Die guten Vorsätze und wie wir sie umsetzen

Im Januar und Februar Meditationskurse anzubieten ist eine dankbare Zeit. Genauso wie es sich wahrscheinlich richtig lohnt, ein Fitnessstudio zu haben, Raucherentwöhnungskurse durchzuführen oder Ernährungsberatung zum Abnehmen. Alles, was uns „besser“ macht, hat zu dieser Jahreszeit Hochkonjunktur, denn kurz vorher war Silvester, und was haben wir uns nicht alles vorgenommen… Fitter, schlanker, stressfreier soll das neue Jahr werden, mindestens!

Aber spätestens ab April sind die Fitnessstudios wieder genauso voll (oder leer) wie zum Jahresende und meine Kursteilnehmer haben in der Regel auch schon wieder aufgehört zu meditieren.

 

Viele Menschen sind resistent gegen positive Veränderungen

 

„Ich brauche ganz dringend etwas um mich zu entspannen, ich bin total gestresst.“ und „Die Meditation bei deinem Kurs hat mir so gut getan.“ sind wohl die beiden Sätze, die ich rund um meine Meditationsworkshops und -kurse am häufigsten höre.

Da Meditation nur dann einen wirklichen Einfluss auf deinen Alltag hat, wenn du es regelmäßig machst, versuche ich in den Kursen meinen Teilnehmern diverse Werkzeuge an die Hand zu geben, wie sie das umsetzen können. Ich bespreche mit ihnen Zielsetzungen, Intentionen… und frage nach, wie sie vorankommen. Trotzdem schaffen es die wenigsten, täglich zu meditieren. Oder sie schaffen es während des Kurses (also, wenn jemand nachfragt), aber danach hören sie auf.

Die Gründe dafür nicht zu meditieren sind vielschichtig. Menschen ändern ihre Gewohnheit schwer, neue Gewohnheiten aufzunehmen ist noch schwerer. Unser innerer Schweinehund ist groß, gerade wenn es um Dinge geht, die uns auf so vielen Ebenen verändern, wie die Meditation. Es ist wirklich erstaunlich, wie resistent wir sind, wenn es darum geht, uns selber etwas Gutes zu tun, sei es Meditation, Sport oder gutes Essen. Darüber können wir alle mal nachdenken, ich inklusive.

 

Alles eine Typ-Frage…

 

Hier möchte ich euch ein Konzept von Gretchen Rubin, der Autorin von „Das Happiness-Projekt“ vorstellen, was meine Art mit Gewohnheiten umzugehen grundlegend verändert hat. Sie hat die Menschen in vier Gewohnheitstypen eingeteilt, die alle vier auf unterschiedliche Motivation und Ansprache anspringen. Es geht darum, ob wir auf äußere oder innere Erwartungen reagieren. Die Art wie wir unsere Gewohnheiten ändern und es auch tatsächlich dauerhaft tun, ist eben bei jedem Typ anders. Deshalb haben meine Ideen zur Umsetzung auch bei so vielen Teilnehmern nicht funktioniert, sie waren einfach andere Typen als ich.

Und das sind die vier Typen (die deutschen Übersetzungen sind von mir, die korrekten gibt es in der deutschen Version des Buches von Gretchen Rubin, siehe Lesetipps am Ende). Mit „Erwartungen“ ist hier die Umsetzung von neuen Verhaltensweisen gemeint und wodurch der Anstoß kommt, sie umzusetzen:

 

1. UPHOLDERS (ERHALTER):
Reagieren zu gleichen Teilen auf innere und äußere Erwartungen.

2. QUESTIONERS (FRAGENDER):
Stellen alle Erwartungen in Frage. Sie reagieren erst, wenn sie finden, dass eine Erwartung wirklich Sinn macht, sie reagieren also nur auf innere Erwartungen.

3. REBELS (REBELLEN):
Sie wehren sich gegen alle Erwartungen, sowohl die inneren als auch die äußeren.

4. OBLIGERS (BEFOLGER):
Sie befolgen äußere Erwartungen, aber haben Probleme innere Erwartungen umzusetzen.

 

Bevor wir gucken, wie die vier Typen ihre Neujahrsvorsätze umsetzen können, geht es hier zum Test (auf Englisch), welcher Gewohnheitstyp du bist:

www.gretchenrubin.com/test

 

Alles klar? Gab es Überraschungen? Und hier erfährst du nun, wie du die guten Vorsätze umsetzt:

 

1. UPHOLDERS (ERHALTER):
Du tust gut daran, dir im Außen Erinnerungen und Verbindlichkeiten zu setzen, die du einhalten solltest/musst. Wenn du Sport machen willst, dann such dir einen verbindlichen Kurs, den du absagen musst, wenn du nicht kommst. Such dir eine Freundin, die mit macht und nachfragt, warum du nicht dabei bist. Du brauchst äußerliche Motivation um deine innere Erwartung umsetzen zu können.

 

2. QUESTIONERS (FRAGENDER):
Du bist gut darin, deine Vorsätze zu halten, wenn du genügend innere Überzeugung hast. Eigentlich brauchst du das Konzept der guten Vorsätze nicht, denn du änderst deine Gewohnheiten dann, wenn es dir passt. Der 1. Januar ist da nur irgendein Datum. Bevor die Gewohnheit geändert oder neu etabliert werden kann, solltest du dich gut informieren und recherchieren, was der beste Weg ist, um wirklich 100% überzeugt zu sein.

 

3. REBELS (REBELLEN):
Wenn du ein Rebell bist, dann findest du gute Vorsätze wahrscheinlich sowieso total überflüssig. Du machst nur das, was du willst und nur dann, wann du willst. Das ist okay! Achte darauf, dass du nicht sinnlos in Opposition gehst. Gute Vorsätze machst du nur dann, wenn sie eine Herausforderung sind zu zeigen, wie unangepasst du bist. Je mehr du von einer neuen Gewohnheit überzeugt bist, desto besser kannst du sie umsetzen. Je mehr sie Teil deiner Identität werden kann und du dadurch zeigen kannst, wer du bist, desto besser.

 

4. OBLIGERS (BEFOLGER):
Und wenn du ein Upholder bist, dann hast du mit guten Vorsätzen so gar kein Problem. Du bist super darin, sie zu machen und zu halten. Am besten funktioniert das, indem du dir sie euch terminiert. Jeden Tag um 8:00 h wird meditiert, und das trägst du in den Kalender ein.

 

Nicht jeder Gewohnheitstyp springt also gleich gut auf gute Vorsätze an. Aber mit ein paar Tricks können wir neue Gewohnheiten, wann auch immer, gut umsetzen.

Welcher Gewohnheitstyp bist du? Wie kannst du die Erkenntnis für dein Leben nutzen?


Buchtipps zum Weiterlesen:

 

Bist du auch schon öfters an deinen Vorsätzen gescheitert? Lies hier, warum das Umsetzen der Vorsätze eine Typfrage ist und wie du herausfindest, welcher Typ du bist.

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Foto: Sina Niemeyer

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Maite ist ausgebildete Meditationslehrerin und zertifizierter ganzheitlicher Gesundheitscoach. Sie liebt und lebt das genussvoll gesunde Leben. Außerdem ist sie selbstständige Filmproduzentin, Geschäftsführerin der Ella Filmproduktion GmbH und Mutter von zwei Kindern. So kann sie aus täglicher Erfahrung über die Herausforderungen von Achtsamkeit und Meditation im Alltag sprechen. Der rote Faden ihrer Arbeit ist Menschen auf vielfältige Weise zu inspirieren und zu berühren. Sie bietet einen Onlinekurs „Meditation für Mamas“ an, Informationen gibt es unter www.meditationfuermamas.de


'Die guten Vorsätze und wie wir sie umsetzen' has 1 comment

  1. 13. November 2018 @ 9:47 Leonie

    Hallo Maite und danke für diesen interessanten Artikel!
    Ich bin gerade trotzdem etwas verwirrt.. kann es sein, dass Du ganz am Ende die Texte der Upholders und Obligers vertauscht hast?

    Ganz liebe Grüße!


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