Meine Yoga Ausbildung auf Bali: Ein Erfahrungsbericht.

Yoga Ausbildung auf Bali: So sahen meine Tage dort aus

Wir sind damals etwa zwei Tage bevor das Yoga Teacher Training begann auf Bali angekommen, um etwas Zeit zu haben um uns einzuleben, zu orientieren und uns von der langen Anreise zu erholen. Das macht auf jeden Fall Sinn. Also würde ich dir empfehlen, das auf jeden Fall bei deiner Flugplanung zu berücksichtigen.

Trotz des langen Fluges habe ich allerdings bisher immer die Erfahrung gemacht, dass man sobald man auf Bali ankommt, wegen der vielen schönen Eindrücke weder einen Jetlag noch enorme Müdigkeit verspürt. Die Farben, das Klima und die Energie auf der Insel sind so belebend – es würde mich wundern, wenn es dir anders gehen sollte. Dennoch: Etwas früher anreisen schadet nicht. Was ich jedoch jedes mal wahrgenommen habe war, dass es einige Tage braucht, um Nachts einigermaßen fest zu schlafen. Woran das letztendlich liegt, kann ich gar nicht so genau sagen. Aaber wirklich müde war ich auf Bali bisher irgendwie noch nie. Das empfinde ich als super positiv und deshalb kann ich gut damit leben, dass ich Nachts irgendwie nicht so tief und lange schlafe wie in Deutschland. Aber gut, es geht ja eigentlich um das YTT und nicht ums Schlafen ;-)

Dann war es endlich soweit: Der erste Tag des YTT!

Er begann mit einer „Opening Ceremony“ und einem „Opening Circle“. Bei der Ceremony wurde jeder einzelne von uns mit Kokoswasser gereinigt und mit Reis und Blüten geweiht. Durch die Aufregung und die gewisse Spannung in der Luft war das eine sehr emotionale Erfahrung (für mich jedenfalls) und natürlich etwas ganz besonderes. Nach einem Eröffnungs-Sitzkreis und einem Mittagessen fuhren wir dann zu einer Villa in der wir alle für die ersten beiden Nächten wohnten, denn dort fand unser „Silent Retreat“ statt. 1,5 Tage verbrachten wir dort, ohne miteinander zu sprechen. Kein Blickkontakt, kein „Beschnuppern“ und Kennenlernen. Die Erfahrung war unglaublich schön und so wertvoll. Es war einfach gut, uns alle erst einmal mental zu entschleunigen, jedem von uns die Zeit zu geben sich nochmal darüber klar zu werden, was man sich von den nächsten Wochen wünscht. Eventuell einen persönlich Fokus zu setzen. Und es ging letztendlich wohl einfach darum, die Erfahrung zu machen mal nicht zu quatschen, sich abzulenken und den Geist dauernd beschäftigt zu halten. Für mich war die Zeit eine richtige Erleichterung. Man fühlt sich leicht – frei von Verantwortung, Erwartungen und frei von Zeit.

Ich muss dazu sagen, uns ging es dort wirklich unglaublich gut. Wir waren in einer super schicken Villa mit schönem Pool, einem großen Garten, tollem Essen und einer Outdoor Yoga Shala. Das „nicht-sprechen“ war dann also gar nicht tragisch. Achso, Handy-Verbot gab es auch während des Schweigens, aber auch das ist sehr viel einfacher als man das vielleicht erst mal vermuten würde. Rückblickend erinnere ich mich immer noch, wie ich wortwörtlich das Gefühl hatte, durchatmen zu können.

Nach dem Silent Retreat sah unser Tagesablauf in etwa immer ähnlich aus

Die Tage begannen gegen 6 Uhr morgens und endeten gegen 18 oder 19 Uhr. Sonntags hatten wir unseren freien Tag. Es gab jede Woche eine Art Stundenplan, so dass wir so ungefähr wussten, welche Inhalte auf uns zukommen würden. Jeder Morgen begann mit einer Yogastunde, diese beinhaltete Pranayama (Atmung), Asana (Bewegung) und Meditation. Anschließend folgte ein ausgedehntes Frühstück und dann gab es Theoriestunden, Workshops, weitere Yogastunden und vor allem aber: Ganz viel Sitzen! Also ich kann dir raten falls du mit dem Gedanken spielst, ein YTT zu machen, bereite deinen Körper auf das viele Sitzen vor, indem du schon vor Beginn des YTT eine tägliche Meditationspraxis etablierst. Dazu kannst du regelmäßig Asanas üben, die deine Rückenmuskulatur stärken. Das wird dir sehr dabei helfen, länger sitzen zu können.

Die Tage waren nicht nur lang, sondern auch wirklich vollgepackt mit sehr, sehr viel Inhalt. Umso mehr man lernt, umso mehr hat man das Gefühl, man weiß eigentlich gar nichts bzw. entwickelt solch einen Appetit für noch mehr Wissen. Yoga mit all seinen Facetten ist so vielfältig und man lernt so viel über sich selbst, seine eigenen Wunden, seine eigene Geschichte, über seine Wünsche, über Ersehntes und Verletztes, Glaubenssätze und Fehlschläge. Ich rate dir, dich wirklich vollkommen darauf einzulassen. Für diejenigen, die vielleicht noch nicht so lange Yoga praktizieren, kann es möglicherweise erst mal sehr überwältigend sein, wie viel hinter Yoga eigentlich steckt.

Es ist vor allem die emotionale und mentale Arbeit, die uns weiterentwickelt und nicht so sehr die Körperarbeit Click to Tweet

Falls du dir also nicht sicher bist ob du bereit bist für ein YTT, kann ich dir sagen: Es ist nicht die Asana-Praxis, die dich an deine Grenzen bringen wird. Es sind vielmehr die persönlichen Themen, die während dieser Zeit hoch kommen. Stell dir vor wie Woche für Woche quasi immer eine Schicht von dir abgelegt wird. Es kommt also einiges hoch bzw. es glänzt in seiner wunderschönen Pracht all das, was lange verborgen lag.

Hach … schön war es! Ich hoffe ich konnte dir nun einen kleinen Einblick über meine Erfahrungen geben. Dennoch möchte ich über Inhalte und Themen nicht zu viel erzählen, denn ich wünsche jedem der diese Erfahrung macht, die ganze Magie selbst zu erleben und sich auch von der Ungewissheit und der Neugier treiben zu lassen.

Ganz viel Liebe
Eure Anne

Lies jetzt auch Teil 1 von Annes Erfahrungsbericht: Yoga Ausbildung auf Bali: So habe ich mich vorbereitet

Photocredit: Jared Rice

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Hallo ich bin Anne, seit ca. 7 Jahren ist Yoga fester Bestandteil in meinem Leben. 2014 habe ich eine Yogalehrer-Ausbildung für Kinder und Jugendliche absolviert und 2017 dann mein 200 h Yoga Teacher Training auf Bali. Seitdem habe ich Moon Yoga gegründet und unterrichte regelmäßig Hatha Yoga und Mindful Vinyasa. Ich liebe es, andere Yogis auf ihrem Weg zu begleiten. Im Dezember 2017 habe ich meinen Bürojob gekündigt um das zu tun, was mich glücklich macht: Reisen und Yoga. Gerne nehme ich euch auf dieser Reise mit.


'Yoga Ausbildung auf Bali: So sahen meine Tage dort aus' have 3 comments

  1. 8. April 2018 @ 9:47 Tanja

    Hört sich richtig toll an, deine Ausbildung in Bali. Ich würde sooo gerne nach meiner Kundalini Yoga Ausbildung, eine Yoga Ausbildung in Bali machen. Nur leider ist dafür mein Englisch viel zu schlecht! Willst du darüber erzählen, wie es für dich war in Englisch zu machen?
    Lg tanja

  2. 27. März 2018 @ 9:47 Christina Waschkies

    Hi Carla, freut mich riesig dass wir dir da ein wenig helfen konnten. Hab du auch eine schöne Woche! Alles Liebe, Christina

  3. 26. März 2018 @ 9:47 carla

    danke für diesen ausführlichen und tollen Beitrag! Ich interessiere mich schon länger für eine Yoga Ausbildung auf Bali und das, was ich bis jetzt gelesen habe, klingt echt toll. :)

    Ich wünsche dir eine schöne Woche!
    Carla
    https://carlakatharina.com/


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