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Worauf du bei grüner Kosmetik achten solltest

Es ist inzwischen bekannt, dass konventionelle Hautpflegeprodukte, Kosmetika und Toilettenartikel Stoffe enthalten können, die synthetisch hergestellt oder chemisch bearbeitet wurden. Überraschen sollte aber, dass dies auch bei als „Naturkosmetik“ ausgeschriebenen Produkten der Fall sein kann. Dies liegt unter anderem daran, dass es weder eine offiziell verbindliche Definition noch genaue Anforderungen an sogenannte „Naturkosmetik“ gibt. Anders als bei Lebensmitteln, sind die Begriffe „bio / biologisch“ bzw. „öko / ökologisch“ in der EU keine geschützten Begriffe. Dasselbe gilt für „organisch / organic“. 

Als Verbraucher versteht man unter Naturkosmetik im Allgemeinen meistens eine besonders sanfte, hautverträgliche Pflege mit unbehandelten Stoffen aus der Pflanzenwelt, deren Rohstoffe umwelt- und ressourcenschonend gewonnen und hergestellt werden (vgl. Quelle 1). Ganz sicher, ob ausschließlich Biorohstoffe in Produkten enthalten sind, kann man nur sein, wenn man das Kleingedruckte (INCI) auf der Verpackung liest und versteht. Das ist oft zeitintensiv, verwirrend und man scheint Diplom-Chemiker sein zu müssen, um eine bewusste Kaufentscheidung treffen zu können.

Aus diesem Grund möchte ich an dieser Stelle ein paar Zeilen über Inhaltsstoffe schreiben, die meiner Meinung nach in Natur- und konventionellen Kosmetikprodukten fehlplatziert sind, und die man der Gesundheit und / oder der Umwelt zu liebe besser meiden sollte.

Diese Inhaltsstoffe sind schädlich

1) SYNTHETISCHE KONSERVIERUNGSMITTEL 

    verlängern die Haltbarkeit von Pflegeprodukten.

a) Parabene verfügen über eine antimikrobielle und fungizide Wirkung und werden daher gerne in der pharmazeutischen Industrie, in Kosmetika und in bestimmten Lebensmitteln eingesetzt. Es sind die am häufigsten verbreiteten Konservierungsmittel. Sie können in die Blutbahn gelangen und das Hormonsystem beeinflussen. Hormonell wirksame Parabene in Kosmetikprodukten sind z.B. Methylparaben, Propylparaben, Ethylparaben, Butylparaben (vgl. Quelle 2). 

b) Formaldehydabspalter (z.B. Quaternium 15, Imidazolidinyl urea, DMD hydantoin) werden ebenfalls in vielen Kosmetika als Konservierungsmittel eingesetzt. Formaldehydabspalter sind chemische Verbindungen, die mikrobizid wirksames Formaldehyd freisetzen, jedoch weniger flüchtig und geruchsintensiv sind. Sie haben hohes Allergiepotential und sind in höheren Konzentrationen erbgutschädigend (vgl. Quelle 3).

2) MIKROPLASTIK 

(z.B. Acrylate Copolymere, Acrylate Crosspolymere) ist die Bezeichnung für kleinste Kunststoffteilchen. Diese können so klein sein (sogar im Nano-Bereich), dass sie für das Auge unsichtbar sind. Mikroplastik wird in der Kosmetik als Schleifmedium in Peelings eingesetzt, ebenso als Emulgator und Filmbildner.

Auch Gele können nicht spürbares Mikroplastik enthalten. Es ist vor allem für die Umwelt schädlich, da Kläranlagen es zum größten Teil nicht filtern können und es dadurch ins Abwasser und somit in Flüsse und Ozeane gelangt. Auf der einen Seite können sich bestimmte Schadstoffe an der Oberfläche anheften, auf der anderen Seite können sich im Wasser giftige Zusatzstoffe lösen, die bei der Herstellung beigesetzt wurden (z.B. Stabilisatoren & Weichmacher).

Nicht zuletzt können diese feinsten Plastikteile dann auch wieder über die Nahrungskette auf unseren Tellern landen.

3) SILIKONÖLE 

In der INCI von dekorativer Naturkosmetik findet man häufig sogenannte Dimethicone. „Dimethicone“ ist die Bezeichnung für Basis-Silikonöle.

Sie haben keinen natürlichen Ursprung, d.h. sie sind synthetisch hergestellt. Sie werden in der Kosmetikindustrie gerne verwendet, weil sie günstig sind, kaum Allergien auslösen, eine lange Haltbarkeit besitzen und einfach chemisch herzustellen sind. Auf den ersten Blick wirken sie wie ein Weichzeichner, sie glätten optisch und die Haut fühlt sich geschmeidig an.

Es sind derzeit zwar keine gesundheitlichen Folgeschäden bekannt, aber eine Studie aus 2007 kommt zu der Schlussfolgerung, dass Dimethicone in der Umwelt nur sehr langsam abbaubar sind und ein durch sie entstehender Ölfilm das dortige Ökosystem beeinträchtigen kann.

Dimethicone haben eine imprägnierende Wirkung. Auch wenn sich die verschiedenen Experten bezüglich der Auswirkungen auf die Haut nicht ganz einig zu sein scheinen, können Dimethicone meiner Erfahrung nach zu vermehrter Bildung von Unreinheiten führen, da der Talg nicht mehr gut abfließen kann. 

4) PARAFFINE 

(z.B. Paraffinum liquidum, Propylen Glycol, Petrolatum) sind Mineralölderivate, Abfallprodukte aus der Erdölproduktion. Sie sind günstig und verderben nicht.

Paraffine bilden auf der Haut eine wasserundurchlässige Schicht und stören dadurch die Barrierefunktion der (Horn-)Haut. Sie legen sich, ähnlich einer „Frischhaltefolie“, über die Haut und verschließen so die Poren.

Dadurch kann produzierter Talg nicht abfließen, was ebenfalls zu verstopften Poren und somit zu Unreinheiten / Mitesserbildung führen kann (vgl. Quelle 5).

5) CHEMISCHE DUFT-, FARB- & KONSERVIERUNGSMITTEL

Es handelt sich hierbei um körperfremde Substanzen, die Produkten nur zugeführt werden, um sie besonders schön duften zu lassen, deren Farbe oder Konsistenz zu beeinflussen, oder um sie besonders lange haltbar zu machen. Leider führen sie häufig zu Hautirritationen und zählen somit zu den häufigsten Allergieauslösern in Pflegeprodukten. Allgemein gilt, je hautidentischer, und damit „natürlicher“, Inhaltsstoffe sind, desto verträglicher sind sie für uns. 

Das sind Gründe, die mich unter anderem dazu veranlassen ausschließlich mit Naturkosmetik zu arbeiten, die auf chemisch verarbeitete oder synthetisch hergestellte Inhaltsstoffe verzichten.

Da bei vielen dieser Inhaltsstoffe Langzeitstudien zu ihren Wirkweisen in unserem Körper oder ihren Auswirkungen auf Natur und Umwelt fehlen, rate ich im Rahmen meiner Kundenberatung und bei Produktempfehlungen grundsätzlich von solchen Produkten ab.

Meiner Meinung nach gibt es mittlerweile für fast alles, pflanzliche Alternativen. Genauso wichtig ist mir die Zusammenarbeit mit Firmen, die keine Tierversuche durchführen.

In diesem Sinne: Be green but always be glamorous. 

Über die Autorin

Maria arbeitet als Kosmetikerin, Physiotherapeutin und Wellnesstrainerin.
Vor 6 Jahren hat sie im Herzen von Hamburg-Blankenese ihr kleines, organisches Kosmetikstudio OVIESCHÖN gegründet.

Sie arbeitet ausschließlich mit exklusiver, luxuriöser Naturkosmetik wie z.B. The Organic Pharmacy, für die sie 4 Jahre als Schulungsleiterin tätig war, mit UND GRETEL und ganz aktuell mit The Glow. Sie hat sich auf Gesichtsbehandlungen spezialisiert, die durch ihren therapeutischen Hintergrund weit über die klassische Kosmetikbehandlung hinausgehen und bietet Akupressurmassage, Gua-Sha Massage, Edelsteinmassage und manuelle Lymphdrainage an.

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Foto: Katerine Hanlon via Unsplash.com.

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'Worauf du bei grüner Kosmetik achten solltest' has 1 comment

  1. Avatar

    12. August 2019 @ 9:47 Karen

    Schöner Artikel! Ein wirklich wichtiges Thema. Dazu habe ich auch erst vor Kurzem einen Blog Post verfasst und ebenfalls eine Empfehlung für Hamburg gemacht 😉 Es ist wirklich erschreckend was für Chemie in den meisten Kosmetikartikeln steckt. Danke für diesen Post! Liebe Grüße Karen aka Yogilation 😊


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