Liebe Yoga Szene. Let’s be friends!
Ein Text über die Yogaszene in Deutschland

Liebe Yoga Szene. Let’s be friends!

Ein Text über die Yogaszene in DeutschlandYogafestivals. Eine großartige Möglichkeit, sich zu entfalten, sich für einen Tag komplett treiben zu lassen, viele neue Dinge, Yogastile, Nahrung auszuprobieren und vor allem: Neue Menschen kennenzulernen und alte Bekannte zu treffen. Sich gemeinsam zu freuen, dass man einen Teil des Weges vielleicht zusammen geht und dass alle Yoga für sich und ihren Seelenfrieden entdeckt haben. Miteinander sprechen, yogen, lächeln. Sollte man meinen, oder?

Neues Szenario: Schulhof. Ein Ort der Unsicherheiten und der Konkurrenz. Teenager stehen in Grüppchen, missachten sich, schicken sich entwertende Blicke. Es wird getuschelt. Oh, die Unsicherheit! Hier muss verglichen werden. Dadurch fühlt man sich irgendwie nicht gut, aber kein Problem. Das übergeht man einfach mit einer noch lässigeren Attitude – so geht’s irgendwie.

Was haben beide Orte gemeinsam? Richtig. Yogafestivals, Yoga Gatherings aller Art, Masterklassen und Workshops sind leider oft ein Treffpunkt der Eitelkeiten. Körper werden verglichen, Outfits sind sehr wichtig. Also bitteschön die LuluLemon um den durchgeyogten Hintern wickeln, dazu ein Statement T-Shirt aus den gängigen Online Shops und natürlich Nike Free 5.0 an den Füßen – und davon bin ich definitiv nicht ausgenommen. Dann werden Blicke getauscht. Verstohlen, aus dem Augenwinkel versteht sich. Nicht ein offener Blick ins Gesicht, ein Lächeln, Nein. Das wäre zu viel verlangt.

Denn wie es scheint, sind wir eigentlich alle Anfang-, Mitt- oder Enddreißiger, die den Schulhof nie wirklich verkraftet haben. Da wird lieber schnell weggeguckt, obwohl man schon miteinander zu tun hatte. Ist auf jeden Fall einfacher als ein nettes „Hallo, wie geht’s dir – schön dich zu sehen!“ zu sagen.

Ich sage: Schade. Liebe Yoga Szene. Let’s be friends. Let’s make Peace. Es ist für alle genug da. Geht es nicht auch darum, sich gegenseitig zu inspirieren? Wir haben alle unsere Berechtigung hier, wir teilen alle einen ähnlichen Weg, und dabei ist jeder ganz für sich und individuell. Wir alle haben eine Mission und eine Idee, die wir umsetzen möchten und auch dürfen. Wir alle haben eine saucoole Leggings im Schrank. Wir dürfen alle nebeneinander existieren in einer Welt, die so krampfhaft versucht, anders zu sein, es aber leider doch noch nicht so ganz hinbekommt, das yogische Prinzip im Miteinander umzusetzen. Ahimsa. Gewaltlosigkeit.

Was mein Yogafestivalwochenende dann letztendlich doch noch gerettet hat, war die tolle Jivamukti Yogastunde von Heike, die dem Affengott Hanuman gewidmet war. Hanuman steht für den einfachen Geist, der durch Hingabe und Liebe zu höherem Bewusstsein gebracht werden kann. Er steht dafür, dass wir alle Gott erfahren können, dass das Göttliche in jedem von uns steckt. Hanuman wiederum war der größte Fan und Anhänger von Rama – dem Gott, der für den Versuch steht, sich nach bestem Wissen und Gewissen zu verhalten und die Dinge so gut wie möglich zu machen. Sein Name bedeutet: „Derjenige, der sich freut“. Können wir dies nicht ein wenig in unsere verurteilenden Gedanken lassen?

Lasst uns froh darüber sein, dass Yoga in Deutschland so stark vertreten ist und es so viel Yogastudio, Yogaklamotte, Yogabuch, Yogafestival, Yogavielfalt überall und an jeder Ecke gibt. Lasst uns den Schulhof hinter uns lassen. Lasst uns Weichheit in unseren Blicken üben, lasst uns die Freundlichkeit und die Freude feiern und das große Glück, dass wir Yoga gefunden haben und üben dürfen.  

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Christina ist Mama, Yogini und Full-Time-Bloggerin. Sie praktiziert Yoga seit vielen Jahren mit großer Freude und findet, dass Spiritualität eine sehr persönliche Angelegenheit ist: Jeder lebt sie ein bisschen anders! Nebenbei designt Christina liebevolle yogische Geschenksets sowie spirituellen Schmuck, den du in ihrem HAPPY MIND SHOP kaufen kannst. Privat mag Christina das Übliche: Zeit mit ihrer Tochter und ihrem Mann verbringen, gutes Essen, Filme, Musik, Reisen und einen netten Umgang miteinander. Schreib eine Mail an Christina. Oder sag hallo auf Google+


'Liebe Yoga Szene. Let’s be friends!' have 6 comments

  1. 21. September 2015 @ 9:47 Christina

    Das hast du schön gesagt, liebe Melanie :) Viele Grüße!

  2. 21. September 2015 @ 9:47 Melanie

    Liebe Christina,
    dieses Gefühl kenne ich, aber ich habe festgestellt, wenn man mit einem Lächeln auf den „Schulhof“ schreitet, dann öffnet sich sogar die auf den ersten Blick mega unsympathisch und verbittert wirkende Frau und bekommt ein „Hallo“ über die Lippen. Letztendlich geht es uns da doch allen gleich, nur schaffen es die meisten nicht, den ersten Schritt zu machen. Traut euch, es gibt nichts zu verlieren, nur zu gewinnen!
    Namaste!
    Melanie

  3. 30. September 2013 @ 9:47 Maria Ma

    Liebe Cristina,

    das was Du beschreibst,kenne ich, obwohl ich Ende 20 bin, aus meiner Yogaschule nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich traditionellen Yoga übe, der den Fokus nicht auf der körperlichen Ebene hat. Oder aber daran, dass der Altersdurchschnitt eher 50 plus ist und ich so nicht die Möglichkeit habe ins vergleichen zu kommen.

    Aber an die Schulhofsituation kann ich mich dafür noch gut erinnern. ;) Dieses Revival habe ich jahrelang auch immer wieder im Tanzstudio erlebt, wo ich meine wöchtentlichen Kurse besucht habe.

    Dabei ist mir folgendes klar geworden: Wir wollen doch alle einfach nur geliebt werden und glücklich sein. Die Unsicherheiten und Vergleiche rühren dabei doch nur aus dem Gefühl dafür nicht gut genug zu sein.
    Eine gute Möglichkeit ist dann sich in sein Herz einzufühlen, um sich mit dem Herzen seines Gegenübers zu verbinden. Das klappt ganz gut und kann ich nur empfehlen.

    Love, peace und ganzherzige Grüße
    Maria Ma
    http://ganzherzig.blogspot.de/

  4. 12. August 2013 @ 9:47 Christina

    Liebe Viola,

    leider ist es oft so, dass in der Klasse ein etwas komischer Vibe herrscht – allerdings war ich auch schon bei Yogalehrern, die so sehr die Gemeinsamkeit fördern, dass man sich sofort willkommen fühlt. Wahrscheinlich muss man sich einfach durchprobieren, bis man sich 100 % wohl fühlt. Zuhause Yoga üben bekomm ich leider nicht so gut hin… Ganz liebe Grüße, Christina

  5. 9. August 2013 @ 9:47 Viola

    Liebe Christina,

    ein wirklich schöner Artikel und unglaublich schade, dass es tatsächlich so zugeht. Meine Yoga-Kurse sind schon ein paar Jährchen her, aber ich hatte das Glück Yoga in einer Klasse zu machen, in der das Durchschnittsalter eher bei 50 lag und die Outfits mal so gar keine Rolle gespielt haben. Und auch hier bei uns auf dem Dorf trifft man beim Yoga eher Rentner. KOmisch, oder? Ich mache Yoga im Moment aus Zeitgründen nur Zuhause und fühle mich so unbeobachtet auch sehr wohl. Viele Grüße, Viola

  6. 7. August 2013 @ 9:47 Kristin

    Schöner Artikel, Christina! Ich habe bislang immer im geschützten Reich meiner 4 Wände Yoga geübt. Da gab es keine komischen Blicke…außer vielleicht von unserer Katze, die die Yogamatte mehr liebt als ich. :-)
    Doch seit ich einen richtigen Yogakurs besuche, ist mir das Phänomen auch schon mal aufgefallen. Ich konnte es Gott sei Dank ignorieren, aber es ist mir hinterher nicht aus dem Kopf gegangen…

    Ich bin gespannt, wie es beim Vinyasa Power Yoga Workshop in Hamburg im September wird. Ich habe mich zum Basic-Workshop angemeldet, um mal zu sehen, ob ich mir das Teacher Training vorstellen kann. Du machst nächstes Jahr auch eine Yoga Ausbildung?

    Liebe Grüße Kristin


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