Yoga tut gut, das ist klar. Aber was genau macht es eigentlich mit uns?
Healthy Yogi - wieso macht Yoga eigentlich gesünder und fitter?

Healthy Yogi – wieso macht Yoga eigentlich gesünder und fitter?

Yoga boomt! Ich kann es sehen: Überall gibt es neue Labels und Bücher, Lehrer und Festivals. Yogastudios machen auf und fast jeder hat eine Matte Zuhause. Naja, vielleicht übertreibe ich etwas, aber der Trend ist schon lange kein Trend mehr, sondern eher gibt es eine ganze Yoga-Bewegung. Übrigens etwas, was wir dringend brauchen. Unsere Gesellschaft und unser Leben macht es uns nämlich gar nicht so leicht. Wir brauchen eine Menge healthy Yogis, die die Welt mit lauter positiven Vibes, glücklich und fit bevölkern und andere damit anstecken, oder?

Der Wahnsinn, der uns manchmal umgibt

Ich sag euch auch warum: Es gibt Tage, da laufe ich durch den Wald, atme die frische Luft ein und lass es mir gut gehen. Ich fühl mich rundum wohl und bin entspannt und geschmeidig. Allerdings gibt es auch ganz andere Tage und das nicht nur bei mir. Bei den meisten, die ich treffe, sind nämlich die Waldspaziergang- ich-tu-mir-was-Gutes- Momente nur kleine Ausschnitte in einem etwas anderen Leben. Viel zu oft ist es doch so: Wir hetzen herum, jagen den Terminen und To-Do-Listen hinterher und die Welt scheint etwas anstrengend. Wir sollen in Job, Uni oder Schule gute Leistungen bringen, nie krank sein und dabei, wenn möglich, auch noch top aussehen. Voller verrückter Ansprüche versuchen wir, unser Bestes zu geben und dabei glücklich und gesund zu bleiben. Hui! Gar nicht so einfach. Dazu kommen Tagesabläufe, die unserer Gesundheit nicht gut tun. Unser Atem wird flach und Stresshormone torpedieren Geist und Körper. Wenn wir dann noch zu wenig Zeit für gesunde Ernährung oder ausreichend Pausen haben, merken wir richtig, wie unser Energielevel sinkt.

Was Yoga mit uns macht

Ich glaube Yoga boomt, weil es genau hier hilft. Eine schöne Yogastunde sichert einen gewissen Grad an Erholung und setzt einen schicken Gegenpol zur Hektik. Wir werden kräftiger und unsere Muskeln durch die Dehnung länger und geschmeidiger. Aber nicht nur das. Die Wirkung, die regelmäßiges Üben auf uns und unseren Körper hat, ist der Wahnsinn! Ich hab daher gedacht, ich motiviere euch mal täglich auf eure Matte zu steigen, so dass ihr euren verrückten Alltag viel besser verdauen könnt. Was übrigens hieran liegt:

In unserem Gehirn passiert einiges und zwar jeden Tag

Die moderne Neurowissenschaft belegt, dass die Denkfabrik in unserem Kopf ständig im Umbau ist. Wir haben eine unfassbare Menge an Verschaltungen da oben, die uns durch den Tag und unser Leben leiten. Irre ist, dass ungefähr 80 % unserer Handlungen automatisch passieren, anstelle von durchdacht und geplant. Wir sind ein bisschen wie ein Roboter, den wir selbst unbewusst steuern. Die bildgebenden Verfahren beweisen das deutlich: Unser Verstand beginnt oft erst zu arbeiten, wenn die Handlung schon im vollen Gange ist.

Gesunde Routinen schaffen

Genau hier setzt die Wirkung einer täglichen Yogapraxis an. Da unser Gehirn sich ständig umbaut, bauen wir mit einer Praxis aus Achtsamkeit, Pranayama, Meditation und Asana neue Verschaltungen und wohltuende Netzwerke in unserem Kopf auf. Wir sorgen für unsere eigenen Widerstandfähigkeit, denn durch das Üben entstehen Routinen, die uns auch im Alltag helfen. Heißt zum Beispiel: Atme ich beim Vinyasa Yoga tief ein und aus, obwohl ich mich körperlich anstrenge, dann wird mein Gehirn sich diese Routine nach einigen Wochen merken und bei dem nächsten Sprint zum Bus oder beim Heben der nächsten schweren Kiste mich weiter tief atmen lassen. Und das auch noch ganz automatisch – cool, oder? Das gleiche Prinzip funktioniert auch mit einer täglichen Meditation. Wenn wir jeden Tag üben, unsere Gedanken wieder ziehen zu lassen und fokussiert zu bleiben, trainieren wir einen so wichtigen Muskel! Meditation ist ein mentales Training, dass uns im nächsten hektischen Alltag alle unsere Gedanken wahrnehmen lässt – so dass wir sie dann befreit ziehen lassen können.

Vagusnerv-Alarm

Neben dem Aufbau neuer Routinen hat die Yogapraxis noch eine ganz pragmatische, körperliche Folge auf eine wichtige Verbindungsstelle. Der Vagusnerv ist ein sehr bedeutender Nerv für unsere körperlichen Gesundheit, da er die Signale unseres Gehirns in Windeseile an unser Herz-Kreislaufsystem, an Magen und Darm und vieles mehr weitergibt. Mittlerweile haben mehrere Studien bewiesen, dass Yogatraining den Tonus genau dieses Nervens deutlich verbessert. Was bedeutet: Wir sind weniger anfällig, unsere Organe entspannter und unser Körper erhält Signale, die ihn nicht so stressen. Ich finde man merkt das auch. Nach der Yogastunde fühlt man sich überall so gut durchblutet, frisch und entspannt – wenn das mal nicht dieser Nerv schuld ist…

Fühlen und Hören

Und noch mehr gesunde Folgen der Yogapraxis! Regelmäßiges Meditieren verstärkt zum Beispiel unsere Fähigkeit, Töne wahrzunehmen. Wir hören feiner und genauer und brauchen uns nicht mehr so anzustrengen. Außerdem sorgt Yoga für eine stark verbesserte Körperwahrnehmung. Mit dem Üben stellt sich eine Feinfühligkeit ein, die gut tut. So merken wir irgendwann nicht nur ob wir tief atmen, sondern können auch Details spüren, wie zum Beispiel, ob sich unser Nacken anspannt oder ob wir ungünstig sitzen oder stehen.

Für mich hatte das Letzte übrigens den größten Effekt auf mein Wohlbefinden und meine Gesundheit. Ich fühle heute deutlich früher, wie es mir geht und kann daraus ableiten, was ich brauche. So kann ich zum Beispiel essen, wenn ich Hunger habe und Pausen machen, wenn mein Körper eine Pause braucht. Wir sind mehr im Einklang seit ich Yoga übe, mein Körper und ich.

 

2 Tipps für deine gesunde Yogapraxis

Wenn du die gesundheitlichen Vorzüge von Yoga richtig spüren willst, dann gibt es zwei Dinge zu beachten:

1. Und täglich grüßt der Yogi

Ok, ich weiß, das hört nicht jeder gern, aber die größten Effekte hat die Yogapraxis, wenn du jeden Tag für mindestens 15 Minuten auf deiner Matte bist und etwas für dich tust. Die Regelmäßigkeit macht die oben beschriebenen Routinen erst möglich. Und auch das tägliche Üben wird zur Routine: Damit wird der Widerstand aus dem Bett zu hüpfen tatsächlich immer kleiner, und das Aufstehen fällt immer leichter.

2. Fokus

Die zweite Sache, die du für optimale Ergebnisse brauchst, ist ein klarer Fokus. Wir alle haben ein Ego, was uns sogar in die Yogapraxis reinquatschen will. Es rät uns, den Handstand weiter zu üben (so cool!) oder noch weiter in die Dehnung zu gehen und vieles mehr. Also Schluss damit. Das Ego wird auf leise gestellt und wir nehmen uns die Zeit, hineinzuhorchen. Fragen wie: „Was brauchst du heute? In diesem Moment?“ und „Was würde jetzt gut tun?“ helfen, eine gesunde Praxis zu etablieren. Tu einfach genau das, was dein Körper dir sagt. Nach und nach kannst du variieren. Freu dich auf das Hineinhorchen und spür die Details. Der Fokus beim Yoga ist Innen. Wunderbar ist das, denn so entwickeln wir diese wohltuende Feinfühligkeit und fangen an, uns anders zu fühlen.

 

Hört sich gut an, oder? Jemand da draußen bereit für ein energiegeladenes, gesundes Gefühl? Dann los und auf die Matte! Jeder Tag, an dem wir das machen, was der Körper will, zählt. Ich bin gespannt: Spürt ihr auch gesundheitliche Veränderungen durch eure Praxis? Lasst mal hören was euch gut tut und was ihr so fühlen könnt. Und falls es noch Zweifler unter euch gibt, dann wäre dieses Buch vielleicht was für euch: Yoga für Skeptiker: Ein Neurowissenschaftler erklärt die uralte Weisheitslehre.

Liebe Grüße und eine gesunde Zeit,

Silja

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Silja ist Mama von drei Söhnen, von Beruf Trainerin, Coach und Yogalehrerin. Sie liebt Psychologie, Yoga, grünes Essen und alles, was das Leben schöner, leichter, fröhlicher macht. Du kannst sie u.a. in Workshops zum Thema „Yoga & Psychologie“ erleben und auf ihrer Seite  www.glücksplanet.de mehr von ihr lesen.  


'Healthy Yogi – wieso macht Yoga eigentlich gesünder und fitter?' have 3 comments

  1. 15. August 2016 @ 9:47 Lara

    Ich weiß genau was du meinst. Yoga ist einfach eine perfekte Möglichkeit um abzuschalten und den Alltag zu vergessen.
    Ich danke Dir für den tollen Artikel.

  2. 11. August 2016 @ 9:47 Silja

    Hallo Svenja,
    danke dir für deine Worte! Das was du berichtest empfinde ich genauso. Yoga ist einfach wunderbar!
    Liebe Grüße
    Silja

  3. 9. August 2016 @ 9:47 Svenja Topp

    Liebe Silva, ich pflichte dir zu 100% bei!!! Nicht nur aus der eigenen Erfahrungen heraus, sondern auch durch mein tägliches erleben im beruflichen Alltag.
    Ich arbeite mit Menschen, die Jahre, zum Teil Jahrzehnte, ihren Fokus völlig von sich weg gelenkt haben. Durch unsere tägliche Arbeit und die regelmäßige Übungspraxis bekommen sie eine neue Körperwahrnehmung und der Fokus richtet sich neue aus.
    15 Minuten am Tag geht immer!
    Es ist so viel schöner u erfüllender ganz bei sich zu sein!

    Namaste Svenja


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