklich zu sein.

Das Reisen als Beispiel

Ein gutes Beispiel dafür ist die Wahl des Urlaubsziels. Manche Leute fahren nicht mehr in den Urlaub, um sich zu erholen, Spaß zu haben oder tatsächlich auf der Suche nach Abenteuer und Abgeschiedenheit. Sondern auf der Jagd nach dem Ort für die perfekt inszenierte Darstellung Ihres Chamäleons.

Warum?

Es könnte mit Emotionen zu tun haben. Mit Glück oder vielmehr der Suche danach. Durch die Anerkennung anderer, die das aufregende Image bewundern anstatt sich über den Normalo langweilen sollen. Wir alle tun dies zu einem gewissen Grad und setzen, je nach Situation, eine Maske auf – doch wenn wir mehr Zeit damit verbringen, zu überlegen, wie wir uns für andere darstellen sollten, anstatt authentisch zu sein, sabotieren wir uns selbst und nehmen uns die Chance, den Moment zu erleben und dem Geheimnis von wahrem Glück auf die Spur zu kommen.

Das Reisen ist nur ein Beispiel von vielen in unserem Alltag, die deutlich machen, dass viele Menschen sehr viel Zeit damit verbringen, umherzuschauen, zu vergleichen, zu tun. Alles Mögliche zu tun, um im Vergleich zu anderen besser dazustehen und sich dadurch besser zu fühlen. Für einen Moment. Dann muss das Image neu gefüttert werden und das Ganze geht von vorne los. Plötzlich ist das Leben eine never-ending-to-do-Liste. Und irgendwann hilft alles Hinterherhecheln nichts mehr, um das größer werden der inneren Leere zu ignorieren. Das moderne Leben macht es uns auch wirklich nicht leicht!

Das Entscheidende ist, zu bemerken, dass es völlig unnötig ist, ein Image zu erschaffen, um uns vollständig und zugehörig zu fühlen. Als Darsteller auf der Lebensbühne sind wir das bereits. Ist das nicht eine schöne Vorstellung!

Die Idee des spirituellen Selbst

Noch einen Schritt weitergedacht, könnte man sich vorstellen: ‘Wir sind spirituelle Erscheinungen, die gerade eine menschliche Erfahrung haben‘ (‚We are spiritual beings having a human experience.“). Ich erinnere mich leider nicht, wo ich das gehört habe, aber ich liebe es. Lassen wir diese Aussage mal richtig sacken. Wozu noch Energie verschwenden, selbst Drehbücher zu schreiben und Nebenrollen zu spielen, wo die Regie-Arbeit schon für uns erledigt ist? Nehmen wir doch den Charakter des Hauptdarstellers, den wir bekommen haben!

Fühlt sich das nicht ermutigend und befreiend an? Nur die Vorstellung davon, dass hinter unserem Charakter und all seinen Emotionen in diesem Leben noch mehr steht. Das spirituelle Selbst. Das wahre Selbst.

Es ist zugegebenermaßen gut versteckt und nicht so einfach auszumachen, aber alleine die Idee davon, kann unsere Perspektive auf das Leben und unsere Rolle darin verändern. Emotionen und Erfahrungen können wirklich als die vorübergehenden Phänomene wahrgenommen werden, die sie sind und uns in unserem ruhenden Kern, unserem spirituellen Selbst, unangetastet lassen. 

Das Leben aus dieser Perspektive zu sehen kann sehr schwierig sein, wenn wir wach sind, da unsere Gedanken und Emotionen so intensiv sind. Aber wenn wir in einem Moment geführt werden, indem wir wirklich Ruhe finden, wird die Idee eines spirituellen Selbst und die Erfahrung desselben möglich. In diesem Moment lässt auch der Drang nach, die Emotionen kontrollieren zu müssen. Wir können sie annehmen und vorbeigehen lassen. Als Beobachter statt Betroffene.

Was ich hier beschrieben habe, ist einer der Effekte von Yoga Nidra, die ich für eine der simpelsten und gleichzeitig tiefsten Formen der Meditation erfahren habe. Da der Meditierende angeleitet wird, muss er nichts tun außer dazuliegen und zuzuhören. 

Die Hülle der Emotionen ist dabei eine, die von Yoga Nidra berührt und anders erfahren werden kann. Weitere Vorteile können z.B. der verbesserte Umgang mit Angst oder das Zurückgewinnen eines gesunden Schlafverhalten seins. Doch diesen praktischen ‘Nebeneffekten‘ liegt das größte Geschenk der Meditation zu Grunde: Uns nach Hause zu führen. Dort, wo das Chamäleon-Image und aufwühlende Emotionen sich im ruhenden, zentrieten Selbst auflösen.

Enjoy the Journey! (Genießt die Reise)

Geführte Yoga Nidra Meditationen mit Eric Bennewitz von Peace Out Yoga sind auf allen bekannten online-Plattformen und App-Stores unter dem Stichwort ‚Relax into Being‘ zu finden.

Photocredit: Dmitri Kotov via Unsplah.com

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Eric ist 'frisch gebackener Papa', Yogalehrer und zertifizierter Divine Sleep Yoga Nidra Guide. Er praktiziert und unterrichtet Yoga Nidra seit 8 Jahren. Eric ist Gründer von PEACE OUT YOGA in Hamburg und unterrichtet Yoga Nidra Kurse, Workshops und Teacher Trainings in Europa und Kanada. Auf www.peaceoutyoga.de gibt es mehr Informationen zu Eric und Yoga Nidra sowie die Möglichkeit, eine kostenlose Yoga Nidra Praxis auszuprobieren und Erics neueste Skripte als MP3 zu erwerben. .


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