Feuer frei: Wie du deinen Schädel mit Kapalabhati zum Leuchten bringst

Ich bin definitiv keine Nachteule sondern gehöre eindeutig zu der Gattung „früher Vogel“. Der Morgen ist für mich die schönste Zeit des Tages und an den meisten Tagen bin ich auch schon vor meinem Wecker wach. Die ersten Sonnenstrahlen und frische Morgenluft, im Hintergrund sanftes Vogelgezwitscher – ein optimaler Start in den Tag für mich.

Die Geheimwaffe gegen Müdigkeit

Es gibt aber auch bei mir die Tage wo es mir morgens nahezu unmöglich erscheint, aufzustehen. Meistens sind das Tage, an denen ich wild geträumt habe und mich morgens von den ganzen Eindrücken der Nacht noch wie erschlagen fühle. Wenn ich dann nach fünfmal die Snooze-Taste drücken immer noch müde bin, kann eigentlich nur noch eins helfen: Kapalabhati! Das ist meine persönliche Wunderwaffe schlechthin, falls meine Energiereserven gegen Zero gehen.

Kapalabhati wird auch als die „Feueratmung“ bezeichnet und ist eigentlich ein Pranayama, wird aber auch zu den Reinigungsübungen (Kriyas) des Yoga gezählt. Wenn du bei Pranayamas bisher immer nur an Ruhe und Entspannung gedacht hast, dann wird dich Kapalabhati eines besseren belehren. „Kapala“ bedeutet „Schädel“ und „Bhati“ steht für „Leuchten“ oder „Scheinen“. Und das trifft den Nagel wirklich auf den Kopf bzw. Schädel, denn die Pranayama schafft es wirklich immer wieder meine Morgenmüdigkeit zu vertreiben und mich startklar für den Tag zu machen.

Und Kapalabhati macht nicht nur munter, sondern kann noch viel mehr

  • Es reinigt durch das schnelle Ausstoßen der Luft durch die Nase die Nasennebenhöhlen (deshalb am besten auch Taschentücher griffbereit halten)
  • Die kompletten Atemwege werden gereinigt und hilft dadurch vorbeugend vor Asthma und Erkältungskrankheiten
  • Die Sauerstoffzufuhr im gesamten Körper wird erhöht
  • Das Zwerchfell sowie die Bauchmuskeln werden durch die Kontraktionen gestärkt
  • Die inneren Organe werden massiert
  • Müdigkeit und Niedergeschlagenheit werden schlichtweg weggeatment
  • Der Geist wird klarer und die Konzentrationsfähigkeit steigt

 

Und so funktionierts:

  1. Setz dich aufrecht mit überkreuzten Beinen oder im Heldensitz (Vrajasana) hin.
  2. Nimm dann am besten erst einmal einige gleichmäßige Atemzüge, bevor du beginnst.
  3. Atme dann tief durch die Nase ein, so dass sich der komplette Bauchraum mit Luft füllt.
  4. Das Ausatmen (ebenfalls durch die Nase) erfolgt dann in kleinen Stößen. Dafür kontraktierst du deine Bauchmuskeln, so als ob du den Bauchnabel in Richtung Wirbelsäule ziehen würdest. Dadurch „schnaubst“ du die Luft aus der Nase raus.  Sobald die ganze Luft dann draußen ist atmest du automatisch wieder ein.

Probiere es zu Beginn erst mal nur ein paar Mal hintereinander und versuche dich dann jedes Mal etwas zu steigern. Du kannst auch zwischen den Runden ein paar gleichmäßige Atemzüge nehmen und dann wieder einen Durchgang Kapalabhati machen. Taste dich einfach langsam ran und warte erst einmal ab, wie dein Körper darauf reagiert.

Bitte nicht direkt nach dem Essen durchführen, sondern mindestens zwei Stunden warten. Bei Herzproblemen und/oder Bluthochdruck sollte Kapalabhati am besten gar nicht praktiziert werden. Falls du gerade schwanger bist, solltest du Kapalabhati erst nach Rücksprache mit deinem Arzt ausführen und auch dann nur sanft.

 

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Jasmin ist Yogalehrerin für Kinder und Erwachsene und lebt nun schon seit einigen Jahren in Asien. Sie träumt davon, irgendwann ein kleines Retreat (am liebsten am Meer) zu eröffnen, wo sie die Menschen mit Yoga, Massagen, Reiki und veganem Essen verwöhnen kann. Sie unterstützt Christina hier beim Happy Mind Mag hinter den Kulissen.


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