Wie klappt das mit dem Yoga üben?

Mama muss jetzt auf die Matte: 5 Tipps für deine ganz eigene Yogazeit

Glaube ich Instagram mit den schicken Fotos, dann machen Yoga vor allem toll aussehende, schlanke Frauen, die den ganzen Tag in der Sonne sitzen, ab und zu einen Handstand machen und danach eine a) frische Kokosnuss oder b) einen Smoothie trinken. Im Kontrast dazu sind die meisten Yogis, die ich kenne berufstätig, sehen ganz schön normal aus und haben teilweise Familie oder kombinieren sogar Familie und Beruf.

Ich kombiniere zur Sicherheit (der Langeweile keine Chance gebend) mal beides. Was gleichzeitig irriterender Weise bedeutet: Ich bin nicht ständig in der Sonne (sondern im Büro, am Tisch der Lehrerin um Martinslaternen zu basteln, in der Turnhalle etc.) und ich trinke nicht nur Kokosnuss und Smoothies – aber auch!

Eins vereint mich trotzdem mit den schicken Mädels auf Instagram (die ich übrigens ganz schön inspirierend finde):

Ich mache Yoga. Täglich.

Und dazu gehört, dass mein Sohn schon früh lernen durfte was es heißt, wenn es heißt: Mutti muss JETZT auf die Matte!

Aber von Anfang an: Ich bin keine Yogini, die schon mit 15 den ersten Sonnengruß gemacht hat. Kinders, ich werd 45 und komm aus dem Ruhrpott und nicht aus einer der schicken Städte mit den vielen Studios, damit das mal klar ist. Als ich noch jünger war, war Yoga aufm Schaffell im Hinterhof und nicht in Düsseldorfer Loft (also wenn, dann jedenfalls ohne mein Wissen). Ich habe mit Yoga also erst angefangen, da waren Sohn 1 und 2 schon etwas älter (10 und 7) und sie trugen es dementsprechend mit Fassung. Auch wenn es eine Umgewöhnung war. Irgendwann wurde Yoga sehr wichtig und Sohn 3 wurde geboren. Kurz darauf war ich so Yoga-süchtig, dass ich meine tägliche Dosis auf der Matte brauchte – zu Hause.

Ein Einjähriger ist leider wenig einsichtig was die Bedürfnisse seiner Mutter angeht. Als Mutter kann man hier dann wahlweise Ahimsa üben (natürlich  auch generell immer gegenüber Kindern, auch wenn man aus der schönsten Meditation gerissen wird) oder auch Santosha („lieben, was ist“ würde die weise Byron Katie vorschlagen). Jedenfalls war es anfangs nicht leicht. Aber ich habe gelernt! Und mit mir mein Sohn. Heute ist es sonnenklar, dass Mutti am Morgen auf die Matte MUSS! Mein Mann weiß es. Meine Söhne wissen es. Alles klar? Ich kann atmen, dehnen, Räucherstäbchen anzünden, Mantras singen wie ich will. Einfach weil ich es kann.

Dieser Post geht also an alle Muttis da draußen: Mädels, lasst euch die Zeit auf der Matte nicht nehmen. Sie ist goldrichtig und wichtig für gute Laune, Ausgeglichenheit und einen gesunden Rücken! Es ist eure Zeit! Wenn ihr schon eine gute und rücksichtsvolle Familie habt, dann alles klar – wer noch überlegt, wie er die Zeit bekommen kann.

 

Hier sind meine fünf Tipps für alle Mütter, die auf die Matte wollen

 

Tägliche Routine fördert die Akzeptanz

Wenn etwas jeden Tag passiert, gewöhnen wir uns daran. Irgendwann hören wir die Bahn nicht mehr, die jeden Tag an unserer Tür vorbei saust oder die Kirchturmuhr, die munter schlägt. Die Dinge passieren und werden von unserem Hirn getilgt. Ganz so ist es natürlich nicht, wenn wir auf die Matte gehen und damit für 30 -90 Minuten aus dem Familienleben verschwinden. Meine Familie hat sich allerdings gut dran gewöhnt.  Denn: Es ist immer so. Jeden Tag. Seit Jahren. Es heißt dann morgens „Mama, hast du schon Yoga gemacht?“ „Nein Schatz, ich fang jetzt an.“

Zuschauer dulden, da wo möglich

Meine Familie (insbesondere Sohn 3) weiß, dass sich meine Yogaroutine in zwei Teilen funktioniert: 1.) Meditation, hier habe ich anfangs Besuch geduldet und dann erklärt (ok, mehrmals) dass ich alleine sein möchte. Natürlich auch: 2.) meine Asanapraxis – hier ist Besuch immer erlaubt. Zuschauen, mitturnen neben mir – alles geht – nur nicht auf mir (diese Acroyogasache hab ich noch nicht ausreichend gecheckt, sorry).

Eine Zeit finden, die für alle passt

Meine Yogazeit ist morgens. Alle schlafen noch. Es ist herrlich. Dafür stehe ich unter der Woche nun auch eine Stunde früher auf, dazu noch die halbe Stunde für die ayurvedische Morgenroutine und die halbe Stunde fürs fröhliche Smoothiemixen… ich bin ab 5:15 auf den Beinen. Früh? Ja! „Könnte ich nicht!“ hab ich früher immer gesagt. Quatsch! Der Körper stellt sich in ca. 4 Wochen um. Allerdings bin ich abends ganz schön früh müde, muss ich sagen. Ich Partyluder, ich. Vielleicht ist deine Zeit auch der Abend? Oder die Mittagszeit? Im Zweifel mal alles ausprobieren und schauen was dir und deinem Körper gut tut. Der Rest wird sich dann schon organisieren lassen, bestimmt!

Verbündete finden!

Happy wife – happy life. Das Motto hat zum Glück mein bezaubernder Ehemann. An Wochenenden /Kitafreien Tagen/ Schulferien braucht man ein Netzwerk aus Verbündeten – zumindest, wenn man wie ich auch mal an einzelnen Tage erst nach 7 aufstehen will. Mein Mann kümmert sich um den Goldschatz am Wochenende. Gut investierte Zeit für mich und ihn. Mein Sohn freut sich schon , wenn Mama endlich das Schlafzimmer verlässt um auf die Matte zu gehen.

Warum eigentlich das Ganze?

Ich habe versucht kindgerecht zu erklären was Yoga ist. Das geht natürlich nicht bei Einjährigen! Aber bei Dreijährigen schon! Das wunderschön illustrierte Buch „Little Gurus – Ein Yoga-Entdeckungsbuch“ von Olaf Hajek ist dafür zum Beispiel sehr zu empfehlen und wird immer noch angeschaut. Mein Sohn hat nun mit 6 gut verstanden, dass Yoga mich glücklich macht. Und er kann die wichtigstem Mantras in 6jährisch schön mitträllern. Auch der Rest der Familie nimmt es ernst und freut sich mit mir über meine Passion. Das ist schön, gibt Rückhalt und tut gut. Und es schafft Verständnis. Für diese Stunde am Morgen, für eine Yoga Conference, zu der ich muss oder einen Kurs, in den ich will. Für die Stunden, die ich unterrichte und all die Yogabücher, die hier rumfliegen.

Das, eine gute Portion Gelassenheit und Geduld sind meine Geheimnisse. Ich kann euch also nur ermutigen euch Zeit zu nehmen. Ihr Lieben da draußen, ich bin gespannt: Wie schafft ihr es auf die Matte? Gibt es weitere Tipps und Kniffe?

 

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Silja ist Mama von drei Söhnen, von Beruf Trainerin, Coach und Yogalehrerin. Sie liebt Psychologie, Yoga, grünes Essen und alles, was das Leben schöner, leichter, fröhlicher macht. Du kannst sie u.a. in Workshops zum Thema „Yoga & Psychologie“ erleben und auf ihrer Seite  www.glücksplanet.de mehr von ihr lesen.  


'Mama muss jetzt auf die Matte: 5 Tipps für deine ganz eigene Yogazeit' have 10 comments

  1. 1. Dezember 2017 @ 9:47 Ernährungs- und Fitnessblogs am Sonntag, 12.04.2015 – Eigenerweg

    […] Mütter welche Yoga ausüben, werden vor ganz neue Herausforderungen gestellt. Wie Du trotzdem Zeit für die Matte findest, verrät Dir das Happy Mind Magazine.  […]

  2. 23. April 2016 @ 9:47 Frauke

    Liebe Silja,
    Dein Artikel ist toll, danke das du deine Tipps teilst!
    Ich habe mir jetzt nach 10 Jahren Praxis eine wunderschöne neue Matte gegönnt und übe jetzt nicht mehr nur im Kurs sondern auch zu Haus. Mein Sohn ist mittlerweile 6 und versteht das Mama dabei gern allein ist. Er darf immer rein kommen und mitmachen, nur mein Rücken ist dabei wie bei dir Tabu. :-) Manchmal übe ich mit Youtube Videos, da hält er gern das Tablet fest und schaut ob ich alles richtig mache. Wie du sagst, es schafft etwas mehr Verständnis warum ein mal die Woche die Babysitterin da ist, wenn Mama zum Yogakurs geht. Auch wenn die Frage aufkam, ob ich Yoga lieber mag als ihn… Alleinerziehend und berufstätig ist Yoga mein Ausgleich, meine Ruhe, meine Kraft und täglich zu üben gibt mir noch mehr davon und davon profitiert am meisten mein Sohn.
    Ich hoffe auf mehr Tipps von dir und euch…liebe Gruesse,
    Frauke

  3. 16. April 2015 @ 9:47 Der sportliche Blick in andere Blogs | Sports Insider Magazin

    […] Yoga nehmen, doch, schwupps, rast der Tag schon wieder an einem vorbei. „happy mind magazine“ verrät, wie sich vor allem Mamis trotzdem ein entsprechendes Zeitfenster freischaufeln […]

  4. 13. April 2015 @ 9:47 Silja

    Ihr Lieben, danke für das schöne Feedback! Ich freu mich sehr. Liebe Grüße Silja

  5. 13. April 2015 @ 9:47 Silja

    Liebe Alexandra,
    Das hört sich spitze an ! Insbesondere die Sache mit dem Keks. Gut, dass du so auf dich achtest!! Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß. Silja

  6. 13. April 2015 @ 9:47 Alexandra Maria

    Liebe Silja,
    danke für diesen wunderbaren Beitrag!!! Ich bin Mama einer einjährigen und sie hat mir von ihrem Lebensmonat an schon immer beim Yoga zugeschaut. Mittlerweile will sie auf mir turnen wenn ich auf die Matte gehe. Deshalb bin ich sehr gern allein beim Yoga. Dafür steh ich auch um 5.30 Uhr auf. Wenn sie in wenigen Ausnahmefällen doch mal auch so früh fit ist, darf sie mit ihren Puppen und Sternchen im Bett spielen, bis ich fertig bin. Klappt meist ganz gut. Wenn nicht, greif ich schon mal nach pädagogisch ganz unwertvollen und sehr verwerflichen Mitteln: ein Keks zum Frühstück, den sie im Bett verteilt und genüsslich die Krümel mit der Zunge einsammelt. Hm, man muss eben Prioritäten setzen…. Happy Mama – davon zehrt einfach die ganze Familie

    Mehr zu meinen Yogaerfahrungen auf yogoaraumblog.de

  7. 12. April 2015 @ 9:47 Ernährungs- und Fitnessblogs am 12.04.2015

    […] Mütter welche Yoga ausüben, werden vor ganz neue Herausforderungen gestellt. Wie Du trotzdem Zeit für die Matte findest, verrät Dir das Happy Mind Magazine.  […]

  8. 11. April 2015 @ 9:47 Evelyn

    Hallo Christina,
    ich schaffe es mittlerweile auch, regelmäßig auf die Matte zu kommen, und das ist wunderbar. Ich mach mir damit ein besonderes Geschenk, Yoga tut mir gut und macht mir Spaß.. Auch habe ich zum Stichwort Selbstdisziplin meine Haltung geändert. Mehr in meinem Blog http://www.yogafroschbochum.de/?p=226 Schöne Grüße aus Bochum, Evelyn

  9. 9. April 2015 @ 9:47 Annika

    Ich denke auch dass die feste Integration in den Alltag wichtig ist! Mein Freund fragt mich auch oft ob ich schon Yoga gemacht habe (ich mache es Tagesabhängig morgens oder abends).
    Guter Artikel!

  10. 9. April 2015 @ 9:47 Christina

    Wunderbarer humorvollen motivierender Artikel!!!


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