Shaktipat Awakening

Shaktipat – Wie die Kundalini-Erweckung mein Leben veränderte

Am 4. Juli 2012, am Independence Day also, wurde ich in eine grandiose und tiefspirituelle Meditationspraxis eingeweiht: Meine Kundalini-Shakti wurde erweckt. Von einem Siddha-Master aus Indien, der mir damals vorkam wie ein fast schon unnahbarer, freundlicher Opa in orange mit weißem Nikolausbart. Siddha-Master heißt übersetzt so viel wie „einer, der das höchste Ziel, die Vollkommenheit des menschlichen Daseins, erreicht hat“ und zudem sogenannte Siddhis hat, übernatürliche Fähigkeiten, wovon ich schon sehr schnell aus eigener Erfahrung überzeugt werden sollte.

Völlig ahnungslos, ohne jemals zuvor das Wort Shakti gehört zu haben, fuhr ich damals in das 3-tägiges Retreat

Angemeldet hatte ich mich auf Grund von vielen „Zufällen“, irgendwas hatte mich dahin gezogen. Ich sagte noch zu meinem damaligen Partner „wenn das alles ein Haufen esoterischer, tanzender Kiffer ist, dann fahren wir sofort wieder nach Hause.“ Auf so was stehe ich nämlich überhaupt nicht. Was uns dann jedoch tolles dort wiederfuhr, haben wir so gar nicht erwartet! Und wenn ich heute so zurückblicke fühlt sich das tatsächlich an, als gäbe es mein Leben Teil 1 davor und mein Leben Teil 2 nach diesem Meditations-Retreat, das einfach mal hoppladihopp mein Leben verändert hat.

Und plötzlich war nichts wie zuvor

Ohne zu übertreiben stellten sich auf einmal eine unfassbar starke, innere Ruhe und ein extrem starkes Vertrauen in den Fluss des Lebens bei mir ein. Ich fand mich in Situationen wieder wo ich beobachten konnte, dass ich auf einmal völlig gelassen war, die Dinge eher im Gesamtkontext sah, eine irre Toleranz für gut wie schlecht an den Tag legte und mich wie von Gottes Hand beschützt fühlte bei allem was ich tat. Ich merkte wie ich immer mehr genoss, einfach zu meditieren und weniger an materiellen Dingen interessiert war, ich simple Dinge zunehmend mehr schätzte, ich spürbar mehr Verständnis und Liebe für alles und jeden in mir trug,  ich in der Meditation von innen heraus in Asanas ging die ich eigentlich dachte nicht zu können, ich manchmal da saß und von innen überflutet wurde mit Glückseligkeit… und die Liste könnte noch ewig weitergehen.

Shakti übernimmt die Arbeit ganz von alleine

Und soll ich euch verraten, was das Tollste an allem ist? Ich habe dafür zero Technik angewendet, kein Yoga gemacht, keine Japasessions eingelegt und meinen Geist nicht versucht aktiv zu reinigen oder zu bändigen. Ich habe mich lediglich regelmäßig hingesetzt und einfach nichts gemacht. Denn wenn Shakti wach ist, übernimmt sie die Arbeit (mehr dazu erklärt Swami Nardanand unten in meinem Mini-Interview mit ihm).

Obwohl ich jetzt alles in der Vergangenheit geschrieben habe, ist das ein Prozess der seit der Initiierung fortwährend am laufen ist und sich Meditation für Meditation weiter vertieft. Um nichts in der Welt würde ich das wieder hergeben wollen und ich bin dem Leben zutiefst dankbar, dass es alles so eingefädelt hat um meinen spirituellen Prozess derart anzuschieben.

Irgendwie hatte das Independence Day Datum für mich definitiv mehr in Petto als nur etwas Symbolisches.

Aber was passiert da genau, wenn Kundalini Shakti erwacht?

Ich habe für euch 2 Fragen an Swami Nardanand Tirth gestellt, der das natürlich besser erklären kann als ich. Swami Nardanand ist seit seinem 12. Lebensjahr Swami und gehört einer sehr alten Linie von Siddha-Mastern an, die zu Ende ihres Lebens ihre Gabe an den nächsten weiter reichen.

Carina: Was genau ist Shaktipat?

Swami Nardanand Tirth: „Shaktipat ist eine Tradition die ca. 8.000-10.000 Jahre zurückreicht. Es ist ein Transformations-System das zur Selbsterwachung führt und durch die Initiierung von einem Siddha-Master beginnt. Diese Initiierung erweckt das inhärente, göttliche Bewusstsein, das Kundalini-Shakti, welches die spirituelle Praxis und die Reise der Bewusstseinserweiterung von diesem Moment an intensiviert und man kann sagen von alleine durchführt. Die spirituelle Praxis bzw. Meditation wird ab dann quasi mühelos, denn sie bedarf keinerlei Techniken wie Mantra-Chanting, Pranayama, Beten, Konzentration auf ein Objekt oder dergleichen mehr. Shakti, die Schöpferkraft selbst, übernimmt die spirituelle Praxis und der ‚Praktizierende’ muss nichts mehr willentlich tun, außer sich idealerweise täglich eine Stunde zum Meditieren hinzusetzten, sich dem Prozess, der dann automatisch von innen heraus abläuft, hinzugeben, ihn zu beobachten und ihn so gut es geht durch eine reine Lebensweise zu unterstützen.“

Man wird einfach gelassener und zufriedener

Carina: Wie sieht diese spirituelle Praxis denn genau aus, nachdem Kundalini-Shakti erwacht und demnach aktiv übernimmt?

Swami Nardanand Tirth: „Sobald Kundalini-Shakti erwacht, ob durch einen Meister oder durch eine andere Technik, beginnt ein automatischer, spiritueller Reinigungsprozess auf körperlicher, mentaler sowie pranischer Ebene. Dieser Reinigungsprozess ist, wenn man sich zur Meditation hinsetzt. deutlich spürbar, denn Dinge wie Asanas, Pranayamas, Mudras, Weinen, Lachen, Farben sehen, Energieströme, spontane Glücksgefühle und viele andere sogenannte Kriyas („Reinigungen“) laufen von alleine ab. Diese Kriyas fühlen sich sehr natürlich an, so, wie wenn man einen lauten Seufzer rauslässt und sich danach irgendwie freier fühlt. Was auch immer bei dem ein oder anderen geschieht, nutzt das göttliche Bewusstsein um dessen tiefsitzende Muster und Karmas zu lösen. Die Praxis ist in so fern anders und intensiver als vor der Erwachung, weil sie nicht mehr von unserem Kopf oder dem Yogalehrer gesteuert wird, sondern von einer höheren Instanz, die keine geringere ist als die Schöpferkraft selbst.

Außerhalb der Meditation bemerkt man relativ schnell, dass sich Anhaftung, Ärger, Eifersucht, Unsicherheiten, Angst sowie Egoismus etc. von ganz alleine ausschleichen und man deutlich gelassener und zufriedener durchs Leben geht. Mein Meister sagte dazu „The divinity then shines through the aspirant“. Man fühlt sich fortwährend freier und glücklicher, Weisheit und innere Ruhe stellen sich ein und die Person dringt immer mehr in die Tiefen der Spiritualität ein. Letztendlich endet dieser Prozess erst, sowie jede spirituelle Praxis besagt, mit dem Einswerden mit dem universellen Bewusstsein, Samadhi.“

Vielen Dank Swami Nardanand! Namasté

Swami Nardanand hat seinen Ashram direkt am Fluss in der heiligen Stadt Ujjain, in der von Ende April bis Ende Mai die Kumbh Mela 2016 stattfindet. Ich war schon 2 Mal dort und freue mich riesig, in ein paar Wochen wieder dorthin und auf meine erste Kumbh Mela zu fahren. Ein Bericht dazu wird folgen :-)

Falls du dich über seine Retreats informieren möchtet und auch Shaktipat erhalten möchtet, findest du hier mehr Infos: www.siddhamahayoga.eu. Und auch das Buch Secrets of Shaktipat: Awakening of Kundalini by the Guru bietet viele weitere Infos rund um das Thema.

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Carina liebt das ayurvedische Leben, vegane Essen und Meditieren. Sie ist Tochter der Eigentümerfamilie des Ayurveda Parkschlösschen ***** Hotels sowie Buddha-Museums in Traben-Trarbach und Hatha Vinyasa Yogalehrerin. Als Geschäftsführerin im Hotel genießt sie ihre tolle Aufgabe um in der Welt Gutes zu tun und gibt dort zudem wöchentlich Vorträge über Ayurveda und Yoga.


'Shaktipat – Wie die Kundalini-Erweckung mein Leben veränderte' have 4 comments

  1. 27. August 2017 @ 9:47 Jens

    Die Kundalini ist meine Freundin geworden. Sie erscheint immer sehr sanft und wenn sie doch mal wie eine Fontände durch meinen Körper schießt, dann hinterlässt sie einen Goldregen, der jede Zelle erfasst. Ich beschäftige mich erst seit zwei Jahren damit, weil ich zunächst annahm, dass es da losging, mit den Symptomen. Aber rückblickend ging es schon vor vielen Jahren los, nur wusste ich damals nicht, dass es dafür einen Namen gibt, weil ich mit Yoga und Meditation noch nichts am Hut hatte. Ich dachte immer ich sei krank und meine Ärzte dachten, ich sei Hypochonder. Jetzt sind alle Beschwerden Vergangenheit und was geblieben ist, sind Energieschübe von sanft bis „Haare zu Berge stehen“. Ausserdem haben sich mit der Kundalini gelegentliche luzide Träume und nächtliche Mandalas und farbige Muster eingestellt. Geschenke, für die ich sehr dankbar bin.

  2. 20. Mai 2016 @ 9:47 Carina

    Hi ihr lieben,
    sorry für meine späten Antworten!
    @Katharina: schreib an deutschland@siddhamahayoga.eu
    @ Mimi: ich bin da wirklich aus Zufall gelandet. Ich hab in den 4 Jahren so viele Swamis getroffen und auch viel über Kundalini gelesen, auch Kontroversen über Gurus und so weiter. Schön an Swami Nardanand ist, dass er sich niemals Guru nennt und auch sogar sagt, man soll niemandem folgen und seinen spirituellen Werdegang von niemandem andren abhängig machen. Es braucht eine Hilfe, um die Kerze anzuzünden (Shakti Erweckung), aber ab da braucht es nix mehr von Außen und schon gar nicht jemanden. Der Shaktipat Meister ist quasi nur so etwas wie das Feuerzeug. Oder jamand, der dir die Hand reicht um auf eine Mauer zu klettern. Wenn du oben bist, brauchst du sie nicht mehr. Jeder muss seinen ganz eigenen Weg gehen. Man kann zwar immer wieder mal Hilfestellungen oder Tipps erhalten, von Freunden, Familie oder auch Weisen z.B., aber eigentlich trägt jeder alles immer schon in sich. Und Swamiji ist auch immer erreichbar oder hilft gern, falls man doch mal meint man wäre in einer Sinnkriese oder so etwas.
    Ich bin extrem froh, dass mich das Leben zu ihm geschickt hat, in 4 Jahren habe ich noch keinen Müh an komischer Sache mit ihm erlebt. Alles ist extrem rein und liebevoll. Die gesamte Lineage, alle um ihn herum, alle die immer wieder zum Meditieren mit ihm kommen (weil er ein starkes Energiefeld hat und es schön ist in der Gruppe). Ich habe auch über so einige Horrorstories im Netz oder in Büchern gestaunt und sage jedesmal einfach DANKE an das Universum, dass ich in so guten Händen gelandet bin.
    Letztendlich muss sich aber dein Bauch gut damit anfühlen :) das ist das wichtigste!
    Ich habe auch fast den ganzen Text von deinem Link gelesen. Ich kann natürlich nur von meiner Erfahrung mit Swami Nardanand sprechen und auch von der Gruppe, die er initiiert hat, um die 2000 Menschen ca. Bisher gab es keinerlei Probleme und es gab sogar ein paar, die hatten eine wache Kundalini durch Yoga oder jahrelange Meditationen und die kamen nicht so ganz drauf klar. Sie wurden dann als Hilfe von ihm initiiert und seitdem läuft es super und nur so stark, wie ihr Körper Geist System es aushalten kann. Und auch nur in der Meditation, keiner hat Probleme im normalen Leben, da kommt nichts unkontrollilert einfach raus. Auch all meine Freunde, die initiiert sind haben nur positive Erfahrungen damit, auf allen Ebenen.
    Die Lineage von Muktananda bzw dessen Guru und der Vor-Vor-Guru von Swami Nardanand haben sich sehr geschätzt und immer wieder besucht. Trotzdem, es gibt auch komische Geschichten über Muktananda und ich bin froh, in meiner Lineage initiiert worden zu sein. Falls ich irgendwie helfen kann und es dich wirklich alles irgendwie verunsichert, können wir gerne telefonieren und ich erzähle dir alles was ich weiß, damit du dich vielleicht sicherer im Thema fühlst, bevor du dich zu einem Meister begibst, wer auch immer es sein mag :) ich habe bestimmt auch 10 Bücher darüber gelesen und übersetze Swamijis Satsangs. Sonst kann man sich vielleicht auch Videos von den Meistern anschauen, um ein Gefühl für sie zu bekommen, quasi ob die Chemie passt. Und natürlich kann man sicher auch jeden einfach einmal kennen lernen sollten sie in der Nähe sein, wenn man sich unsicher ist.
    Übrigens geht nicht jede wache Shakti Energie gleich in Sushumna, den Hauptnadi in der Wirbelsäule rein. Dafür muss der Energiekörper extrem rein sein und meist dauert es mehrere Jahre, bis man sich da mit Hilfe von der wachen Shakti hinmeditiert hat. Aber auch alles bis dahin ist schon ziemlich magisch und sehr heilend.
    Mehr Tipps habe ich leider nicht parat :)
    Liebste Grüße,
    C*

  3. 9. Mai 2016 @ 9:47 Mimi

    Darf ich fragen, wie Du auf diesen Guru gekommen bist? Ich habe kürzlich einen Artikel gelesen, dass man hier aufpassen sollte, welchen Master-Rang der Guru hat, da eben nicht „alle“ das gut / göttlich können.

    Hier der Artikel, falls Du den lesen magst.
    https://www.facebook.com/notes/kundalini/the-dangers-behind-the-hundreds-of-shaktipat-givers/10152726835355121/

    Ich interessiere mich für diese Initiation, möchte allerdings nichts „böses“ wecken…

  4. 2. Mai 2016 @ 9:47 Katharina

    Wow das klingt ja wirklich wahnsinnig interssant da muss ich mich doch gleich mal Schlau machen und gucken wo ich mein Shaktipat erhalte. Super Beitragen vielen Dank


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