Die Yamas aus dem Yoga Sutra sind hervorragendes Material, um deine Yogaklasse tiefgründig zu gestalten. Hier kommen ein paar Ideen, wie du sie in deine Yogaklassen einbauen kannst

Wie du die Yamas aus dem Yogasutra in deine Yogaklassen einbaust

In der heutigen Zeit kommen sehr viele Menschen allein wegen dem physischen Workout zum Yoga. Bei vielen, die sich intensiver mit Yoga beschäftigen, wächst dann irgendwann auch das Interesse an der Philosophie dahinter. Kaum einer möchte aber sofort mit Patanjalis Yoga Sutras konfrontiert werden. Besser ist es da schon, wenn man als Yogalehrer spielerisch Themen aus der Yogaphilosophie in seinen Unterricht einbaut, um sie so seinen Schülern näher zu bringen.

 

Wie du die Yamas in deine Yogaklassen einbaust

 

1. Ahimsa

 

Wenn Asanas nicht korrekt ausgeführt werden, bergen sie ein gewisses Verletzungsrisiko. Wir Yogalehrer tragen gegenüber unseren Schülern diesbezüglich natürlich Verantwortung. Das gilt nicht nur für die korrekte Anleitung der Positionen, sondern auch dafür unsere Schüler aufzuhalten, wenn wir sehen, dass sie sich in Positionen zwingen, für die ihr Körper noch nicht bereit ist.

 

Viele Yogis haben durch Instagram und co. leider ein falsches Bild von Yoga.

 

Sie denken, dass sie sich wie eine Brezel verbiegen und total fortgeschrittene Asanas machen müssen, um gute Yogis zu sein. Es liegt an uns Yogalehrern unsere Schüler vom Gegenteil zu überzeugen und sie über die Gefahren, die Yoga birgt, aufzuklären.

Ich baue Ahimsa so gut wie in jede Klasse schon zu Beginn ein, wenn ich Sätze sage wie:

„Geh nur soweit, wie es sich gut anfühlt und höre auf deinen Körper.“

„Erlaub dir in die Position des Kindes zu kommen, wenn du eine Pause brauchst.“

 

2. Asteya

 

Yogis neigen dazu, im Unterricht oft bewundernd oder gar neidisch auf die Matten neben sich zu schauen. Asteya bedeutet aber nicht nur „Nicht-Stehlen“ im eigentlichen Sinn, sondern auch auf seiner eigenen Matte zu bleiben und nicht ständig nach rechts und link zu schauen, um sich dort etwas von anderen abzukupfern. Wenn ich also in einer Stunde bemerke, dass meine Schüler immer neidisch zu den anderen schielen und mit ihrer Aufmerksamkeit so gar nicht bei sich selbst sind, bringe ich gerne das Prinzip von Asteya ein und leite sie dazu an, auf ihrer eigenen Matte zu bleiben.

„Stell dir vor du bist allein auf deiner Matte. Es gibt nur dich. Alles was um dich herum passiert, ist vollkommen nebensächlich.“

 

3. Satya

 

Um Satya zu entsprechen müssen wir versuchen, unsere Gedanken, Worte und Handlungen miteinander in Einklang zu bringen. Allerdings spielen uns unsere Gedanken häufig Streiche. Wie oft hast du dir vielleicht selbst schon eingeredet, dass etwas deine Schuld ist, obwohl es gar nicht so sein kann und am Ende hast du es auch geglaubt? Deinen Schülern geht es bestimmt gleich und Yoga kann dabei helfen, die eigenen Gedanken zu beobachten und uns zu fragen: „Ist das wahr?“

Mit den folgenden Sätzen kannst du Satya in deinen Unterricht einbauen:

„Beobachte deine Gedanken. Es ist natürlich, dass sie abschweifen und umherwandern. Es ist auch natürlich, dass du in deinen Gedanken urteilst und Geschichten erfindest. Wenn du bemerkst, dass das passiert, frag dich: Ist das wirklich wahr?“

„Schwindle dich nicht selbst an. Wie weit kann dein Körper in dieser Position gehen? Wenn du eine Pause brauchst oder die Hilfe eines Yoga Props, gesteh dir das ein. Es ist okay. Jeder Tag ist anders.“

 

4. Brahmacharya

 

Zöllibat ist die ursprüngliche Definition dieses Yamas. Den leben wir alle vermutlich eher weniger und das ist auch in Ordnung, denn man kann auch dieses Yama für den westlichen Alltagsgebrauch passend interpretieren. Man kann es mit Mäßigung, dem Eliminieren überflüssiger Störquellen (Netflix, Social Media & Co) und dem Haushalten der eigenen Energie interpretieren. Genau das kannst du auch in deinen Yogaunterricht einbinden:

„Wenn du außer Atem kommst, erlaube dir langsamer zu werden und deine Atmung wieder zu beruhigen. Teil dir deine Energiereserven gut ein.“

 

5. Aparigraha

 

Wir neigen dazu, uns an Dinge zu klammern und Dinge zu horten. Genau das sollen wir aber nicht, um Aparigraha zu entsprechen. Wir sollen vielmehr loslassen und uns von unnötigem Ballast verabschieden. Genau das können wir in unsere Yogaklassen einbauen. Yogis neigen dazu in gewissen Asanas zu verkrampfen und festzuhalten. Du kannst in deiner Klasse den Schwerpunkt auf das Loslassen legen und deine Schüler dazu animieren.

„Spür die Anspannungen in deinem Körper. Nimm sie wahr. Mit jeder Ausatmung versuchst du ein bisschen mehr loszulassen und die Anspannungen wegzuatmen.“

 

Das waren nur ein paar Beispiele, wie du die Yamas in deinen Unterricht einbauen kannst, es gibt noch so viel mehr. Vielleicht hast du Ideen dazu. Erzähl mir gerne mehr in den Kommentaren.

Die Yamas aus dem Yoga Sutra sind hervorragendes Material, um deine Yogaklasse tiefgründig zu gestalten. Hier kommen ein paar Ideen, wie du sie in deine Yogaklassen einbauen kannst

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Foto: Sina Niemeyer

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Julia ist ehemalige Juristin aus Österreich, die ihre Berufung in Yoga, dem Schreiben und einem kreativen Leben gefunden hat. Am glücklichsten ist sie, wenn sie nach dem Surfen in ihrem home away from home Bali barfuß am Strand spazieren und aufs Meer starren darf. Julia liebt kraftvolles Vinyasa Flow Yoga, betreibt selbst den Yoga & Lifestyle Blog www.yogaandjuliet.com, unterrichtet in Wien Yoga und veranstaltet Yoga Retreats.


'Wie du die Yamas aus dem Yogasutra in deine Yogaklassen einbaust' has 1 comment

  1. 18. August 2018 @ 9:47 nasıl gidilir

    Woow. Danke…


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