Yoga mit Kind: Happy Mama, happy Baby

Yoga mit Kind: Happy Mama, happy Baby

Einatmen. Ausatmen. „Ommmmmm…“ Damit beginne ich meine erheblich geschrumpfte Yogaroutine.
„Mamammamammammm.“ Antwortet meine Tochter fröhlich.

Yoga mit Baby

Mehr turnen als meditieren. Zehn Minuten jeden Tag, mehr ist nicht drin. Aber die haben es seit Neustem in sich: In meine Sonnengrüße baue ich Liegestütze ein, wenn ich in der Bretthaltung bin. Die Rückenliegestütze, die ich beim Boxen (in meinem früheren Leben als harter Hund) für die Unterrückenkräftigung gemacht habe, sind nach der Kobra eingebaut. Sie machen mich stark. Und das ist der Trick, wenn dein Baby zehn Kilo wiegt, du im dritten Stock wohnst und versuchst Zero Waste zu praktizieren. (siehe: Bea Johnson’s Bestseller und Inspirationsquelle Zero Waste Home: The Ultimate Guide to Simplifying Your Life)

Das Zero Waste Leben geht nämlich mit Rückenschmerzen einher. Alles in Glasflaschen und Einweckgläsern zu transportieren ist zwar schick und öko, aber echt anstrengend. Genau wie riesige Stillbrüste.

So richtig glücklich bin ich mit dem Poweryoga aber nicht

Eigentlich war Yoga für mich immer ein Mittel, um im Moment zu sein und mich zu erden. Nicht um mich selbst zu perfektionieren. Seit neun Monaten bin ich unkonzentrierter als eine Dreijährige, der jemand Cola gegeben hat. Meine Aufmerksamkeit wandert immer wieder zum Baby.  Irgendwo sind sie, die perfekt fitten Mütter, deren Wohnungen blitzen und die mich auslachen, weil ich noch nicht mal so ein bisschen Yoga schaffe. In meiner Vorstellung glitzern ihre weißen Zähne.

Das sind wohl keine Happy Mind Gedanken

Ich bin nicht perfekt. Meine Wäsche türmt sich höher als der Scheiterhaufen meiner guten Vorsätze, ich gäbe meine linke Hand für eine Geschirrspülmaschine und meine Haare sind ungekämmt. Aber ich bin eine gute Mutter, wenn ich meinem Kind ein Beispiel dafür gebe, wie man lieb zu sich ist. Und dazu gehört, mir die Zeit zu nehmen, nicht immer für sie da zu sein. Happy Mama, happy Baby.

Mein Baby hört auf, Mamamamamama zu brabbeln und spielt mit einem Fussel. (Wo kommt der schon wieder her? Ich hab doch gerade gestaubsaugt!) Ich widerstehe dem Impuls, hinzugehen und sie daran zu hindern, ihn zu essen. Sie hebt die Fluse so weit in die Luft, wie sie es mit ihren kurzen Armen schafft. Sie ruft „Daa!“ und steckt ihn mit einer triumphierenden Geste in den Mund. Vielleicht ist es auch Erde. Oder so. Ommmm. Ommm. Ommm. Ich versuche, mich auf meine Atmung zu konzentrieren.

Noch ein triumphierendes DA!

Und sie hält etwas kleines Rotes in der Hand. Es ist eine getrocknete Chilischote und jetzt ist der Punkt gekommen, an dem ich mich doch wieder aus dem Lotus löse und sie ihr wegnehme.
Allerdings kaut sie immer noch auf etwas rum.

„Was hast du da im Mund? Mach mal Bäääääh. Bäh!“ Ich strecke die Zunge raus. Nicht unyogisch eigentlich. Da gibt’s doch so ne Gesichtsmuskelübung…

Ich gehe in den Hund der nach unten schaut

Das Töchterchen krabbelt zu mir und sabbert mir auf die Nase. Ich gebe auf und spiele ein bisschen Verstecken mit ihr. Danach wird gekuschelt, ich trinke einen Smoothie, von dem sie auch etwas abkriegt. Dann lasse ich fünfe gerade sein und wickle sie in eine Wegwerfwindel. Und das fühlt sich wirklich ziemlich gut an. Wenn mein Mann von der Arbeit zurück ist, dann kann ich ja noch ein bisschen Yoga machen. Oder wir gucken Netflix und chillen. Mal sehen. Immer soll man den inneren Schweinehund überwinden. Kann man den nicht auch mal streicheln und füttern? Na zur Zeit geht’s wohl mehr ums Gassigehen.

Rezept für einen Wohlfühlsmoothie:

  • Eine Banane
  • Eine halbe Avocado
  • Hafer oder Mandelmilch
  • Kardamom, eine Prise
  • Zimt, eine Prise
  • Eis
  • Alles zusammen in den Mixer und einige Minuten durchquirlen lassen

Meine babyfreundliche Yogaroutine:

  • Erweiterter Sonnengruß
  • Krieger
  • Auf Zehenspitzen stehen
  • Baum
  • Lotus
  • Schulterstand
  • Katze

*Selfcare-Idee: Kind mit Banane matschen lassen.  Body wechseln muss ich ja eh dauernd.
*Für die Rückenliegestütze einfach auf den Bauch legen, Fäuste an die Ohren und Oberkörper in Richtung Füße ziehen

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Li-Ming Richter studiert Szenische Künste in Hildehsheim und ist gerade Hauptberuflich Mama. Sie bloggt auf smugasfuck.comüber ihr Leben mit Baby, Hipstern und Müllvermeidung. Sie experimentiert gerne in der Küche mit lokalen unverpackt-Lebensmitteln. Yoga macht sie schon seit sie elf ist. Außerdem schreibt sie an ihrem Satireroman "Der Yogalehrer".


'Yoga mit Kind: Happy Mama, happy Baby' have 2 comments

  1. 24. März 2016 @ 9:47 Ann-Kathrin

    Grandioser Artikel – so läuft es bei uns auch :-) Ich warte darauf, dass unsere Tochter so alt ist, dass sie die Yogaübungen einfach selbst ausprobiert und dementsprechend beschäftigt ist während ich versuche Yoga zu machen. Momentan übt sie sich aber eher am „an Mamis Bein festklammern“ und „wenn Mami nicht guckt die ganze Bude auseinander nehmen“ :-)
    Liebe Grüße

  2. 16. März 2016 @ 9:47 Sherani

    Super Artikel!!


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