Sind grüne Smoothies wirklich gesund?

Happy Healthy Monday: Wie gesund sind grüne Smoothies?

Willkommen zum Happy Healthy Monday! Jeden zweiten Montag schreibt Happy Mind Autorin Janna über tolle Infos und Inspirationen aus den Bereichen Healthy Living, ganzheitliche medizinische Facts & Yoga und den unterschiedlichen Bereichen, die ein gesundes und glückliches Leben ausmachen. Janna befindet sich im letzten Abschnitt ihres Medizinstudiums, ist Yoga-Lehrerin und im Bereich Health Coaching und Ayurveda tätig.


Wie gesund sind grüne Smoothies aus Sicht der ayurvedischen Medizin wirklich?

 Vor einigen Wochen belegte ich ein Tagesseminar über die Ernährungsgrundlagen der traditionell chinesischen Medizin (TCM). Es war insgesamt sehr spannend und die TCM hat in vielen Bereichen ähnliche Ansätze wie die ayurvedische Ernährlungslehre: typgerechtes Essen, einbeziehen aller Geschmacksrichtung und energetischen Grundlagen sowie nicht zu viel Rohkost.

 Am Ende des Kurses blieb noch Zeit um Fragen zu klären. Schnell lenkte sich die Diskussion darauf wie die TCM Ernährungsberaterin den veganen Trend, Paleo und Smoothies findet.

Spannend, dachte ich und spitzte die Ohren. Doch dann legte die gute Frau los und sprach sich komplett gegen grüne Smoothies aus. Ich war verblüfft, DER Ernährungstrend No. 1 plötzlich doch ungesund? Zu rohköstlich seien sie, zu unnatürlich (so hätte der Mensch seine Nahrung bisher niemals aufgenommen), energetisch zu kalt und meist nicht typgerecht, rundum: absolut nicht empfehlenswert.

 Ich verließ reichlich verwirrt das Seminar. Ich habe bisher bei mir persönlich und bei meinen Klienten in der Ernährungsberatung immer nur positive Effekte des grünen Drinks erlebt und keinerlei Widerspruch in der ayurvedischen Ernährungslehre und Green Smoothies gesehen. Lag ich da falsch?

Grund genug ausführlich zu recherchieren und mit meinem Ayurveda-Arzt und -lehrer zu sprechen. Hier meine persönliche Quintessenz (basierend auf meinen Erfahrungen, Studien, Fachartikeln und Expertenmeinungen):

  • Grüne Smoothies sind vollgepackt mit wichtigen Nährstoffen und Mineralien. Aber können wir diese auch aufnhemen? Ein wichtiger Grundsatz im ayurvedischen Medizinsystem ist die Abklärung, ob der Körper überhaupt in der Lage ist diese Nährstoffe aufzunehmen und zu verstoffwechseln. Einem verstopften Motor nützt das beste Benzin nichts. Das Agni (Verdauungsfeuer) kann zu schwach sein und der Körper wird durch die Ernärhungsdichte und schwer verdaulichen Blattgemüse eher geschwächt als gestärkt. Daher ist es wichtig eine gute Verdauung zu haben um den optimalen Vitalstoff-Nutzen aus den Smoothies zu ziehen.

  • Häufig werden Smoothies zu kalt getrunken, z.B. wenn sie im Kühlschrank gelagert wurden. Zu kalte Nahrungsmittel schwächen das Verdauungsfeuer und die Enzymaktivität wird heruntergefahren. Der Stoffwechsel und somit unser Energielevel werden gebremst.

  • Smoothies sind nicht unbedingt typ- und jahreszeitengerecht. Habt ihr das schon mal erlebt? Nach einem Smoothie-Mix fühlt man sich super, nach einem anderen eher schlapp? Das liegt daran, dass nicht jede Zutaten-Kombi für jeden Typen unbedingt wohltuend ist. Auch die Jahreszeit ist ein wichtiger Punkt. Mich persönlich gelüstet es im Sommer häufiger nach einem erfrischenden Smoothie als im Winter. Da bevorzuge ich manchmal morgens ein warmes Porridge.

Was kann man also tun um Smoothies etwas „Ayurveda-freundlicher“ zu machen?

Diese allgemeinen Tipps helfen:

  • Ingwer, Zimt oder Kurkuma als Verdauungsankurbler in den Smoothie geben

  • Smoothies nicht zu kalt trinken, im Winter sogar mit ein bisschen warmen Wasser zubereiten

  • Keep it simple. Wenige, einfache und saisonale Zutaten

  • etwas Kokosöl hinzugeben um die kühle und rauhe Qualität des grünen Blattgemüse etwas auszugleichen

  • nicht zu viele Früchte verwenden

  • Smoothies während der Pitta-Zeit des Tages trinken, also zwischen 10-14 Uhr. Hier ist unser Stoffwechesl und Agni am aktivsten.

  • Typgerechte die Zutaten auswählen. Vata-Typen profitieren von milden, nährenden und schweren Zutaten, Pitta-Typen benötigen kühlende und süßlich-bittere Komponenten und Kapha-Typen werden durch leichte, stimulierende und trockene Zutaten optimal versorgt.

Fazit:

Für mich stehen Ayurveda und Green Smoothies weiterhin nicht im Gegensastz. Ich halte die Drinks in richtiger Zutaten-Kombination und wenn ich Lust darauf verspüre für ein gesundes und sinniges Ernährungkonzept. Ayurveda ist die Wissenschaft des Lebens und zielt darauf ab die persönliche Balance & Vitalität zu erhalten. Es gibt keine Verbote und strengen Regeln. Und wenn ein Green Smoothie meine Energie pusht ist das in dem Moment eben genau das richtige für mich. Und wenn es zu einem anderen Zeitpunkt ein ayurvedischer, gekochter Brei ist, hat das genauso seine Richtigkeit.

Jede Ernährungsphilosphie verfolgt einen anderen Ansatz, manchmal scheinen sie unglaublich widersprüchlich. Es ist aber eigentlich eine feine Sache, dass es soviele verschiedene Konzepte gibt, denn auch jeder Mensch ist anders und kann sich eben mit der einen oder auch anderen Ernährungsrichtung besser identifizieren. Wichtig ist einfach für sich selbst zu entscheiden was sich gut anfühlt, was dem Körper Kraft und Energie gibt und was gut ins eigene Leben und (Werte)-Vorstellung passt. Egal was gerade Trend ist!

Was sagst du dazu? Sind Green Smoothies ein Gesundheitselixier für dich oder ein aktuell gehypter Saft?I WISH YOU A HAPPY HEALTHY MONDAY!

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Wenn es um Gesundheit und Well-Being geht ist Janna vielseitig interessiert. Sie ist Ärztin, unterrichtet Yoga und ist als selbstständige medizinische Ayurveda- und Ernäherungsberaterin in Zürich tätig. Zudem gibt sie regelmäßig in diesen Bereichen Workshops und Fortbildugen in Deutschland sowie der Schweiz. Ihre persönlichen Wellbeing-Inspirationen und Gesundheits-Tips kann man als Health-Letter abonnieren  oder sie auf ihrem Blog In Good Health besuchen. Oder schreib eine Mail an Janna.


'Happy Healthy Monday: Wie gesund sind grüne Smoothies?' have 14 comments

  1. 9. Februar 2015 @ 11:27 I LOVE SPA

    Ich find’s gut, dass das mal wer thematisiert. Ich als Pitta-Typ kann kalte, ungekochte Sachen ja noch verhältnismäßig gut ab. Aber gerade im Herbst oder Winter fühlt sich ein grüner Smoothie morgens oft falsch an. Nicht auszudenken, was wohl passiert, wenn so ein „richtiger“ Vata-Typ den ganzen Herbst und Winter über jeden Morgen einen kalten, grünen Smoothie trinkt „weil es gesund ist“ ;)

  2. 9. Februar 2015 @ 12:41 Christina

    Ja ich finde es auch super interessant. Hab meinen morgendlichen Smoothie direkt mit etwas heißem Wasser gemixed und fühl mich tatsächlich viel, viel wohler damit :D Grüßle meine Liebe!

  3. 9. Februar 2015 @ 13:07 Nadine

    Als Ergotherapeutin und Yogaauszubildende bin ich immer sehr interessiert an Körper, Geist und Seele und betrachte die Dinge immer gerne neugierig, spirituell, wissenschaftlich, vielseitig, offen.
    Ich lese gerne quer durch die unterschiedlichen Konzepte, insbesondere auch hinsichtlich der Ernährung. Heute bin ich etwas mehr raw, morgen mehr vegan, hier mehr „clean“, dann wieder recht komplex. Insgesamt bin ich an gesunder, mindestens vegetarischer Ernährung interessiert und habe intiutiv wegen den unterschiedlichsten Unverträglichkeiten über lange Zeit (heute kaum noch) ein, wie ich meine, recht feines Gespür entwickelt,wie Essen wirkt.
    Hier lerne ich auch viel über meinen Beruf des Ergotherapeuten. Der Ansatz lautet hier, was heilt ist richtig. Pauschal verträgt eine Entzündung keine Wärme und steife Knochen keine Kälte. Doch wenn der Klient das Gefühl hat, dass das pauschal Gute sich falsch anfühlt, das vermeintlich Falsche aber Gut, dann ist es auch richtig für ihn und so kann bei leichten Entzündungen tatsächlich manchmal, die Wärme funktionieren. So halte ich es auch mit dem Essen. Generell bin ich auch der Porridge-Typ im Winter und Smoothies schmecken mir nur in wärmeren Zeiten, es sei denn ich zaubere hier eine „Warm-Süppchen-Variante“.;-)
    Ich denke, DAS richtige Konzept oder Lebensmittel gibt es nicht. Das muss jeder für sich herausfinden.

  4. 9. Februar 2015 @ 13:36 Elena

    Vielen Dank für die coolen Tipps, wie man den Smoothie „Ayurveda-freundlicher“ machen kann. Das mit dem warmen Wasser & Ingwer wird auch gleich morgen ausprobiert :)

  5. 9. Februar 2015 @ 16:54 Hendrik

    Finde ich super, dass du dich bemühst, eine harmonische Verbindung zwischen verschiedenen Ernährungsweisen zu schaffen.

    Meine Erfahrung nach vielen erlebten „Ernährungs-Trends“ ist die, dass ich eigentlich erst wieder lernen musste, auf meinen Körper zu hören. Und der sagt mir inzwischen wieder recht deutlich, dass er Smoothies direkt aus dem Kühlschrank nicht mag.

    Über die Frage, ob warm oder kalt die natürlichere Ernährungsform wäre, haben wir im Freundeskreis kürzlich auch wieder diskutiert.
    Klares Ergebnis: Es kommt drauf an :-)

  6. 9. Februar 2015 @ 21:27 Janna

    Vielen Dank für die wichtigen und wertvolle Kommentare. Ihr habt Recht, was und wie wir essen muss sich gut und richtig anfühlen. Das ist heute der Smoothie, morgen das Porridge und übermorgen vielleicht ein Nutellabrötchen (aber eher für die Seele :))
    Für jeden persönlich muss es stimmen und sonst für niemanden! Doch dieses feinsinnige Gefühl muss häufig erst wieder gelernt und trainiert werden. Das ist dann wirklich mal gesund :)

    Liebe Grüße,
    Janna

  7. 15. März 2015 @ 12:11 Clean eating: Wenn gesunde Ernährung ungesund wird

    […] hatte ich es buchstäblich satt! Nun ist also auch das Trinken von lauwarmem Zitronenwasser oder grünen Smoothies mit Grünkohl nicht gut für unseren […]

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  10. 26. Mai 2015 @ 07:25 Wie der Ayurveda Lifestyle mein Leben veränderte | Happy Mind Magazine

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  11. 5. Januar 2016 @ 17:15 Marc

    Guter Artikel. Doch das nit dem Kokosöl ist ziemlich kontraproduktiv. Das Fett behindert die Aufnahme von Chlorophyll reicht massiv. Und das ist letztendlich der Stiff, um den es in erster Linie geht.

  12. 5. Januar 2016 @ 17:33 Christina

    Das wusste ich auch noch nicht, danke!

  13. 9. Januar 2016 @ 19:53 Elke Sellinschegg

    Die Medaille hat immer zwei Seiten. Meine Mayr-Aerztin spricht sich gegen Smoothies aus, weil bei der Nahrungsaufnahme nicht gekaut wird, d.h. die Nahrung nicht eingespeichelt wird. Diese Einspeichelung ist aber wichtig für die Aufarbeitung der Nahrung im Magen. Ich persönlich würde nicht täglich Smoothies zu mir nehmen. Alles, was man routinemaessig macht, ist nicht optimal. Die Abwechslung und Variation der Lebensmittel und deren Zubereitung ist, meiner Meinung nach, die beste Lösung.

  14. 11. Januar 2016 @ 13:12 Christina Waschkies

    Sehr schön gesagt, liebe Elke. Das ist ja auch das Konzept von Ayurveda, nach dessen Ernährung ich mich immer am Besten gefühlt habe. Viele liebe Grüße, Christina


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