Satya - die Aufrichtigkeit | Patanjalis Yoga Sutra
Ein Text über Satya nach Patanjali im Yoga

Satya – die Aufrichtigkeit

Ein Text über Satya nach Patanjali im Yoga Wir alle arbeiten ständig an uns selbst. Wir versuchen, Yoga „on & off the mat“ zu leben. Wir denken über unser Verhalten und unseren Umgang mit Umwelt, Mitmenschen und uns selbst nach. Wir versuchen, Aufrichtigkeit zu üben. Wir Yogis sprechen gern wahre Worte. Doch was bedeutet das eigentlich genau? Hier kommen ein paar Gedanken zum Thema Aufrichtigkeit.

Erstmal zu der Definition nach Mr. Patanjali, dem großen Yogi-Papa.

Satya ist das zweite Yama (lest hierzu auch unseren Text über die Do’s & Don’ts des Yoga, die Yamas und die Niyamas) nach Patanjalis Yogasutra und bedeutet „Wahrhaftigkeit“, „Aufrichtigkeit“. Wahrhaftigkeit ist also das Grundkonzept von Satya, dessen Wurzel in dem Sanskritwort „Sat“ („Wahrheit“) liegt.

Erst mal eine tolle Sache.

Jedoch geht dieses Konzept im Yoga über das allseits bekannte, oft gepredigte „Du sollst nicht lügen“ hinaus. Nein sorry, das Thema ist viel komplexer. Es geht also nicht darum, sich das gelegentliche Flunkern zu verkneifen. Es ist vielmehr eine Möglichkeit, eine aufmerksame Bestandsaufnahme der Situation zu machen. Diese sollte ebenso von einem kleinen Mind-Scan der eigenen Motivation gefolgt sein, aus welchen Beweggründen jetzt gerade die „Wahrheit“ gesprochen werden sollte oder man eben doch vielleicht lieber mal die Klappe hält. Warum?

So wichtig wie es manchmal ist, die Wahrheit zu sagen, so giftig und geduldig können auch die Worte sein, die wir in die Welt hinaus senden. Eine Lüge ist nicht nur eine unwahre Aussage, sondern kann viele Formen annehmen. Zu Unwahrheit gehört zum Beispiel auch das verbale Kaschieren einer unangenehmen Situation oder eine Übertreibung, um sich selbst ein wenig besser dastehen zu lassen.

Es geht also darum, abzuwägen.

In der alten Tradition der Sufis gibt es einen ziemlich guten Trick: Sie lassen ihre Worte durch vier Tore passieren. An jedem Tor wird eine Frage gestellt:

  • Sind diese Worte wahr?
  • Sind diese Worte notwendig?
  • Ist dies der richtige Zeitpunkt, diese Worte zu sagen?
  • Können diese Worte in einer positiven und freundlichen Manier gesagt werden?

Lautet die Antwort an einem der Tore „Nein“, so sollten die Worte ungesagt bleiben. Eine ziemlich gute Übung, wie ich finde.

Ehrlichkeit bedeutet also nicht, ungefiltert Kritik an anderen zu üben

So wichtig, wie es ist, ehrlich zu sein, so aufrichtig sollten auch die Beweggründe sein damit unsere Worte nicht aufhören, Sinn zu machen. Damit wir die sogenannte Aufrichtigkeit nicht als Mittel einsetzen, um andere zu kränken oder ein Argument anzubringen. Wie oft hast du schon impulsive „Ehrlichkeit“ in einer Auseinandersetzung geübt? Wie oft war das Ziel hiervon, vielleicht von der Kritik an dir abzulenken oder ein gutes Argument zu haben?

Die Idee von Satya ist Aufrichtigkeit mit Zurückhaltung und Bedacht. Ehrlichkeit bedeutet nicht, jeden kleinen Gedanken in die Welt hinauszuschicken, ohne ihn bedacht zu haben. Ehrlichkeit bedeutet, die tiefsten und ehrlichsten Gedanken mit liebevoller Güte auszusprechen, wenn die richtige Zeit gekommen ist.

Eine bewusste Wahrheit zu leben bedeutet also ein hohes Maß an Selbstbeobachtung, Aufmerksamkeit für die derzeitigen Umstände und ein liebevoller Umgang mit den Mitmenschen.

Heutiges Mantra: Möge meine Wahrheit liebevoll in ihren Worten und ihrer Intention sein. Happy Day!

 

 

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Christina ist Mama, Yogini und Full-Time-Bloggerin. Sie praktiziert Yoga seit vielen Jahren mit großer Freude und findet, dass Spiritualität eine sehr persönliche Angelegenheit ist: Jeder lebt sie ein bisschen anders! Nebenbei designt Christina liebevolle yogische Geschenksets sowie spirituellen Schmuck, den du in ihrem HAPPY MIND SHOP kaufen kannst. Privat mag Christina das Übliche: Zeit mit ihrer Tochter und ihrem Mann verbringen, gutes Essen, Filme, Musik, Reisen und einen netten Umgang miteinander. Schreib eine Mail an Christina. Oder sag hallo auf Google+


'Satya – die Aufrichtigkeit' have 3 comments

  1. 12. Januar 2015 @ 9:47 5 Tipps für das erste Date

    […] Lies hier noch ein wenig mehr über das berühmt-berüchtigte Yoga Sutra von Patanjali. Hier findest du noch ein paar Infos zum Yama Satya. […]

  2. 13. August 2013 @ 9:47 Christina

    Liebe Christiane, danke schön für dein Feedback, ich freu mich dass dir der Text gefallen hat. : ) Ich bin auch ziemlich groß darin, mit Worten um mich zu werfen und möchte dies auch in Zukunft viel bewusster handhaben. In meiner Erfahrung ist es immer der erste Schritt, sich einer Sache bewusst zu werden. Die nächsten Schritte kommen dann eh wie von selbst. Liebe Grüße. Christina

  3. 13. August 2013 @ 9:47 Christiane

    Liebe Christina,
    mal wieder ein sehr schöner Artikel, der gerade auch wieder total passt. Das Thema hatte ich auch am Wochenende bei einem Yogalehrerseminar… Gerade das Abwägen der ausgesprochenen Gedanken wurde da thematisiert. Manchmal ist es gar nicht so einfach die Notwendigkeit der Worte einzuschätzen und ich muss sagen, dass mir, obwohl ich eher ein zurückhaltender Mensch bin, die unliebsame, verletzende Wahrheit manchmal schneller über die Lippen kommt als ich möchte. Also werde ich mich mehr in Abwägen und Zurückhallten üben.
    Ich wünsche dir einen schönen Tag! Chrissy


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