Wieso es so wichtig ist, dein Dosha zu kennen, erfährst du hier.

Warum es so wichtig ist, dein Dosha zu kennen

Wie du weißt, ist ein Teil des Grundgerüstes des Ayurveda die Lehre der Energietypen, der Doshas oder auch der Konstitutionen. 

Davon gibt es im Ganzen 7 verschiedene:  3 Hauptkonstitutionen, 3 Mischtypen und einen Tridosha-Typ:

  • Vata
  • Pitta
  • Kapha
  • Vata-Pitta
  • Pitta-Kapha
  • Kapha-Vata
  • Vata-Pitta-Kapha

Jede dieser Energien besitzt verschiedene Eigenschaften: Vata ist zum Beispiel der kreative, vergeistigte und nur zu gerne der chaotische Typ. Pittas sind die Macher, mit Witz und Intelligenz gesegnet, ebenso wie mit einem aufbrausendem Gemüt. Die Kapha Typen sind die bedächtigen und ruhigen unter uns, mit einem Hang zur Tradition und Beständigkeit, aber auch einer Tendenz zur Trägheit.

Mischtypen besitzen Mischungen in den unterschiedlichsten Verhältnissen, während der Tridosha-Typ alle 3 Energien in harmonischem Gleichgewicht vereint.


Der Wert der Doshas


Für mich ist die Lehre der Doshas etwas ganz Besonderes. Es gibt unendlich viele verschiedene Mischungen von Typen, genauso viele wie es Menschen gibt.

Wenn du dich mit den Doshas generell – und vor allem deinem Eigenen – beschäftigst, tut sich ein Verständnis auf für die unterschiedlichen Charakteristiken und wie sie zustande kommen. Das Wissen über die Energien dieser Typen erleichtert dir den Umgang mit deinen Mitmenschen ganz ungemein.

Das Zusammenleben mit deinen Mitmenschen sowie Konflikte im Umgang mit ihnen lassen sich durch dieses Wissen leichter lösen. Es offenbart sich dir eine tiefere Einsicht für die Reaktionen deines Umfeldes. Indem du die Taten und Handlungen nachvollziehen kannst, wird es dir leichter fallen, zu verstehen, warum gerade so gehandelt wurde. Es fördert die Empathie und das Verständnis.

In schwierigen Situationen oder vor Gesprächen kannst du dich schon im Vorfeld vorbereiten, da du weißt, wie du deinem Gegenüber gutes tun kannst und was es in gewissen Situationen braucht, um sich sicher oder beruhigt zu fühlen. Du weißt, worauf du dich einstellen musst: bei deinem Gegenüber und auch bei dir selbst.  

Die Arbeit mit den Konstitutionen hilft dir zu verstehen, warum Menschen tun was sie tun, warum sie gewisse Dinge beruhigen und andere in Aufregung versetzten. Warum Sie bestimmte Nahrungsmittel bevorzugen und andere wiederum ablehnen.


Nutze dieses Wissen


So hilft es mir dabei, meine Mitmenschen zu akzeptieren wie sie sind und vor allem: mich selbst so zu akzeptieren wie ich bin.  Das Wissen um die Konstitutionen erleichtert das Miteinander für alle Beteiligten. Es lohnt sich also definitiv, wenn du dich bewusst damit auseinandersetzt.

Diese Lehre lässt sich wunderbar in allen Gebieten des Lebens praktizieren, beruflich wie privat:

  • Du verstehst, warum deine Schwiegermutter in der gleichen Situation anders handelt als dein Vater.
  • Warum deine Freundin nie länger an einem Ort leben kann und dein Freund am liebsten niemals von daheim weggehen würde.
  • Warum sich drei verschiedene Personen in derselben Umgebung komplett konträr verhalten.
  • Warum die eine Person im Büro immer so hektisch und vergesslich ist, während die andere der verlässliche Fels in der Brandung ist. Und du lernst, wie du mit beiden umgehen musst, um das beste aus Ihnen rauszuholen.
  • Warum du immer pünktlich bist und dein Partner immer zu spät fertig wird.
  • Warum du lieber im kühlen Norden urlaubst und deine Familie im heißen Süden.

Das Wissen über dich selbst


Wenn du dich genauer mit deinem eigenen Dosha beschäftigst, wirst du sehr viel über dich selbst lernen:

  • Du lernst, wie du deinen Energietyp positiv beeinflussen kannst: welche Ernährung dir gut tut und welche nicht.
  • Welche Behandlungen und Pflegeroutinen deine innere Harmonie fördern.
  • Welches Umfeld du bevorzugen solltest.
  • Du kannst dein berufliches Umfeld an deinen Typ anpassen oder rechtzeitig gegensteuern, wenn es sich nicht ändern lässt.
  • Du kannst deine täglichen Rituale und Routinen an deine Bedürfnisse anpassen.
  • Deinen Lebensstil dahingehend verändern, dass es dir nützt und dich fördert.
  • Du weißt, was du in deiner Freizeit tun oder nicht tun solltest, um zur Ruhe zu kommen oder dich aufzubauen.

Du verstehst besser, warum und wie du in bestimmten Situationen handelst und kannst ganz klar darauf  reagieren:

Wenn mich die Bedächtigkeit von meinen Mitmenschen auf die Palme bringt, kann ich mich auf dieses Wissen berufen und damit arbeiten. Ich verstehe, dass ich durch meinen Pittaanteil sehr leicht aufbrausend und ungeduldig bin und dass das Kapha meines Gegenübers für die Ruhe und Gelassenheit sorgt, die mich nervt.

Ich weiß auch, dass ich in Fällen der inneren Überhitzung (Wut, Aggressivität, usw.) mit kühlen Mahlzeiten, Schatten, kühler Kleidung und Umgebung sowie beruhigenden Tätigkeiten gegensteuern kann.


Das unbewusste Wissen


Hast du auch bestimmte Abneigungen oder Vorlieben? Etwas das du überhaupt nicht magst? Gewisse Lebensmittel oder Speisen zum Beispiel? Oder bestimmte Umgebungen, Menschen oder Orte? Gibt es etwas, ohne das du nicht leben kannst?

Wir alle verfügen über ein angeborenes Wissen darüber, was zu unserem Energietyp passt und was nicht. Leider haben wir über die Jahre verlernt, darauf zu hören. Wenn du dich wieder mehr mit deiner Konstitution vertraut machst, wirst du sehr viele AHA-Momente erleben:

Ich hatte zum Beispiel schon immer eine Abneigung gegen zu heißes oder scharfes Essen und heiße Getränke. Es verursacht eine innere Unruhe, eine innere Hitze in mir – sogar im tiefsten Winter – die ich nicht verstehen konnte. Ich esse meine Speisen seit ich denken kann nur mild gewürzt und lasse meine Mahlzeiten immer ziemlich stark abkühlen (meistens etwas über Handtemperatur oder Zimmertemperatur). Auch verdünne ich meinen Tee immer zur Hälfte bis drei Viertel mit kaltem Wasser, sonst ist es mir nicht möglich ihn zu trinken.

Durch die Arbeit mit den Doshas weiß ich jetzt, dass ich ein Vata-Pittatyp bin. Der Pittaanteil in mir verfügt von Haus aus über große innere Hitze. Meinem Typ wird von heißen und scharf gewürzten Speisen abgeraten. Der Pittatyp ist sogar der einzige, der ohne Probleme Rohkost essen kann und seine Mahlzeiten nicht immer warm genießen sollte.


Wie die Kenntnis meines Doshas mir geholfen hat


Die Kenntnis meines Doshas hat mir sehr dabei geholfen zu verstehen, warum ich gewisse Dinge nicht mag oder sie unbedingt brauche:  Ich benötige zum Beispiel sehr viel Ruhe und einen geregelten Tagesablauf. Nun weiß ich, dass mein Vataanteil, der eher unruhig ist, diese Ruhe und Beständigkeit braucht um nicht ganz abzuheben. Er braucht auch Regeln und ein gutes Gerüst, sonst verzettelt er sich im kreativen Chaos.

Intuitiv habe ich mich danach gesehnt, was ich brauche und gemieden, was mir nicht guttat.

Genauso gut habe ich aber viele dieser Bedürfnisse einfach ignoriert: habe eiskaltes Wasser getrunken, obwohl mir danach der Bauch weh tat, einfach weil es schmeckt. Habe mich im Sommer in die pralle Sonne gesetzt, um schön braun zu werden, obwohl es mich innerlich versengt hat oder unzählige Mahlzeiten ausgelassen und mich gewundert, warum ich aggressiv wurde.

Es ist daher an der Zeit, wieder mehr auf unser Bauchgefühl zu hören und unseren Rhythmus an unsere Eigenschaften anzupassen. Wir kümmern uns so viel um die Belange von anderen Menschen (sei es im Beruf oder in der Familie), da wird es an der Zeit uns selbst mal auf den ersten Platz zu hieven und bei uns anzufangen.

Denke in dich hinein: was sagen dir deine Abneigungen, deine Vorlieben? Was lernst du aus deinen Unverträglichkeiten oder Sehnsüchten? Wie passt das eine zum anderen?

Du hast dieses Wissen schon in dir. Es gehört nur wieder ausgebuddelt – und angewendet. Nimm dir Zeit, es geht nicht von Heute auf Morgen. Aber gewöhne es dir an, zuerst in dich hineinzuhören und zu lauschen: was sagt dir dein Körper? Was braucht er Heute?

Das Bauchgefühl in Kombination mit dem Wissen des Ayurveda ist ein unschlagbares Team in der Selbstfürsorge und es wird dir garantiert helfen, ein harmonischeres Leben zu führen.

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Angelika Stranger kommt aus Österreich und schreibt seit 2017 auf ihrem Blog www.umgekrempelt.at. Sie verbindet ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung mit moderner Spiritualität und hilft dadurch ihren Lesern, ihre Ziele zu erreichen.


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