Make it happen: Wie du ein Yoga Retreat Center eröffnest

Follow your dream: Wie du ein Yoga Retreat Center eröffnest

Irgendwann vor ein paar Jahren ging es los: Nahezu jede Yogini, die ich kenne, machte eine Yogalehrerausbildung – inklusive mir. Und plötzlich waren wir alle Yogalehrer, die sich gegenseitig mit gefährlichem Halbwissen in wilde Asanasequenzen quatschten. Dann ließen alle Yoga T-Shirts drucken – inklusive mir. Dann kam die Einsicht, dass man nur so und so viele „witzige“ Yogashirts im Schrank haben kann/sollte, wenn man die 30 geknackt hat. Das ist jetzt auch irgendwie vorbei und alle werden Lifecoach – was ich super finde! Eine Welt, in der Donald Trump Präsident der USA werden darf, hat anscheinend riesigen Coachingbedarf. Aber in dem ganzen Yogakosmos muss es doch noch mehr an fantastischen Jobmöglichkeiten geben. Und ja, die gibt es.

Alexandra und Damien aus Hamburg haben es getan: Ein brandneues, supersympathisches Retreat Center gegründet:

Das Jolly Château. Und das ist mit Sicherheit nicht nur für potenzielle Retreat-Teilnehmer/innen interessant, sondern auch für die Yogateacher unter euch. Denn wer will denn schon seine Retreats in den ewig gleichen Locations geben? Ladies and gentlemen, let me introduce: Alexandra & Damien vom Jolly Château!

Das Jolly Château liegt nur 15 Minuten von der Atlantikküste entfernt

Das Jolly Château liegt nur 15 Minuten von der Atlantikküste entfernt

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, das Retreat Center zu eröffnen?

Die Idee kam eher zu uns – bzw. zu mir. Damien hatte mir vor zwei Jahren das erste Mal das Jolly Château gezeigt, als wir mit unserem Bus in Frankreich unterwegs waren. Einfach so. Ich war zu diesem Zeitpunkt eigentlich sehr happy mit meinem Leben und hatte nicht vor, es großartig zu verändern. Aber als ich das Haus zum ersten Mal betrat, wusste ich: das hier ist perfekt.

Ich habe durch meinen Job als Ayurvedatherapeutin und Masseurin bereits 12 Jahre Arbeits-, Yoga- und Yogareisenerfahrung und leite auch seit 2011 im Hamburger Schanzenviertel zusammen mit meiner Schwester das ganz toll laufende „schön & wohl“. Wenn man sich in solchen Kreisen bewegt, bekommt man automatisch einen Blick für energievolle Orte und hat auch ein ganz gutes Gespür für Dinge, die funktionieren könnten oder eben auch nicht. Und bei dem Haus hatte ich von der ersten Sekunde an ein gutes Gefühl.

Damiens Großvater hat das Haus Anfang der 60er Jahre als Ruine gekauft und mit viel Arbeit komplett restauriert. Seitdem wurde es als Ferienhaus für Familie und Freunde genutzt. Allerdings wurde es für Damiens Eltern immer mühsamer, das Haus von Deutschland aus zu unterhalten, und so sollte es seit einigen Jahren verkauft werden.
Im Juni 2016 starb Damiens Mutter sehr unerwartet und plötzlich, und zu dem Zeitpunkt gab es nur einen einzigen Interessenten für das Haus, der versuchte, den Preis so niedrig zu drücken, dass es ein Witz für das Haus gewesen wäre.

Das Chateau im Jahr 1962

Das Chateau im Jahr 1962

Also warfen wir uns schützend vor das Haus und riefen „Stop! Bevor das Haus für so einen Spottpreis verkauft wird – wir machen daraus etwas!“ Und so entstand die Idee, diesen Familiensitz zu erhalten und weiterzuführen.

Wie ist die Atmosphäre im Jolly Château? Was macht es besonders?

Das Jolly Château ist kein aus dem Boden gestampftes Retreat-Center, welches nach Feng Shui-Prinzipien ausgerichtet ist und Fussbodenheizung und Regendusche hat.

Es steht einfach da, seit über 200 Jahren, und und ist dabei so perfekt unperfekt, dass man sich sofort verlieben muss. Die Mauern erzählen Geschichten, die alten Holzdielen knarren. Es gibt eine Spielekiste, in der Damien schon als kleiner Junge gewühlt hat und einen Flügel, auf dem seine Oma, die eine berühmte Pianistin am dänischen Königshaus war, ihre Fugen gespielt hat. Wir haben einen alten Brunnen im Garten, in der Küche steht ein riesiger Kamin, in dem noch die alten Schächte verbaut sind, in denen man früher das Brot gebacken hat. Das Haus bot im zweiten Weltkrieg Menschen Zuflucht, die ihre Namen – immer noch sichtbar – in die alten Mauern geritzt haben.

Und es ist dadurch, dass es eben in erster Linie ein Privathaus ist und wir als Gastgeber immer vor Ort sind, sehr persönlich.

Der Außenbereich vom Château

Der Außenbereich vom Château

Immer wieder wurde es behutsam renoviert und hat dabei nie seinen alten Charme eingebüßt.
Das Haus ist echt und – was vielleicht das wichtigste ist – es ist ein Haus, in dem immer sehr viel Liebe zuhause war. Und das spürt man in der Sekunde, in der man es betritt.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich als Hostess with the mostest aus?

Wenn wir volles Haus mit beispielsweise Yogaleuten haben, stehe ich um sieben Uhr auf und backe frisches Brot, damit dieses pünktlich nach der Yogastunde noch warm auf dem Tisch steht. Während die Yogis dann den Morgenunterricht haben, gehe ich mit den Hunden raus und/oder mache meine morgendliche Joggingrunde, dusche und stelle mich dann zurück an den Herd, um das Frühstück fertigzustellen. Zusätzlich zu dem selbstgebackenen Brot gibt es auch immer verschiedene Frühstücksbreie und selbstgemachte Aufstriche, aber natürlich auch Marmelade und Nutella. Zudem haben wir, was ich extrem niedlich finde, jeden Tag ausser dienstags und sonntags einen morgendlichen Brötchenservice aus dem 3 km entfernten Nachbardorf, der uns frisch gebackene Baguettes in einem Beutel an das Tor hängt, die wir dann nur noch ins Haus und an den Frühstückstisch holen müssen.

Alexandra's liebevoll zubereitetes Frühstück

Alexandra’s liebevoll zubereitetes Frühstück

Dann frühstücken wir alle zusammen. Anschließend heisst es für die Teilnehmer entspannen, für uns heißt es abräumen, abwaschen sowie Snacks für das Mittagessen vorbereiten und auf den Tisch stellen. Wir sorgen also dafür, dass niemand zu keiner Zeit hungrig sein muss – ausserdem muss ich auch immer gucken, dass genug Tee und Wasser da sind.

Für das Nachmittagsprogramm helfen wir dann beispielsweise, Schnuppersurfkurse mit befreundeten Surfschulen bei uns in der Nähe zu organisieren oder fahren selber an den Strand. Da ich aber auch Massagen bei uns anbiete, wird oft auch danach gefragt, und dann lege ich noch ein paar Massageeinheiten pro Tag für die Teilnehmer ein. Wir saugen und putzen, füllen Klopapier auf, sind Ansprechpartner zu Wanderwegen, Surfmöglichkeiten, Shoppingausflügen und schönen Sightseeinglocations.

Während dann der abendliche Yogakurs stattfindet, stelle ich mich wieder zum Kochen an den Herd, während Damien den Tisch deckt und alles vorbereitet. Ins Bett fallen tun wir so gegen halb elf.

Der Yogaraum im Jolly Chateau

Der Yogaraum

 

Es sind also immer sehr vollgepackte Tage, die aber sehr großen Spaß machen, vor allem, wenn man so viel positives Feedback von den Teilnehmern bekommt. Damit wir allerdings eine gute Balance für uns selber haben, versuchen wir, nicht mehr als zwei Kurse oder Seminare im Monat abzuhalten, denn man braucht zwischendurch auch Zeit zum Auftanken. Außerdem möchten wir auch selbst Zeit finden, um das Haus und uns selbst genießen zu können – schliesslich sind wir ja auch ein Stückweit deshalb hergekommen. Und unser Ziel ist es eben nicht, reich zu werden. Wir möchten etwas schaffen, was uns Spaß macht und uns ermöglicht, hier sein zu dürfen – aber ohne dass dabei die Motivation verlorengeht.

Deine 5 größten Learnings in diesem Prozess?

Der Prozess erstreckt sich ja schon über meine gesamte Selbstständigkeit seit 2004. Ich habe gelernt, dass die Dinge immer zu einem kommen – wenn man nur genau hinhört und aufmerksam ist. Ich glaube an Karma und Schicksal und daran, dass nichts zufällig passiert, und habe gelernt, über die Jahre immer wieder meinem Bauchgefühl zu vertrauen. Meinen Laden in Hamburg habe ich beispielsweise nicht durch Suchen gefunden, sondern dadurch, dass ich einfach im Schanzenviertel spazierengegangen bin und im Fenster plötzlich dieses Schild „zu vermieten“ gesehen habe. Eigentlich wollte ich nicht einmal einen Laden eröffnen, weil ich zu dieser Zeit als freiberufliche Masseurin gut ausgelastet und zufrieden war.

Mein Bauchgefühl war aber so gut, dass ich angerufen, meinen Bausparvertrag auf den Kopf gehauen und ohne Businessplan den Mietvertrag unterschrieben habe. Das war irgendwie im Nachhinein gesehen total wahnsinnig – aber es hat sich gelohnt. Genau so ein Gefühl hatte ich beim Jolly Château, und ich hoffe, dass es mich auch dieses Mal nicht im Stich lässt.

Alexandra und ihr Mann Damien - die beiden heiraten Ende November!

Alexandra und ihr Mann Damien – die beiden heiraten Ende November!

Ferner habe ich gelernt, gelassener zu sein. Wenn alles toll ist und Du Deine Arbeit gut und mit Liebe machst, dann gibt es keinen Grund, nicht an den Erfolg zu glauben. Ich habe auch ganz viel Angst und Tränen und Zittern in meiner Selbstständigkeit und gerade in den Anfängen der Eröffnung meines Ladens gehabt – aber ich hab trotz allem immer daran geglaubt. Und das hat mich stark gemacht.

Eins meiner größten Learnings war auf jeden Fall auch, dass ich problemlos 14 Leute an sieben Tagen die Woche morgens und abends bekochen kann – und es den Leuten auch noch schmeckt. Davor hatte ich tatsächlich richtig Respekt, weil ich so etwas vorher noch nie gemacht habe und keine klassische Kochausbildung in dem Sinne habe. Mir wurde nur desöfteren gesagt, dass ich sehr gut kochen kann, und darauf habe ich einfach vertraut.

Und: lieber weniger Geld, aber dafür den Luxus haben, so oft wie möglich auf das Meer gucken oder Zeit mit sich und seinen Liebsten genießen zu können. Sich eine gute Work-Life-Balance schaffen ist extrem wichtig. Bei schön & wohl haben wir beispielsweise den geöffneten Samstag abgeschafft und dafür unsere Öffnungszeiten unter der Woche erweitert, weil es uns auf Dauer unsere Wochenenden immer komplett zerschossen hat. Dafür verzichten wir zwar auf Geld, aber haben mehr Zeit für uns und sind so auch energiereicher für unsere Kunden, die wir unter der Woche haben.

Dein ultimatives Arbeitsmantra?  „Lebe. Liebe. Lache. Vertraue. Und trinke guten Rotwein.“

Danke, liebe Alexandra!


Und hier noch mal die Eckdaten vom Château:

  • 450 qm Wohnfläche
  • 6000 qm Grundstück
  • Wunderschöner Garten mit Ruheplätzen
  • 10 Zimmer
  • große Küche mit langer Tafel
  • großes Wohn- und Gemeinschaftszimmer
  • Bibliothek/Fernsehzimmer
  • ca. 150 qm Terrasse zum Garten
  • 3 Doppelzimmer, 2 Dreibettzimmer
  • 5 Bäder
  • Zentralheizung
  • Tischtennisplatte und Boule-Möglichkeit
  • kostenloses WLAN

Umgebung: Das Jolly Château liegt inmitten von Feldern und Natur in der touristisch noch unerschlossenen Vendée zwischen Bordeaux und der Bretagne, nur 15 Autominuten vom Atlantik entfernt. Hier fängt die französische Küste an, weniger rau zu werden, und weite Sandstrände hinter Pinienwäldern säumen die Küstenlinien. Das Klima ist sehr angenehm: die Winter sind mild, die Sommer warm.

Und wenn du Lust hast, dann schau doch gleich mal virtuell bei Alexandra & Damien vorbei, die beiden freuen sich riesig auf deinen Besuch!

bonjour@jollychateau.com
www.jollychateau.com
www.facebook.com/jollychateau


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Christina ist Mama, Yogini und Full-Time-Bloggerin. Sie praktiziert Yoga seit vielen Jahren mit großer Freude und findet, dass Spiritualität eine sehr persönliche Angelegenheit ist: Jeder lebt sie ein bisschen anders! Nebenbei designt Christina liebevolle yogische Geschenksets sowie spirituellen Schmuck, den du in ihrem HAPPY MIND SHOP kaufen kannst. Privat mag Christina das Übliche: Zeit mit ihrer Tochter und ihrem Mann verbringen, gutes Essen, Filme, Musik, Reisen und einen netten Umgang miteinander. Schreib eine Mail an Christina. Oder sag hallo auf Google+


'Follow your dream: Wie du ein Yoga Retreat Center eröffnest' have 2 comments

  1. 27. November 2016 @ 9:47 Christina Waschkies

    :D Danke honey. Die Welt kann einfach noch mehr Retreat Center, Life Coaches und Yogalehrer gebrauchen. Aquarian Age und so :D Küsse!

  2. 26. November 2016 @ 9:47 Rebecca Randak

    Very nice. <3. Und deine Einleitung. Ich brech ab. Ich träume auch gerade so ähnliche Träume. Vielleicht ist es am Ende doch so: Die einen werden LIfe Coach und die anderen eröffnen Yoga/Retreat Center. Ich liebe diesen crazy Haufen.


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