Was ist schon Erfolg, wenn nicht: Selbstliebe lernen

Ein Jahr nix erreicht: Wieso wenig machen mein größter Erfolg ist

Es ist 5:43 am Neujahrstag. Ich habe kaum geschlafen. Und nicht, weil ich auf einer schillernden Silvesterparty bis in die Morgenstunden getanzt habe. Ich lag um zehn im Bett. Ließ mich von meiner kleinen Tochter breitschlagen, sie bei uns schlafen zu lassen. Keine gute Idee. Wir alle schlafen schlecht. Sind am nächsten Tag miesepetrig. Ich hatte die ganze Nacht eine Gedankenacht im Kopf.

Und eben fuhr ich hoch wie ein Blitz: Da ist es. 2018.

Wo ist das letzte Jahr hin? Was ist eigentlich passiert und noch viel mehr: Was nicht? 2017 war bei mir immer noch dem Mama-sein und dem wieder-ich-sein gewidmet. Dem Wiederaufpäppeln von dieser Person, die da auch noch in mir steckt: Christina! Nach Monaten der Selbstaufgabe mit einem frischen Säugling musste ich wirklich erst mal wieder zu mir finden. Ganz, ganz langsam mit Yoga, echtem Yoga, und nicht nur ein paar Dehnübungen oder Kundalini Kriyas, wieder anfangen. Mein System wollte Ashtanga. Ich wollte meinem leergestillten Körper gesunde, ayurvedische Ernährung geben. Das Mineralstoffdepot auffüllen. Mir eingestehen, dass ich nicht drei Jahre einfach nur Mama sein will, sondern kreative Arbeit brauche wie die Luft zum Atmen – und entsprechende Schritte einleiten. Eine liebe, kompetente Tagesmama für Dora zu suchen und wieder ein paar Stunden Zeit am Tag für mich zu haben.

2017 war der Einfachheit gewidmet. 

Letztes Jahr an Sylvester habe ich erneut emsig die Desire Map von Danielle Laporte* durchgearbeitet. Eins der wenigen Bücher, das ich seit der Geburt meiner Kleinen komplett gelesen habe. Und eins meiner Core Desired Feelings, also meiner am meisten gewünschten Gefühle war doch tatsächlich: Einfachheit. Mich nicht zu verzetteln. Meine Zeit weise zu nutzen.

Minimalismus für den Alltag

Ich habe in 2017 allerhöchstens zehn Stunden pro Woche gearbeitet. Und das waren schon die guten Wochen. Keine Ahnung, wie es mit so wenig Einsatz doch immer noch alles so gut weiter laufen konnte. Ich habe ein komplett neues Sortiment für mein Label Shakti Bling Bling auf die Beine gestellt. Meinen Versand an einen Dienstleister ausgelagert. Taschen in Indien produzieren lassen. Von Hand Chakra Sets und Travel Altare für euch gepackt und alles von einem professionellen Produktfotografen knipsen lassen.

Und trotzdem fühle ich mich, als hätte ich nichts erreicht – außer Selbstliebe

Ich hab es mir im letzten Jahr schön gemacht. Hab den Instagram Wahnsinn sich selbst überlassen. Was für eine Erleichterung. Einfach die App vom Iphone geschmissen. Bin jeden Mittwoch für drei Stunden in meine geliebte Keramik AG gefahren und habe getöpfert. Habe den Blog Blog sein lassen und abgegeben, an meine wunderbare Redaktionsleiterin Jasmin. Ohne die, wohlgemerkt, hier gar nix mehr ginge. Habe morgens die Zeit für langsames, liebevolles Yoga genutzt. Eine halbe Stunde meditiert. Mich morgens in die Badewanne gelegt und gelesen, anstatt den Rechner aufzuklappen. Mittags ayurvedisch gekocht, um gestärkt meine tolle kleine Tochter bei der Tagesmutti abzuholen.

Mal ganz ehrlich: Was ist schon Erfolg?

Ich habe letztes Jahr nichts gewuppt. Zumindest nicht im Sinne von beruflichen Erfolg und dem Ehrgeiz geschuldeten Überschlagen, was man gerne in dieser Bloggerszene beobachten kann. Rabotti, Rabotti: Nicht mit mir.

Ich möchte nicht Entschleunigung predigen und Wahnsinn leben. Click to Tweet

Bei mir geht es entspannt zu. Ich habe nur ein paar Blogposts und einen abgesagten Buchdeal zu verzeichnen. Habe nicht unterrichtet, Retreats oder Workshops gegeben. Habe auf Spielplätzen rumgehangen und mit meiner Tochter immer und immer und immer wieder ihr Lieblingsbuch angeschaut. Habe meinen Papa auf See beerdigt und mir meine erste Wurzelbehandlung geben lassen. Und immer wieder geschaut, dass es mir mit all dem wirklich gut geht.

Einfachheit zahlt sich aus

Ich hatte noch nie in meinem Leben das Gefühl, so nah an meinen Bedürfnissen zu leben. So sehr das zu tun, was mir wirklich gut tut. Meine Yogapraxis zu üben, die ich von meiner Ayurveda Ärztin bekommen habe. Mein Mantra zu üben, das ich ebenso von meiner Ärztin bekam (die Frau ist mein Guru!). Puh, dieses Mantra habe ich mehrere tausend Male zitiert und ich kann seine Wirkung in mir spüren. Ich komme immer mehr an. Komme durch den Wust an Gedanken und Gefühlen und Meinungen und Ego hindurch und spüre, ganz da unten: Mich.

Hi, liebes Ich. Lass uns 2018 rocken im Namen der Selbstliebe.

Erfolg ist, wie sehr ich ich sein kann. Click to Tweet

Alles, alles Liebe

Christina

 

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Christina ist Mama, Yogini und Full-Time-Bloggerin. Sie praktiziert Yoga seit vielen Jahren mit großer Freude und findet, dass Spiritualität eine sehr persönliche Angelegenheit ist: Jeder lebt sie ein bisschen anders!

Nebenbei designt Christina liebevolle yogische Geschenksets sowie spirituellen Schmuck, den du in ihrem HAPPY MIND SHOP kaufen kannst.

Privat mag Christina das Übliche: Zeit mit ihrer Tochter und ihrem Mann verbringen, gutes Essen, Filme, Musik, Reisen und einen netten Umgang miteinander. Schreib eine Mail an Christina. Oder sag hallo auf Google+


'Ein Jahr nix erreicht: Wieso wenig machen mein größter Erfolg ist' have 8 comments

  1. 1. Januar 2018 @ 9:47 Barbara

    Danke! Für die weisen Wörter, danke fürs Teilen. So stark. Wunderbar.

  2. 2. Januar 2018 @ 9:47 Christina Waschkies

    Freut mich, liebe Barbara. Danke dir!

  3. 2. Januar 2018 @ 9:47 Meike

    Danke für diesen Post Christina. Du sprichst mir aus der Seele und ich bin nicht einmal Mama ;-) Diese Einfachheit ist einfach Gold wert und oftmals gar nicht so leicht umzusetzen. Also herzlichen Glückwunsch zu deinem Erfolg, Du kannst wirklich stolz sein, dass Du dich so gut um dich gekümmert hast! :-) Das ist letztlich alles was zählt und Du zeigst, dass es möglich ist. Es gibt nichts Inspirierendes.

  4. 2. Januar 2018 @ 9:47 Christina Waschkies

    <3 Wie lieb, Meike! Ist halt manchmal schwierig das anzunehmen, wenn man nix schwarz auf weiß hat :D Aber wenn es in einem drin dafür rosarot ist, um so schöner :D Alles Liebe, Christina

  5. 3. Januar 2018 @ 9:47 magdalena

    Wunderbarer Post!! Echt wenig von dem ganzen Neujahrskram tat so gut zu lesen wie dieser Text, vielen lieben Dank dafür! Ich wünsche dir ein tolles Jahr.
    Magdalena

  6. 7. Januar 2018 @ 9:47 Gabi

    Ich habe es zwar erst jetzt gelesen, aber es ist sowas von motivierend. Wie können wir mit anderen gut umgehen, wenn wir es nicht zuerst mit uns tun. Ein entspanntes Selbst bringt mehr Licht in die Welt als ein vom Ehrgeiz getriebener Yoga Lehrer. Auf dass Dir 2018 genau so gut gelingen möge

  7. 7. Januar 2018 @ 9:47 Susanne

    Liebe Christina,

    Danke für deinen schönen Text. Ich erkenne mich als Mutter und Mensch wieder. Ich bin im Alltag als Vollzeit arbeitende Mutter von drei Söhnen gehetzt, in knallharte Zeitstrukturen gepresst und immer auf Erfolg ausgerichtet und an TO-DO Listen orientiert die abgearbeitet werden müssen. Nicht nur das, da ist auch noch das Gewissen, das große Mama Herz, dass sich öfter meldet und fragt ob das auch alles so richtig läuft, ob jeder meiner Kinder genug Aufmerksamkeit, Liebe und Zuwendung bekommt, ich genug Zuhöre, Hinsehe und präsent bin.
    Von Haushalt etc. möchte ich jetzt hier garnicht anfangen.
    Ich habe sehr hohe Erwartungen an mich. Manchmal glaube ich, dass das was ich im Alltag alles wuppe nicht gut für mich sein kann. Doch das Leben ist kein Ponyhof, kein Spielplatz auf dem man nur zwischen Wippe und Trampolin wählen muss. Nur Spaß und Freude herrscht. Es gibt Zeiten, dacmuss man die Zähne zusammenbeißen und auch zeitweise über seine Grenzen gehen.
    Wir Mamas dürfen nicht vergessen, was wir für unsere Kinder alles tun. Ein Jahr einer Mama in der es keine Erfolge gibt, in dem nichts passiert, das gibt es garnicht. Wir Mütter sollten uns bewusst machen, dass die Gesundheit, die Zufriedenheit und das Glück unsere Kinder weitgehend von uns Müttern ( vor allem in den ersten Jahren) ausgeht. Das sind doch die Erfolge die Mamas haben, ihre Kinder zu begleiten, sie zu unterstützen, Ihnen aufzuhelfen und mit Liebe zu bepacken, dass sie zu glücklichen, selbstbestimmten und friedvollen Menschen werden. Also ist es auch unabdingbar, sich um uns selbst zu kümmern. In uns zu horchen, was wir brauchen, wie es uns geht. Ich denke das ist echt ziemlich viel was da zu tun ist. Ohne dass wir uns da selbst Ziele auferlegt und Listen geschrieben haben. Lasst uns unsere Erfolge nicht von außen diktieren, nicht Erfolge mit Hilfe von Aufzählbarkeit erledigter Aufgaben und Pflichten bestimmen. Lasst uns in uns horchen, unsere Lieben betrachten und dann erkennen ob wir glücklich sind. Das ist der wahre Erfolg.

  8. 7. Januar 2018 @ 9:47 Kathrin

    Liebe Christina,
    auch für diesen Artikel ein großes Dankeschön. Ich erkenne mich in vielem, was du beschreibst, wieder und was mich tatsächlich sehr berührt hat, ist die Tatsache, dass du deinen Vater wohl auch im ersten Lebensjahr deiner Tochter verloren hast. Ich auch! Und das ist jetzt über ein Jahr her und natürlich tut es immer noch sehr weh…Meine Schwester und ich haben ihn gepflegt und er durfte bei sich zu Hause in Ruhe sterben, aber die Zeit war hart und anstregend und ich war nur noch ein Schatten meiner Selbst…
    Nach der ersten, dumpfen Trauer (wo ich heute gar nicht mehr sagen kann, wie ich eigentlich überlebt habe, wie ich funktioniert habe…ich habe kaum noch Erinnerung daran) kam meine Ausbildung zur Yogalehrerin gerade richtig. Nachdem ich meine Tochter 15 Monate gestillt habe, habe ich bewusst die Entscheidung getroffen, meinen Körper nun wieder für mich haben zu wollen, Freiheit zu erlangen und das war wirklich nicht so einfach -erstmal. Dann habe ich Luzia tatsächlich in eine Krippe gegeben, was ich ursprünglich nie gedacht hätte, das ich das kann und will. Aber es war die richtige Entscheidung: denn Luzia liebt ihre Erzieherin und um 14h hol ich sie auch schon wieder ab: ausgeruht, durchs Schlafen und satt durchs gute Kita-Essen ;-)
    Und in der Zeit bis ich sie abhole gönne ich mir die Zeit für mich! Und dieses Regenerien, dieses wieder zu mir kommen war im letzten Jahr so essenziell, so lebenswichtig für mich, dass ich 2018 davon nichts aufgeben möchte! Nun klopft allerdings so langsam der ich-sollte-wieder-arbeiten-gehen-also-so-mit-Festanstellung-halt Gedanke bei mir an (oder ist es mein Mann, der das will oder das Umfeld, oder oder oder…?) und ich hab furchtbare angst davor. Davor mich wieder zu verlieren in ToDo’s, mich in Zeitformate pressen lassen zu müssen usw usw. Mein Grund-Beruf ist Erzieherin, ich kann mir aber nicht so recht vorstellen, darin wieder tätig zu sein, aber was völlig Neues zu wagen, dafür fehlt mir noch die Kraft und die Idee…so wie es gerade läuft, so wäre es schön für mich, aber ich hab dann irgendwann bald kein eigenes Geld mehr und bin nicht versichert, insofern muss sich da jetzt irgendwann was Gutes für mich auftun…ich hoffe es :-)


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