Be brave to live your life: Von Yoga und vom Mut

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Wenn ich mit Yogis über Mut spreche, dann geht es oft erst um die Krähen und Handstände, und damit um die Angst zu fallen und sich zu verletzen. Und ja, das stimmt, ich turn handstandmäßig auch noch an der Wand herum, weil die Angst zu groß ist. Heut jedoch soll es bei Yoga und den Mut, den es uns schenken kann, um etwas mehr gehen. Die Angst vor dem Fallen ist nur ein Aspekt, ein Sinnbild für das, was tief in uns losgetreten wird, wenn wir praktizieren.

Der Sturm in uns lenkt uns ja meist ordentlich ab.

Es gibt eine Vielzahl an wilden Dingen zu denken und zu tun, und so jagen wir durch die Tage und wundern uns, dass bald schon wieder Weihnachten ist. Das Bild, was wir bei all dem Trubel von uns selbst bekommen, ist eine bunte Mischung aus eigenen Erfahrungen, Feedback Dritter und all den subjektiven Rückschlüssen, die wir ziehen. Der Sturm in uns und um uns lenkt uns ganz schön ab von dem, was wesentlich sein könnte.

Das eigene Leben leben ist dann gar nicht so einfach.

All die Ansprüche, die andere an uns stellen. All die Bilder davon, wie etwas zu sein hat. All die verschiedenen Möglichkeiten und die einschränkenden Schubladen, mit denen sie einhergehen. All die Ideen, die wir von uns selbst haben und die nur eine Verzerrung sind. All das kann uns im schlimmsten Fall davon abhalten, unser eigenes Leben zu leben.

Das Leben der Anderen

Vielleicht kennt ihr das auch: Diese Momente, wenn wir ein Ziel erreicht haben, vielleicht etwas gekauft haben oder wenn wir abgekämpft nach Hause kommen und in der erschöpften Pause die Frage nach dem „Warum überhaupt?“ in uns keimt? Das Leben, was nur halb zu uns passt oder was sich andere gut für uns vorstellen können, muss uns nicht zwangsläufig glücklich machen. Manchmal wäre es vielleicht wichtig den nächsten Karriereschritt auszuschlagen, und stattdessen die nächste Fortbildung zu beginnen – aber im Zweifel merken wir das erst viel später.

Sich einen Moment selbst erkennen

Bei all den Asanas und Meditationen geht es mir um diesen einen Moment, in dem ich den flirrenden Gedanken meines Kopfes entfliehen und einen Blick auf mich selbst werfen kann. Auf die rohe Version von mir. Plötzlich sehe ich all die Muster und Abläufe, erkenne einen kurzen Augenblick lang meine Sehnsüchte und meinen Kern – bis dann der nächste Gedanke kommt. Ich sehe manchmal, wo ich einer Möhre hinterher jage, auf die ich gar keinen Hunger habe oder welche Vorstellungen mich leiten, die nichts mit dem zu tun haben, was für mich wirklich zählt.

Wer regelmäßig praktiziert, bekommt so mehr und mehr (manchmal etwas schmerzhafte) Eindrücke von sich selbst. Ohne jeden Filter erkennen wir, was bei uns und in unserem Leben los ist. Das macht einiges, vor allem macht es Lust auf Veränderung. Auch wir selbst verändern uns: Die meisten werden feinfühliger, klarer, ruhiger. Das Selbstbewusstsein wächst, ohne dass das Ego sich aufbläht, was auch gut tut. Und dann kommt der Mut.

„Die Freiheit beginnt mit dem Mut“

lautet eine Zeile eines meiner liebsten Zitate (Perikles). Da, wo Yoga uns hilft uns selbst mehr zu erkennen, beginnt die Veränderung. Keiner hat Lust, das Leben anderer zu leben. Wir alle wollen glücklich sein, unseren Frieden finden, Gutes tun. Jeder von uns auf seine eigene Art. Die Umsetzung im Alltag ist jedoch das, was meist Schwierigkeiten macht. Festgefahren in unserer alten Welt glauben wir nicht, dass „das“ geht.

Mit all dem Selbstbewusstsein und dem Fokus, der plötzlich entsteht, gibt es allerdings bald keine Ausreden mehr. Nicht morgens auf der Matte, nicht danach im Leben. Der Mut, die Unsicherheit auszuhalten und dem Leben zu vertrauen, wächst, wenn wir praktizieren. Mehr und mehr erkennen wir, dass wir vor allem uns selbst und unserem inneren Kompass vertrauen müssen, wenn wir gute und glückliche Menschen werden wollen.

Alles, was wir tun, ist unsere Entscheidung

Wir treffen eine Wahl, jeden Moment unseres Tages. Natürlich sind wir nicht zu 100 % unabhängig. Wir haben Chefs und Kollegen, Familie und Freunde, Kunden und Lehrer. Unser Umfeld reagiert auf das, was wir tun. Mal ernten wir Beifall, mal Kritik. Es braucht Mut, eigene Entscheidungen zu treffen und doch nicht egoistisch zu sein. Im ersten Momente jedenfalls. Eigentlich haben wir immer eine Wahl. Zum Beispiel, wenn es darum geht, wie wir sein wollen: angespannt oder friedlich? gütig oder neidisch? gelangweilt oder inspirierend? Und was bräuchte es hierfür in unserem Leben? Für was sollten wir sorgen, um das noch mehr sein zu können?

Die Angst vorm Fallen

Und egal, wie klein oder groß dann die Veränderungen und Schritte sind, die Angst gehört mit dazu. Ihr Muster erkennen, sie verstehen und annehmen, auch das lehrt Yoga. Und auch das sich-langsam-rantasten. Einen Fuß von der Wand nehmen beispielsweise und einen kurzen Moment frei im Handstand stehen, oder endlich diese Infobroschüre für die Fortbildung anfordern. Yoga fördert Satya – die Wahrhaftigkeit. Wir erkennen uns selbst und mehr und mehr wollen wir das, was wir da sehen, auch genauso nach außen tragen. Wir werden mutiger und freier, klarer und freundlicher. Ach, ich liebe Yoga.

Übrigens: Ein tolles Buch zu dem Thema ist „Yoga oder die Kunst, sich selbst zu finden“ von Jeff Krasno.

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Be brave to live your life: Von Yoga und vom Mut
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Mut und Yoga: Damit ist nicht unbedingt der Mut gemeint, den man für einen Handstand braucht. Vielmehr geht es um den Mut, zu vertrauen und uns selbst besser kennen zu lernen. Und dieser Mut kann durch Yoga in uns wachsen.
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Happy Mind Magazine
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Silja ist Mama von drei Söhnen, von Beruf Trainerin, Coach und Yogalehrerin. Sie liebt Psychologie, Yoga, grünes Essen und alles, was das Leben schöner, leichter, fröhlicher macht. Du kannst sie u.a. in Workshops zum Thema „Yoga & Psychologie“ erleben und auf ihrer Seite  www.glücksplanet.de mehr von ihr lesen.  


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