Was es wirklich bedeutet, glücklich zu sein

Lange hab ich geglaubt, dass es das Glück irgendwo da draußen gibt. Ich dachte, wenn ich diesen Job habe, DANN bin ich glücklich, wenn ich irgendwann mal in diesem Haus wohne, DANN bin ich glücklich, wenn ich irgendwann mal an diesem Ort lebe, DANN bin ich wirklich glücklich. Letztendlich ist das eine Endlosschleife an Illusionen, die sich spätestens dann in Luft auflösen, wenn irgendeiner dieser Wünsche in Erfüllung gehen und wir dann immer noch nicht das Gefühl haben, das Glück gefunden zu haben.

Nachdem ich mich nun schon einige Jahre mit Yoga, der spirituellen Praxis und vor allem mit mir selbst beschäftige habe ich immer mehr und mehr festgestellt, dass ich zum einen nur so viel Glück in der äußeren Welt finden kann wie ich in mir trage und zum anderen (und das steht vor allem) glücklich mit mir selbst sein muss. Das bedeutet nicht, dass alles in meinem Leben perfekt sein muss um happy mit mir zu sein, ganz im Gegenteil – ich arbeite jeden Tag daran, dass ich mit den Entscheidungen die ich treffe dazu beitrage, das ich mit mir im Reinen bin. Es ist tägliche Arbeit und bedeutet sehr viel Selbstreflexion, Meditation, Körperarbeit und vor allem gehört sehr viel Vertrauen dazu. In diesem Beitrag erzähle ich dir von 10 Methoden, die mir dabei helfen ein glücklicheres Leben zu führen.

 

1. Glücklich sein bedeutet nicht, dass alles perfekt ist

Besonders auf der Yogamatte, wenn ich in Kontakt mit meinem Körper trete, praktiziere ich jedes Mal, mich mit meinen eigenen Grenzen zu arrangieren und diese zu akzeptieren. Die Person neben mir kommt vielleicht problemlos in den Spagat und ich praktiziere seit 7 Jahren Yoga und bin noch meilenweit davon entfernt. Ich habe gelernt, dass es mich nicht zu einem besseren Menschen oder fortgeschrittenen Yogi macht, wenn ich eine Haltung problemlos meistere. Es geht vielmehr um die innere Erfahrung die du während deiner Asana-Praxis machst. Kehre also mehr vom Äußerlichen, von der Form wie eine Haltung auszusehen hat, in die bewusste Wahrnehmung. Kehre mit deiner Aufmerksamkeit nach Innen und lerne auf deinen Körper zu hören. Neben der Selbstakzeptanz gehört außerdem noch die Fähigkeit dazu im Sturm, in der Anstrengung, im Unkomfortablen (darüber habe ich hier auch schon mal einen Beitrag geschrieben) die Ruhe zu bewahren. Auch das lässt sich wunderbar auf deiner Yogamatte üben und dann nach und nach mit in den Alltag integrieren. Als Yogalehrerin sehe ich einige Schüler die ganz ambitioniert ein Chaturanga nach dem nächsten praktizieren und wenn sie dann in den Baum (Vrikshasana) sollen, dann wackelt es und sie geben nach einem kurzen Moment auf. DAS ist Yoga! Gib nicht auf, lass es wackeln, kein Drama, bleib ruhig und versuche es immer und immer wieder. Jeden Tag.

In unserem Leben werden immer wieder Herausforderungen auf uns zukommen und auf deiner Yogamatte hast du die Chance, dich mental und emotional auf die schwierigen Situationen im Leben vorzubereiten. Bleib bei dir, vertrau dir und bleib stark.

2. Bewusste Entscheidungen/ Fragen stellen

Um glücklich und ausgeglichen zu sein gehört es für mich immer dazu, bewusste Entscheidungen zu treffen. Das bedeutet mir immer wieder die Frage zu stellen: Möchte ich das wirklich? Tut mir das gut oder schadet es mir? Das kann schon bei ganz banalen Dingen anfangen. Zum Beispiel beim Essen. Ich habe jahrelang immer mal wieder Fleisch gegessen. Entweder um meinen Eltern einen Gefallen zu tun, bei einem Geburtstag nicht aus der Reihe zu tanzen oder eine Extrawurst (wow – das passt gut) zu sein. Ich fand Fleisch aber nie lecker – irgendwie hab ich mich schon immer mehr oder weniger davor geekelt. Inzwischen weiß ich, dass ich aus vielen verschiedenen Gründen kein Fleisch essen möchte und dabei bleibt es. Stell dir also regelmäßig die Frage ob du so handelst, dass du dich damit wohl fühlst. Tue das auch anderen zuliebe. Es hat keiner etwas davon, wenn du etwas nur zuliebe einer anderen Person tust und dann aber extrem unglücklich bist und sich innerlich negative Gedanken aufbauen.

3. Glücklich sein hat nichts mit materiellem Reichtum zu tun

Frustshopping! Das kennen wir bestimmt alle. Verinnerliche Dir, dass Dein Glück niemals von materiellem Reichtum abhängen sollte. Letztendlich ist das ein Teufelskreis. Wenn Du denkst, Du wärst glücklich, wenn Du diese bestimmte Handtasche besitzt. Dann kaufst Du sie und stellst nach einigen Tagen oder Wochen fest, dass der gleiche Gedanke wieder auftaucht, wenn Du eine schöne Jacke im Schaufenster siehst. Du verschwendest so unglaublich viel Energie, Zeit und vor allem Geld. Kein Flugticket, keine Wohnung, kein Job auf der Welt kann dir langfristig Glück bringen. Dieses Glück wonach wir alle suchen liegt ganz alleine in uns und bei nichts und niemand anderem auf der Welt.

4. Dankbarkeit

Es dauert wirklich nicht lange – also nimm Dir vielleicht 1 oder 2 Minuten am Tag um Dich mal an die Dinge zu erinnern, für die Du dankbar bist. Unsere Gedanken schwirren so häufig um alles was wir nicht sind, was wir nicht haben, was uns vermeintlich fehlt. Lass Dich von diesen Gedanken nicht runter ziehen und erfreue Dich jeden Tag darüber was Du in Deinem Leben hast, was Dich glücklich macht und was Deine Selle füttert.

5. Die Fähigkeit, im Moment zu Leben

Im Moment zu Leben ist vielleicht wirklich eine der schwersten Fähigkeiten, die Königsdisziplin sozusagen. Auch das übe ich auf meiner Yoga Matte und auf meinem Meditationskissen. Das die Gedanken während der Yogastunde immer mal wieder abdriften ist vollkommen menschlich. Jeder der das abstreitet, ist mit Sicherheit nicht so ganz ehrlich zu sich selbst. Wir sind es einfach nicht gewohnt in der Stille zu sitzen. In unserem Alltag greifen wir wenn es ruhig wird und unser Geist nicht stimuliert wird, zum Schokoriegel, zum Handy, zur Zigarette, zum Wein usw. Wir halten unseren Geist immer beschäftigt. Wenn der dann mal Stille erlebt, sendet er Signale an unseren Körper wie zum Beispiel: Bewege Deine Beine, richte Dein Shirt, kratze Dich etc. Aber auch das ist etwas was wir alle, jeder von uns, lernen kann. Lass Dich nicht von Deinem Geist, von Deiner Gedankenwelt steuern, sondern anders herum. Du sitzt am Steuerrad. Du bist nicht Deine Gedanken. Du beobachtest lediglich Deinen Geist dabei zu denken. Dein Geist ist voller Erfahrungen und bildet daraus entsprechende Glaubenssätze. Wie zum Beispiel: Das konnte ich noch nie, deshalb schaffe ich das heute auch nicht. Und was machen wir? Wir glauben das ganze. Wir leben letztendlich in der Vergangenheit, wenn wir uns immer auf die Geschichten des Geistes verlassen. Du hast jeden Tag die Chance dies zu ändern. Eines der besten Hilfsmittel dafür ist unser Atem. Wann auch immer du erlebst, dass Dein Geist wieder abschweift bzw. das Steuerrad übernimmt, hol Dich zurück in den Moment mit Deiner Atmung. Konzentriere Dich auf den Atem und beobachte was wirklich passiert. Ohne es zu bewerten. Beobachte den Moment und treffe dann eine bewusste Entscheidung, die Dich glücklich macht. Der Atem kann Dich immer ins hier und jetzt zurück holen.

 

Was es bedeutet, wirklich glücklich zu sein.

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6. Aufhören zu warten – alles ist da! 

Das Leben ist jetzt! Einer der größten Hindernisse zu unserem Glück ist die Angst. Sobald Angst unser Leben regiert, können wir nie unsere Herzenswünsche erreichen. In der Regel braucht es Mut um unser Träume zu erfüllen. Häufig fallen wir auf dem Weg dabei auch auf die Nase und es klappt bestimmt nicht immer alles auf anhieb nur weil wir uns jetzt entschieden haben den Weg zu gehen oder nur weil wir Yoga praktizieren bedeutet das nicht, dass wir nicht auch Fehler machen. Was wir allerdings nicht machen: einen Fehler zwei Mal. Wir arbeiten zumindest daran. In einem schönen Buch von Osho spricht er über Mut und Angst (Osho- Mut. Lebe wild und gefährlich). In diesem Buch sagt er, dass nur die Unwissenden, platt gesagt, die dummen Menschen (ich zitiere auch dem Buch) Angst haben. Weil sie nicht fähig sind auf Ihre Intuition zu trauen und ihrer inneren Stimme zu folgen. Ganz einfach vielleicht weil sie es nie gelernt haben. Aus diesem Grund warten sie und warten und wollen und nichts passiert und das Glück bleibt fern. Wenn Du nicht weißt, was Dich glücklichen machen würde – auch das ist vollkommen normal – nimm Dir Zeit in der Stille. Beginne zu meditieren und Du wirst die Antworten finden.

7. Innerer Dialog 

Die innere Sprache, unserer innerer Dialog verändert letztendlich das ganze Leben. Gedanken sind Energien und das was Du denkst wird zu dem was Du sagst. Das was Du sagst, wird Du dem wie Du handelst und wie Du handelst wird zu der Person die Du in diesem Leben bist. Es fängt also alles bei der Sprache zu Dir selbst an. Hast Du negative Gedanken wirst Du auch nicht das Glück, die Menschen, die Dich inspirieren, die schönen  Erfahrungen anziehen. Stell Dir vor als seien Deine Gedanken die Samen für das was dann wächst. Wähle Deine Gedanken also bewusst. Wenn Du vielleicht ganz automatisch eher negative Gedanken hast, ganz allein aus dem Grund, weil deine Gedankenwelt Dein ganzes Leben so aussah, kann ich Dir sagen, dass es nur eine Übungssache ist, das schöne in allem zu sehen. Auch mir passieren Dinge und ich beobachte Dinge bei denen ich am liebsten laut los schreien und fluchen möchte. Vielleicht mach ich das auch für einen Moment, aber wichtig ist, dass Du die Fähigkeit entwickelst nach sehr kurzer Zeit schon die Situation zu reflektieren und irgendetwas aus dieser Situation findest, das Dir in irgendeiner Art und Weise Erkenntnisse gebracht hat. Wir können aus allem Lernen und vor allem aus den schwierigen Momenten im Leben.

8. Jeder Tag ist eine neue Chance

Nobody is perfect. Jeder von uns macht Fehler und es wird immer wieder Tage geben, da kommen Zweifel auf und es fällt Dir vielleicht nicht mal nicht leicht auf die Yoga Matte oder zum Spaziergang etc. zu gehen – und weißt Du was: Auch das ist ok. Wir lernen jeden Tag dazu und sei einfach mal nicht so streng mit Dir selbst. Verzeih Dir. Verzeih Dir die Fehler die Du in Deinem Leben machst. Morgen ist ein neuer Tag und Du hast jeden Tag die Chance die Person in unserer Welt zu sein, die Du wirklich von tiefstem Herzen sein möchtest.

9. Vertrauen

Im Laufe der letzten Jahre habe ich eine Fähigkeit entwickelt, die mir lange Zeit viele Steine in den Weg gelegt hat, weil ich sie bis dahin nicht besaß – Vertrauen – und das beginnt bei Dir selbst. Vertrau vor allem immer erst mal darauf, dass egal was passiert – Du immer noch Dich. Du bist stark, Du gibst Dein bestes und Du bist menschlich. Du bist Du und das ist genau gut so. Du musst Dich nicht ändern, Du kannst so sein wie Du bist. Dieses Vertrauen in mich hat auch mein Vertrauen in andere Menschen ermöglicht. Misstrauen hängt ganz stark mit Angst zusammen. Wenn wir es also schaffen unsere Angst in etwas größeres, schöneres und vor allem positiveres umzuwandeln – zum Beispiel in Liebe können wir beginnen zu Vertrauen. Ich vertraue nicht nur in mich und meine Intuition und in meine Mitmenschen sondern auch darauf, dass am Ende alles gut werden wird. Ich bin fest davon überzeugt, wenn wir uns gegenseitig alle ein wenig mehr vertrauen würden, vertrauen in das Gute im Menschen, dann erfahren wir alle auch sehr viel mehr Glück. Außerdem vertraue ich der universellen Kraft und der Zeit, darauf dass wir alle auf dem richtigen Weg sind.

10. Selbstliebe

Sei gut zu Dir selbst und dann kannst Du es auch zu anderen sein. Achte darauf, dass Du Dir genügend Zeit nimmst um auf Deine eigenen Bedürfnisse zu hören. Verwöhne Dich regelmäßig mit Yoga, einer Massage oder Deinem lieblings-Gericht. Erst wenn wir unseren eigenen Container füllen, können wir das was dann noch übrig bleibt an andere weitergeben. Ganz ehrlich wenn wir uns selbst leer fühlen, was können wir dann bitte noch mit der Welt und unseren Mitmenschen teilen, bzw. an sie weitergeben?


Yogaretreat-Tipp: Falls Du Lust hast mehr über das Thema Selbstliebe zu erfahren, schau dir das Selflove Retreat unserer Autorin Anne mal an und komm mit in ein wünderschönes luxuriöses Wellnesshotel inmitten der Natur nach Österreich. Mehr Details findest Du hier: www.moonyoga.de/retreats .

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Glücklich sein bedeutet nicht, dass alles perfekt ist. Diese 10 Tipps zeigen dir, was es bedeutet, glücklich zu sein.
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Hallo ich bin Anne, seit ca. 7 Jahren ist Yoga fester Bestandteil in meinem Leben. 2014 habe ich eine Yogalehrer-Ausbildung für Kinder und Jugendliche absolviert und 2017 dann mein 200 h Yoga Teacher Training auf Bali. Seitdem habe ich Moon Yoga gegründet und unterrichte regelmäßig Hatha Yoga und Mindful Vinyasa. Ich liebe es, andere Yogis auf ihrem Weg zu begleiten. Im Dezember 2017 habe ich meinen Bürojob gekündigt um das zu tun, was mich glücklich macht: Reisen und Yoga. Gerne nehme ich euch auf dieser Reise mit.


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