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Happy Healthy Monday: 5 Anatomische Facts, die jeder Yogi wissen sollte

Spätestens seit William J. Broads Buch „The Science of Yoga: Was es verspricht- und was es kann” wird Yoga auch im Kontext von potentiellen Verletzungen und Gesundheitsrisiken immer wieder beleuchtet. Manchmal hetzerisch, manchmal zu Recht.

Mein Yoga-Lehrer sagte einmal in einem Workshop:
„ Es sind nicht die Yoga-Asanas, die schädigen können, es ist unser Umgang mit ihnen“ – Wie wahr!

Einerseits können viele Menschen ihre eigenen Grenzen schlecht einschätzen und überschreiten diese entweder unbewusst oder auf Grund eines falschen Leistungsmotivs und Ehrgeiz. Auf der anderen Seite ist die Bezeichnung „Yoga-Lehrer“ leider immer noch kein geschützter Begriff und Ausbildungsstandards können extrem variieren.

Diese Kombination kann schwerwiegen und zu körperlichen Verletzungen und Überstrapazierung führen. Obwohl immer im Vergleich zu anderen Sportarten noch verhältnismäßig selten, nehmen Verletzungen am Bewegungsapparat auf Grund der körperlichen Yoga-Übungen zu. Vor einigen Wochen hatten wir beispielsweise eine Yoga-Lehrerin in klinischer Behandlung, die auf Grund strengen Übens von extremen Rückbeugen einen fiesen Bandscheibenvorfall erlitten hatte.

Daher ist es als Yoga-Lehrer wichtig seine Schüler (und letztendlich sich selbst) vor unangenehmen Folgen zu schützen! Dafür ist natürlich viel Erfahrung, ein gutes Gespür für den Körper und fundiertes anatomisches Wissen notwendig.

Aus meinem eigenen Studium weiß ich, dass Anatomie meist eine ganz schön trockene Angelegenheit ist. Auch in meinem Teacher Training wurde dieser Teil von den meisten Teilnehmern lieber gemieden: zu komplex, unübersichtlich und sooooo viele neue Infos und Fremdwörter!

Klar, es mag spannendere Themen geben. Aber so ein paar funktionell-anatomische Fakts sind enorm wichtig!
Die meisten Verletzungen entstehen an der Wirbelsäule und den Knien, daher hier ein paar funktionell-anatomische Facts für eine gesunde Yogapraxis:

 

Halswirbelsäule & Umkehrhaltungen

Der obere Teil unserer Wirbelsäule ist einfach nicht dafür gemacht große Lasten zu tragen -unser Schädel und Hirn sind schon genug! Die Halswirbelsäule ist für Flexibilität zuständig, so dass wir in alle möglichen Richtungen schauen können. Dies bedeutet, dass Umkehrhaltungen, die das komplette Körpergewicht auf die kleinen Gelenke der Halswirbelsäule drücken, dort Schäden an Bandscheiben und Knochen auslösen können. Daher ist im Schulterstand eine Unterpolsterung des Schultergürtels eine wichtige Sache, da sich das Körpergewicht auf eine breitere Fläche verteilt und die Wirbel entlastet werden. Ein ähnliches Prinzip gilt für den Kopfstand. Auch hier sollte ein Großteil des Gewichtes durch die Unterarme und aktive Schultergürtelmuskulatur abgefangen werden. So dient der Kopf zwar als große Auflagefläche, muss aber nicht das ganze Körpergewicht abfangen. Checkt also ab, ob die Königsposition muskulär auch gehalten halten werden kann oder erst eine Schulterkräftigung erfolgen sollte.

 

Lendenwirbelsäule & Rückbeugen

Die Lendenwirbelsäule ist der Abschnitt, der auf Grund der statischen Belastung sehr verschleiß- und verletzungsanfällig ist. Hier sind Bandscheibenvorfälle am häufigsten lokalisiert. Eine chronische Fehlhaltung, v.a. das weit verbreitete Hohlkreuz, verstärkt eine ungünstige Kraftübertragung auf die Bandscheiben und die Wirbel. So können Rückenschmerzen und auch die Entstehung von Bandscheibenvorfällen begünstigt werden. In vielen Asanas, v.a. Rückbeugen und stehende Haltungen (beispielsweise Krieger-Variationen) kann sich bei der ungenauen Ausführung das Hohlkreuz verstärken! So hängt man quasi passiv in der Haltung anstatt sie durch muskuläre Gegenspieler aktiv zu halten. Die Yoga Übungen schaden so mehr, als dass sie nutzen! Daher sollte immer darauf geachtet werden, dass das Becken leicht gekippt wird (so dass das Schambein sich nach vorne oben bewegt) und sich dadurch der untere Rücken verlängert. Wenn zudem der Beckenboden (Mula Bandha) aktiviert und der Bauchnabel gen Wirbelsäule gezogen wird (ein bisschen, also ob die Lieblingshose ein klein wenig zu eng sitzt ☺), ist der Rücken optimal geschützt und die Asanas werden zur Wohltat statt zur Qual.

 

Knie & der Lotus-Sitz

Um in den vollen Lotus-Sitz zu gelangen muss man schon sehr gelenkig sein und sich verbretzeln können. Ist der Körper noch nicht gut gedehnt oder die Muskeln im hinteren Oberschenkel-Bereich oder der Lendenwirbelsäule verkürzt (oft erkennbar wenn in einer sitzenden Position mit gekreuzten Beinen die Knie auf einem höheren Level sind als die Hüfte) so kommt man nicht geschmeidig in diese Haltung sondern nur mit viel Druck und Anstrengung. Dieser findet v.a. im Kniegelenk während der Rotationsbewegung statt und die Menisken können dadurch dauerhaft Schaden nehmen. Darum niemals in einer sitzenden Position mit gekreuzten Beinen die Knie nach unten drücken (lassen)! Eine erhöhte Sitzposition wirkt ausgleichend auf die muskulären Dysbalancen und der Druck aufs Knie wird verringert.

 

Schmerz

Das Warnsignal Schmerz wird meist undifferenziert hingenommen. Dabei gibt es aber ganz unterschiedliche Arten von „Schmerz“. Der „gute Schmerz“ zeigt sich als leichtes bis mittleres Ziehen und ist eigentlich ein Signal der Muskelspindeln, dass sich etwas tut, also Bewegung, Dehnung oder Lösung von faszialen Strukturen. Hier kann man ruhig etwas verweilen, tief durchatmen und die Strukturen sich lösen lassen. Der „schlechte Schmerz“ sollte als absolutes Warnsignal verstanden werden. Er zeigt sich meist plötzlich einschießend, stechend und ist ziemlich stark.
Natürlich gibt es noch viel mehr wichtige medizinische Facts, die jeder gute Yoga-Lehrer immer im Kopf hat. Hiermit sind aber ein paar simple Basics abgedeckt, welche die Yoga-Praxis zu wahrer Medizin und Wohltat werden lassen!

I WISH YOU A HAPPY YOGA PRACTICE AND A HAPPY HEALTHY MONDAY!

 

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Wenn es um Gesundheit und Well-Being geht ist Janna vielseitig interessiert. Sie ist Ärztin, unterrichtet Yoga und ist als selbstständige medizinische Ayurveda- und Ernäherungsberaterin in Zürich tätig. Zudem gibt sie regelmäßig in diesen Bereichen Workshops und Fortbildugen in Deutschland sowie der Schweiz. Ihre persönlichen Wellbeing-Inspirationen und Gesundheits-Tips kann man als Health-Letter abonnieren  oder sie auf ihrem Blog In Good Health besuchen. Oder schreib eine Mail an Janna.


'Happy Healthy Monday: 5 Anatomische Facts, die jeder Yogi wissen sollte' has 1 comment

  1. 4. August 2014 @ 9:47 Mirijam

    Liebe Janna,

    vielen Dank für Deinen interessanten Artikel! Ich habe ihn gleich geteilt. :) Mögliche Risiken und Verletzungsgefahren in der Yogapraxis sind ein wichtiges Thema, gleichermaßen für Schüler und Lehrer. Toll, dass Du das mit diesem Artikel so lehrreich zusammen getragen hast und diese 5 Bereiche in den Fokus einer gesunden Yogapraxis gerückt hast. Ich freue mich schon auf den nächsten Artikel.

    Gesunde Grüße
    Mirijam


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