Well-Being-Wisdom: 10 Tipps zum besser Essen

Von nichts käme nichts, ohne Fleiß keinen Preis und nur die Harten kommen in den Garten. Annahmen wie diese verdeutlichen, dass wir im Rahmen unserer leistungsorientierten Gesellschaft dem Effektivitätsprinzip entsprechend sozialisiert werden. Auch bei der Bewältigung von Arbeit wird uns zunehmend Effizienz und Prozessoptimierung abverlangt. Höher, schneller, weiter, wenn er fällt dann schreit er. Gut ist oft nicht mehr gut genug. Wer ins Straucheln gerät und stolpert, wird überrannt. Viele von uns verlieren jedoch zeitweise den Boden unter den Füßen. Ein Boden, der uns erdet und nährt.

Slow down your fast food/t

Unser (Fr)Essverhalten passen wir diesem Muster an: dem Funktionsmodus. Wir betrachten Zustände als Soll-Ist-Diskrepanzen und werden zu Lückenfüllern. Hungergefühl mit Sattheit ersticken. Fast-Food-Konzepte und Konzerne mögen das gerne. Zu einer gesunden Esskultur gehört idealerweise mehr als die unmittelbare Befriedigung von Hunger.

Anhand der folgenden 10 Tipps kannst Du überprüfen, wie es bei Dir um die Umsetzung ayurvedisch angelehnter Ideen zur Nahrungsaufnahme steht. Vielleicht erhältst Du damit die ein oder andere Anregung, um einen bekömmlichen Gaumenschmaus zu befördern: let´s become foodilicious.

1. Celebrate your cereales
Lass Dein Mahl zu einer außergewöhnlichen und sinnlichen Erfahrung werden. Reduziere es nicht auf die Befriedigung eines Bedürfnisses, wenngleich es ein grundlegend menschliches ist. Hunger ist nicht Dein Feind, sondern Freund und sollte daher gastfreundlich behandelt werden. Freundlicherweise kündigt er (sich) uns an, wenn es Zeit ist zu Futtern. Folge seiner Einladung zeitnah, sonst wird er grimmig. Leider verkommen potenzielle Genussmomente oft zu einer Inhalation von Convenience-Produkten aus der Chemo-Retorte. Glücklicherweise ist unser Organismus flexibel genug sich umzustellen und seine Geschmacksknospen neu einzugrooven. Eine frohe Botschaft für alle Junk-Food-Verliebten: Nach Entwöhnung können daher auch wahrlich kulinarische Köstlichkeiten wieder frohlocken und Dich aus der Reserve locken.

2. Wissens-Bisse
Kauen erleichtert´s Verdauen. Deine Bleaching-Leiste ist nicht lediglich dekoratives Beiwerk sondern ein Werkzeug, welches genutzt werden möchte. Es ist ein bisschen wie beim Sex: Wenn Du gute Vorarbeit leistest, ist anschließend nicht mehr viel Anstrengung erforderlich. Magen und Darm werden es Dir danken.

3. Soul motion
Je aufmerksamer Du Dich dem Schlemmer-Schmackofatz zuwendest desto genussvoller – da achtsamer – kannst Du das Event genießen. Du kannst Dir so zudem erlauben, in der dadurch gewonnenen Zeit zu entspannen. Nehme die Reaktion Deines Körpers wahr. Lerne zufriedenes Gemurmel von garstigem Knurren zu unterscheiden. Begreife es, die Sprache zu verstehen, über die Dein Körper mit Dir kommuniziert. Er signalisiert Dir was (nicht) gut für Dich ist. Ignorierst Du ihn, wird er trotzig werden und lautere Töne anschlagen.

4. Wenn voll dann toll
Über(fr)esse Dich nicht. Weniger ist manchmal mehr. Genug ist in diesem Fall genug und viel mehr hilft nicht viel mehr. Kurze Pausen ermöglichen Dir nachzuspüren. Du bist keine Produktionsstätte für Stopfleber. Essen, welches durch überflüssige Zufuhr Deine Pipeline verstopft, fängt an Presswürste zu produzieren. Das, was mit Essen über die Zeit in wohlig warmer Umgebung passiert, kennst Du: wenn Du im Sommer mal vergisst die Töpfe zu leeren, verhält sich das Szenario ähnlich. Faultieralarm im Darm. Weitere Details stelle sich jeder appetitgerecht vor oder erspare sie sich. Ein Darm voller Scham.

5. The lesson is essen
Und nur das. Bleibe fokussiert bei der Sache. Nutze all Deine Sinne, um ein neuronales Feuerwerk zu entzünden, um es in vollem Gewahrsein zu genießen. Mit je mehr Aufmerksamkeit Du anderen Beschäftigungen nachgehst, desto unspektakulärer wird das Erlebnis. Der Hund ist nicht nur im Yoga ein gutes Vorbild. Auch hier kann er Dich lehren: achte bei Gelegenheit mal darauf, ob er sich beim Essen ablenken lässt. Keine Chance. Was bedeutet das für Dich: no telephone, no tv, no technical entertainment zur Zerstreuung, die Dein Dinner ruinieren.

6. Lazy lay down – test to rest
Belohne Dich mit einer kurzen Ruhepause nach dem Essen. Gib Dir und Deinem Körper die Zeit, die aufgenommene Nahrung zu verarbeiten, ohne ihn sogleich durch hektische Betriebsamkeit und sofortigen Aktionismus wieder herauszufordern. 10 – 15 Minuten Regenerationszeit wird er Dir danken. Andere Stimmen empfehlen Dir Verdauung durch Bewegung zu unterstützen. Check aus, was Dir gut tut.

7. Secret of silence
Einfach mal die Schnüss halten. Dem Mundraum mal sein Vorrecht gewähren sich dem Mampfmanöver zu widmen. Quatschkopfquerulanten quängeln lassen. Geschwätzigkeit führt zu geistiger Zerstreuung Deiner Aufmerksamkeit. Lass Dich nicht ablenken und dafür mit Ruhe beschenken.

8. Nicht besessen essen
Vermeide es zu essen, wenn Du emotional stark aufgewühlt bist. Die gleichzeitige Verarbeitung psychischer und physischer Prozesse fordert Dich unter Umständen mehr als sie Dich fördert. Sprichwörtlich schlagen uns Gefühlsregungen auf den Magen, verursachen einen Kloß im Hals oder veranlassen eine Rutschpartie im Darm. Meide ärgerliche Äpfel, echauffierte Erdbeeren oder meckernde Melonen bei der Gestaltung Deines Speiseplans.

9. Take a seat: setzen sonst setzt es was
Auch hier gilt oben genannte Regel. Less multi-tasking is more. One act at a time. Eins nach dem Anderen. Überfordere Deinen Organismus nicht unnötig durch mehrere gleichzeitige Arbeitsaufträge. Kein schlemmendes Umherschlawinern. Kein rennendes Runtergewürge.

10. Trocken rocken
Entgegen unserer landläufigen Gewohnheit empfiehlt es sich nach ayurvedischer Tradition unmittelbar vor, nach und auch während der Mahlzeiten auf zusätzliche Zufuhr von Flüssigkeiten zu verzichten. Getränke füllen den Magen und schwächen Agni – unser Verdauungsfeuer. Das ist so ähnlich, als wenn Du gerade entfachtes Feuerholz erst mal mit einer Ladung Wasser überschüttest.

In diesem Sinne: Guten Appetit.

Namaste.

 

Disclaimer / Haftungsausschluss: Die hier beschriebenen Ratschläge basieren lediglich auf meiner persönlichen Erfahrung. Es handelt sich nicht um heilkundliche oder medizinische Auskünfte. Eine ärztliche Einschätzung wird dadurch in keinem Fall ersetzt. Solltest Du gesundheitliche Beschwerden haben, ist es in jedem Fall wichtig einen Arzt zu konsultieren und professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen!


Lust bekommen, die 10 Tipps gleich zu testen? Hier findest Du leckere Rezepte:

Willst du Glückspost von mir?

Liebe Christina, bitte sende mir wöchentlich und jederzeit widerruflich deine schönsten Inspirationen, Rezepte, Neuigkeiten, Infos und Angebote zu Yoga, Ayurveda und Meditation per Email zu.


Hinweise zum Newsletterversand, der Auswertung und Datenerhebung mit meinem Anbieter ConvertKit findest du in meiner Datenschutzerklärung. Mehr Infos zum Newsletter findest du hier.

Deine Daten werden ausschließlich zum Newsletter Versand verwendet. Powered by ConvertKit

About

The green guy. Kreativer Pioniergeist, der sich dem Prinzip der Ganzheitlichkeit folgend beruflich beiden Sphären der Kopfarbeit verschrieben hat. Zunächst gestartet als Frisettenschnitzer. Anschließender Besuch der Meisterschule in Köln sowie Teilnahme der high-end Eliteausbildungmaßnahme Campus Maximus in Berlin über Begabtenförderungsstipendien. Mit dem Psychologie Diplom in der Tasche folgten als Betätigungsfelder die Mitarbeit in einem verhaltenstherapeutisch orientierten Elterntraining zur Frühförderung autistischer Kinder, wissenschaftliche Projektarbeit und psychometrische Eignungsdiagnostik beim berufspsychologischen Service der Agentur für Arbeit. Aktuell begleite ich Menschen nach psychischer Erkrankung im Bereich beruflicher Rehabilitation im Rahmen von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Heute als freier systemischer Coach und Heilpraktiker (Psychotherapie) tätig. Weitere Infos auf www.psysko.de. Meine Begeisterung gilt der yogischen Lebensgestaltung.


'Well-Being-Wisdom: 10 Tipps zum besser Essen' has 1 comment

  1. 29. Juni 2015 @ 9:47 {my week} 26/2015 - FIT & HAPPY

    […] bans trans fats Vegan ist auch keine Lösung Wastecooking Die Spekulation mit dem Hunger 10 Tipps zum besser Essen Gesunde Snacks für deinen Road Trip Wie war deine Woche?? / How was your […]


Would you like to share your thoughts?

Your email address will not be published.

Ich akzeptiere

© Happy Mind Mag 2018 || Dein Blog für Yoga, Ayurveda, Meditation & Achtsamkeit || Fotos © Christina Waschkies | Sina Niemeyer (falls nicht anders angegeben)