Für mich ist es eine echte Herzensangelegenheit, dir heute Sissi Rasche vorzustellen. Sissi ist Hebamme aus Berlin, hat die wunderbaren Lillydoo Windeln mitentwickelt und erzählt ein wenig von dem wichtigen Thema "Selbstbestimmte Geburt".

Selbstbestimmte Geburt

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Ich erinnere mich ganz genau an die erste Nacht, die Carsten und ich mit Dora in unserer Wohnung verbracht haben. Wie unglaublich planlos wir waren. So viele Fragen. Wie oft muss sie jetzt eigentlich trinken? Kommt da tatsächlich genug raus? Wieviel muss sie anhaben? Friert sie? Schwitzt sie? Nimmt sie genug zu? Halten wir sie richtig? Tragen wir sie richtig? Wann dürfen wir ihr die Fingernägel schneiden? Ohne unsere Hebamme Paka wären wir absolut lost gewesen. Paka war nicht nur praktischer Guide, sondern auch spiritueller Mentor. Sie hat uns von Anfang an Einfühlsamkeit mit unserem Kind beigebracht. Hat bei Dora immer vorsichtig angekündigt, dass sie sie gleich hochnehmen möchte oder anfassen wird. Hat sich liebevoll um unseren positiven Schockzustand gekümmert: Wir sind jetzt Eltern!

Dora wurde im Geburtshaus geboren. Mit Hilfe von zwei wundervollen Hebammen, die sich die vollen 8 Stunden Geburt um Dora, Carsten und mich gekümmert haben. Mir war das wahnsinnig wichtig: Dass ich jederzeit eine Hebamme um mich habe. Es war immerhin meine erste Geburt und ich hatte trotz Schwangerenyoga und Hypnobirthingkurs

Ich kannte all die Horrorstorys von anderen Mamas, die in vollen Geburtsstationen alle paar Stunden mal eine Hebamme zu Gesicht bekamen. Mir hätte das Angst gemacht und so landeten wir im Geburtshaus. Dazu sei gesagt, dass ich mich in meiner 6. Schwangerschaftswoche im Geburtshaus „beworben“ habe – und mit ganz viel Glück noch einen Platz bekam!

Ich möchte mir nicht ausmalen, was ohne Wochenbettbetreuung passiert wäre. Wie die Geburt von Dora in einer busy Nacht im Krankenhaus ohne Beleghebamme hätte ablaufen können. Ich hätte auch nichts dagegen gehabt, Dora im Krankenhaus zu bekommen – aber bitteschön mit meiner eigenen Hebamme!

Für mich ist es eine echte Herzensangelegenheit, dir heute Sissi Rasche vorzustellen. Sissi ist Hebamme in Berlin, hat die wunderbaren Lillydoo Windeln mitentwickelt und erzählt ein wenig von dem wichtigen Thema „Selbstbestimmte Geburt“.

Ich erinnere mich ganz genau an die erste Nacht, die Carsten und ich mit Dora in unserer Wohnung verbracht haben. Wie unglaublich planlos wir waren. So viele Fragen. Ohne unsere Hebamme Paka wären wir absolut lost gewesen.

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Liebe Sissi, erzähl kurz von Dir: Wer bist Du und was machst Du?

Ich bin Sissi Rasche und 32 Jahre alt. Ich lebe mit meinen zwei Kindern und meinem Mann in Berlin. Seit fast zehn Jahren arbeite ich als freiberufliche Hebamme in Berlin und betreue Beleggeburten sowie Hausgeburten. Insgesamt habe ich inzwischen rund 450 Geburten begleitet.

Erzähl uns ein von Deinem Beruf. Wie läuft der Alltag einer Hebamme so ab?

So etwas wie einen Alltag gibt es in meinem Beruf eher selten. Meine Tage lassen sich schwer planen und es ist viel Flexibilität gefragt. Ich besuche alle meine Frauen während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt zu Hause und bin somit viel unterwegs. Ich arbeite von montags bis freitags und gegebenenfalls auch am Wochenende, wenn beispielsweise eine Geburt ansteht oder ein Notfall eintritt. Dreimal die Woche hole ich meine Kinder von der Kita ab und habe somit etwas kürzere Tage. Die anderen zwei Tage arbeite ich meistens bis spät abends, da ich auch Frauen betreue, die berufstätig sind und nachmittags keine Zeit haben. Da ich auch Geburten begleite, habe ich zudem immer Rufbereitschaft und kann jederzeit zu einer Geburt gerufen werden. Termine müssen somit manchmal kurzfristig abgesagt werden, aber meine Frauen und mein Umfeld haben dafür großes Verständnis.

Wie viele Geburten begleitest Du so im Monat?

Ich begleite im Schnitt 3-4 Geburten im Monat. Natürlich schwankt das und manchmal betreue ich sogar fünf Geburten gleichzeitig. Dies ist dann aber schon sehr anstrengend, da ich für alle Frauen gleichermaßen da sein möchte und jederzeit erreichbar sein muss. Nach solch einem Monat nehme ich mich meistens etwas zurück und betreue in den darauffolgenden Monaten weniger Frauen.

Was ist für Dich eine selbstbestimmte Geburt? Und was ist das Gegenteil davon?

Eine selbstbestimmte Geburt ist für mich, dass ich als schwangere Frau die Möglichkeit habe, meinen Geburtsort selbst zu bestimmen. Schwangere können ihr Baby zu Hause, in der Klinik oder im Geburtshaus bekommen. Durch den Hebammenmangel ist es vielen Frauen jedoch oft gar nicht mehr möglich, den Geburtsort selbst zu bestimmen. Mir als Hebamme ist es wichtig, die Wünsche und die Erwartungen der werdenden Mutter für die Geburt zu kennen, um sie dahingehend zu unterstützen, zu begleiten und auf ihre individuellen Bedürfnisse eingehen zu können. Ich lege sehr viel Wert darauf, meinen Frauen einen sicheren Ort zu schaffen, damit sie ihr Kind in Sicherheit gebären können. Denn jede Frau sollte bei der Geburt mit Achtung, Respekt und Liebe begleitet werden. Zudem finde ich es auch noch extrem wichtig, dass die Geburt als etwas Positives wahrgenommen wird. Ich möchte jeder von mir betreuten Frau das Gefühl geben, dass sie genug Kraft hat, ihr eigenes Kind zu gebären. Ich empfehle schwangeren Frauen, die leider nicht die Möglichkeit einer intensiven Hebammenbetreuung haben, einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen. Zudem bin ich auch ein großer Fan von Schwangeren-Yoga oder HypnoBirthing. Das sind tolle Möglichkeiten, um sich auf die wunderbare Reise einer Geburt einzulassen. Das Gegenteil von einer selbstbestimmten Geburt ist für mich folglich, dass Frauen eben nicht die Wahl haben, ihren Geburtsort eigenständig zu bestimmen. Dass schwangeren Frauen nicht der Raum gegeben wird, den sie brauchen und alles nur noch standardisiert durchgeführt wird. Jede Frau hat ihr eigenes Tempo und unterschiedliche Bedürfnisse bei der Geburt. Meiner Meinung nach sollte dies respektiert und ernst genommen werden, um eine selbstbestimmte Geburt zu unterstützen.

Das Wochenbett ist einer der verletzlichsten Zustände, in denen sich Mama und Kind befinden können. Was kann eine Hebamme dazu beitragen?

Das Wochenbett ist eine ganz besondere Zeit. Die Geburt des eigenen Kindes ist ein Wunder, das aber auch mal beängstigend sein kann. Vieles ist völlig neu und auch das Familienleben muss sich erst einmal einspielen. Junge Eltern sind vor allem bei ihrem ersten Kind oft sehr unsicher. Daher ist es hilfreich, wenn eine Hebamme den frischgebackenen Eltern mit Rat und Tat zur Seite steht. Dank ihrer Erfahrung weiß sie, was frischgebackene Mütter im Wochenbett wirklich brauchen. Eine Hebamme hilft beispielsweise beim Stillen und der Neugeborenen-Pflege. Zudem überwacht sie die Rückbildungsvorgänge, die Wundheilung und den Wochenfluss der Mutter. Eine Hebamme kann außerdem die Anzeichen einer Wochenbettdepression rechtzeitig erkennen und sich um die notwendige Hilfe kümmern.

Welche Probleme siehst Du in einer fehlenden Wochenbettbetreuung?

Frischgebackene Mütter und ihr Neugeborenes brauchen die ersten Tage nach der Geburt viel Ruhe und sollten bestenfalls die meiste Zeit im Bett verbringen. Ich besuche die Familie kurz nach der Geburt täglich und nehme mir ausreichend Zeit, um die Familie mit Rat und Tat zu unterstützen. In dieser Zeit gebe ich den Frauen beispielsweise Tipps, wie sie ihr Baby richtig wickeln, tragen oder stillen können. Den Frauen hilft es, dass jemand sich ausgiebig Zeit für sie nimmt und ihnen ihre Fragen auch wirklich beantworten kann. Ohne eine intensive Wochenbettbetreuung würden sich sicher viele Familien mit ihren Fragen und Ängsten allein gelassen fühlen und sie müssten sich Hilfe bei Kinderärzten oder im Internet suchen. Dies hat zur Folge, dass Kinderarztpraxen total überlaufen wären und die Internetrecherche viele Familien zusätzlich verunsichern könnte. Zudem würde sicherlich auch das Risiko steigen, dass eine Wochenbettdepression unentdeckt bleibt. Meine Erfahrungen haben mir gezeigt, dass sich gut betreute Frauen viel schneller in ihrer neuen Rolle zurechtfinden. Es gibt natürlich auch Frauen, die nicht auf die Unterstützung einer Hebamme angewiesen sind und bei denen alles direkt reibungslos klappt. Das ist jedoch eher selten.

Kannst Du allgemein ein wenig zu dem Berufsstand der Hebamme und der aktuellen Situation erzählen? 

Leider ist die Situation der Hebammen derzeit ziemlich schwierig. Unser Beruf wird zunehmend unattraktiver gestaltet, insbesondere in Bezug auf Vergütung und Versicherungskosten, die eine Hebamme selbst tragen muss. Daher gibt es immer weniger Hebammen, die selbst eine Geburt betreuen. Die meisten Hebammen fokussieren sich stattdessen auf die Vor- und Nachbetreuung und sind bei der Geburt nicht an der Seite der werdenden Mutter. Somit ist leider eine intensive Betreuung, wie viele Eltern sie sich wünschen, beinahe unmöglich geworden. Das stellt natürlich auch die werdenden Eltern vor Herausforderungen, da sie mehr denn je auf sich selbst gestellt sind und niemanden haben, an den sie sich jederzeit mit ihren Fragen wenden können. Ich persönlich finde diese Entwicklung sehr schade und hoffe, dass sich bald etwas an der derzeitigen Situation verändert.

Wie können wir helfen? 

Um den Notstand noch deutlicher aufzuzeigen, können (werdende) Eltern sich weiter bei den Krankenkassen darüber beschweren, dass sie keine Hebammenbetreuung finden. Ich würde mir wünschen, dass die Stimmen der zahlreichen Eltern gehört werden und sich endlich etwas zum Positiven verändert.

Dieser Beitrag ist in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Lillydoo entstanden /Photo by Kate Krivanec 

Noch weitere Tipps für werdende Mamas:

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  • Meine besten Tipps für das Wochenbett findest du hier. 
  • Schau auch gern noch einmal in die Bücherliste für mehr Inspiration

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