Mamasté – Meine fünf magischen Mama-Mantren

Seit der Geburt von zwei Babys innerhalb von zwei Jahren befinde ich mich in einem gigantischen Wachstumsschub. Wäre ich Bodybuilder, müsste ich wahrscheinlich so aussehen wie Hulk. Als Mama stähle ich aber nicht nur meine Nerven, sondern auch meine Yogi-Skills. Leben im Hier und Jetzt? Nichts holt einen schneller in die Gegenwart als ein trotziger Wüterich mit hochrotem Kopf oder ein wahlweise vor Hunger, Durst oder dem Verlangen nach einer frischen Windel aufgebrachter Säugling.

Willkommen im Leben am Limit

Während meines zweiten Wochenbetts hatte ich Rücken, Bauch und struppiges Haar. Für mich als ordnungsliebender Mensch regierte gefühlt das Chaos. Statt Yogasutra oder Bhagavad Gita las ich Krümel Nummer 1 mit Krümel Nummer 2 an der Brust U-3-Bestseller wie „Leo Lausemaus“ und „Moritz Moppelpo“ in Dauerschleife vor. Dennoch finde ich: Mama sein ist die beste Yoga-Praxis der Welt! Denn wie war das noch mal? In einem Ashram im Himalaya ist es vergleichsweise leicht, ein tiefenentspannter Yogi zu sein. Im Trubel zwischen Windeln, Schnullern und Lätzchen muss es einem schon verdammt ernst mit der Erleuchtung sein …

Mama sein ist die beste Yoga-Praxis der Welt!

Passen Kopfstand, Kriya und Kinderkacke jetzt also wirklich zusammen? Ganz vorzüglich sogar! Hier meine Top 5 Mama-Mantren, die mich auch in anstrengenden Zeiten erden und mir Kraft, Freude und Dankbarkeit schenken:

1. Ich liebe mich selbst

Selbstliebe steht ganz oben auf meiner Prioritäten-Liste. Nur durch regelmäßige Me-Time bin ich im Flow und eine zufriedene Mama, die die Ups und Downs des Familienalltags meistert. Für mich bedeutet das konkret: Lernen, dass sich auch andere Menschen liebevoll um meine Krümel kümmern können. Loslassen (erstmal) im Kleinen, zum Beispiel durch eine Stunde Babysitten lassen, um etwas für mich zu tun. Meine Leidenschaft abseits der Yoga-Matte: Schwimmen! Vielleicht wegen der gefühlten Schwerelosigkeit ;-) Merke: Nur eine glückliche Mama, ist eine gute Mama.

2. Ich bin eine Inspiration
Erziehung ist nichts anderes als Vorbild. So oder so ähnlich hat es der berühmte Erziehungswissenschaftler Jesper Juul gesagt. Wenn man seine Worte ernst nimmt, ist das eine echte Lebensaufgabe. Vorbildlich an mir finde ich zum Beispiel: mein lebensbejahendes Wesen. Der Philosoph Erich Fromm schreibt in seinem Buch „Die Kunst des Liebens“, dass wir Mütter unseren Kindern im Idealfall Milch und Honig mitgeben sollten. Milch steht hierbei für die Bedürfnisbefriedigung wie Füttern oder Wickeln. Honig dafür, dem Kind die Liebe zum Leben zu vermitteln. Ich mag diesen Gedanken sehr gerne!

3. Ich höre auf mein Bauchgefühl
Eigentlich fängt es doch schon mit der Schwangerschaft an: Jeder meint zu wissen, was jetzt gut für einen ist. Das Bauchgefühl ist für uns Mamas der zuverlässigste und beste Begleiter. Verbinde Dich mit Dir selbst, anstatt Dich verrückt zu googeln. Zum Beispiel durch die Stärkung des Muladhara Chakras. Die beste Connection zu mir selbst bekomme ich übriges immer in W-Lan-freien Zonen: Bei Spaziergängen im Wald.

4. Ich bin genug
Zu dick, zu dünn, zu früh abgestillt, zu lang gestillt, zu früh wieder im Job, zu lange zuhause: Mamas werden non-stop bewertet. Puh, da ist es gar nicht so einfach bei sich selbst (siehe Mantra 3) zu bleiben. Aber hey, nicht vergessen: Du bist perfekt! Und das gleiche gilt für Deinen Nachwuchs. Denn wer neu im Elternuniversum ist, wird schnell merken: Hier grassiert die Vergleicheritis. Was – Marie-Louise krabbelt schon?, Oh, Theo kann schon bis zehn zählen!, Donnerwetter, Sophia-Lee spricht schon drei Sprachen! Die anderen Kinder scheinen immer mehr drauf zu haben, als die eigenen. Schnickschnack! Jedes Menschlein hat sein ganz eigenes Tempo und ist – genau! – PERFEKT.

5. Ich bin Liebe
Besseres Bhakti-Yoga als Mamasein gibt es nicht. Als ich dieser Tage mit meiner Freundin Anne telefonierte, erzählte ich ihr, dass ich gerne ein Ehrenamt übernehmen würde, um diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Sie erwiderte, dass ich letzteres mit zwei kleinen Kindern zuhause doch eigentlich schon jeden Tag machen würde. Recht hat sie, nur dass wir Mamas uns das nicht immer bewusst sind …

Also, immer schön im Flow bleiben, liebe Mamis. Oder um es mit Yogi Bhajan zu sagen:

„Life is a flow of love, only your participation is requested.“

Musik-Tipp:

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Kathrin ist zweifache Mutter, Journalistin und Yogalehrerin für Pre- und Postnatalyoga. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg. Ihren Alltag mit Mini-Menschen, Macbook und Matte meistert sie mit viel Herz, Humor und Dankbarkeit. Nach ihrer Ausbildung bei Qbi, Dirk und Eric Bennewitz von Poweryoga Germany und bei Patricia Thielemann von Spirit Yoga sorgt sie bei ahoiYoga für die entspanntesten Mamas und Babys der Stadt.


'Mamasté – Meine fünf magischen Mama-Mantren' have 4 comments

  1. 4. Oktober 2016 @ 9:47 Marie

    Liebe Kathrin,
    wirklich ein schöner Artikel und wundervolle Erinnerung. Gerade Punkt an Punkt 1 und 4 muss ich noch arbeiten, habs mir gerade mal ausgedruckt und neben meinen Badezimmerspiegel gehängt, vielleicht hilft mir das ja! :)
    LIebe Grüße
    Marie

  2. 27. Juli 2016 @ 9:47 Franziska

    Wunderbarer Text und Aussage! Auch wenn ich das theoretisch alles schon weiss als Yogamama, merke ich grade an meinen feuchten Augen, dass doch nicht alles verinnerlicht ist::) DANKE!

  3. 27. Juli 2016 @ 9:47 Lydia

    Sehr schön geschrieben, kann ich so unterschreiben als (noch) Einfach-Mama ;-)

  4. 4. Juli 2016 @ 9:47 Georgia

    Wunderbar!! Passt auch für Nicht-Mamas / und (-)Papas, finde ich.
    Danke!


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