We all do Yoga – vom Leben und leben lassen

Seit einiger Zeit habe ich immer mal wieder das Gefühl, ich müsste mich entschuldigen oder rechtfertigen für die kleinen Dinge, die ich rund ums Yoga tue. Immerhin gibt es einiges an klarer Meinung da draußen. Das mich in den letzten Wochen ganz durcheinander gebracht und es kam sogar so weit, dass ich über meine Verfehlungen nachdenken wollte.

Beichtzeit

Die Liste meiner Verfehlungen scheint lang. Immerhin trage ich diese bunten Leggings (wenn ich sie mir leisten kann) und nutze Malas eher als dekorativen Schmuck (oberflächlich!). Ich bin selbst schockiert, dass meine Yogalehrerausbildung zwar ordentlich Nerven und Geld gekostet hat, aber nur 200 Stunden lang dauerte (schlecht ausgebildet!). Nichts desto trotz poste ich Bilder von mir beim Yoga (Selbstvermarktung!) oder wahlweise vom Chiabrei (ohne Worte!). Ich könnte die Liste weiter ausführen, erspare es uns allen aber an dieser Stelle – es ist einfach zu bestürzend. Es kam jedenfalls die Sorge in mir auf, irgendetwas Essentielles nicht verstanden zu haben.

RICHTIG Yoga

Ich habe mich dann gefragt, ob es „richtiges“ Yoga gibt. Müssten wir es vielleicht alle besser machen? Oder zumindest ich? Es gilt immerhin, einiges zu entscheiden. Beispielsweise könnte ich die Körperlichkeit und Athletik des westlichen Yogas hinter mir lassen, oder bewusst auf scheinbar oberflächliche Zierden an der Yogakleidung verzichten. Ich könnte weiter Bilder teilen oder die Dokumentation künftig unterlassen. Sollte ich mehr lesen? Mehr meditieren? Mehr üben?

Die Wahlmöglichkeiten scheinen mir endlos. So viele Variationen, so eine große (Yoga-)Welt. Und all die Yogis, die ich kenne, sind so verschieden. Wer macht es denn nun „richtig“? Wer hat es verstanden? Gibt es einen Kern, der mir sagt, was „richtig“ ist?

Wir sind alle eins

Ich vertraue schon länger nicht mehr den Schubladen, in die ich automatisch Menschen einsortiere. Ich habe irgendwann entschieden zu glauben, dass wir alle auf dem Weg sind. Dass wir alle unser Bestes geben, jeden Tag. Ob im Beruf oder in der Familie, in der Schule, beim Sport und natürlich beim Yoga. Wir geben unser Bestes, in glänzender Leggings und in der ausgeleierten Baumwoll-Buxe, in der ersten Yogastunde und als jahrzehntelang praktizierender Yogi mit wunderbar tiefem Wissen. Wir sind alle unterwegs. Wir wollen Yoga in unser Leben holen. Wir träumen davon, mehr zu uns zu kommen und uns zu entspannen. Wünschen uns Freude und Leichtigkeit zu erleben und gleichzeitig wunderbare Tiefe im eigenen Körper und Geist zu erfahren. Wir sind unterwegs.

Die Welt ist bunt

Und so gibt es Yogis in allen Facetten. Die einen machen wilde Verrenkungen und tolle Videos auf Instagram, die anderen bleiben ganz für sich auf Matte und Meditationskissen. Das macht die Welt bunt. Wie wunderbar, dass wir so unterschiedlich sind, so fabelhaft verschieden. Uns vereint vielleicht eine Leidenschaft, ein Ziel, doch der Weg ist verschieden.

Satya

Wahrhaftigkeit, schreibt Patanjali, ist ein wichtiger Teil des Pfades zur Erleuchtung. „Richtig“ wäre demnach, habe ich mal kühn abgeleitet, wenn wir wahrhaftig bleiben und das nach außen tragen, was wir innen fühlen und sind. Das scheint mir ein guter Weg zu sein, denn dann muss ich weniger überlegen und kann einfach weiter fühlen. Yoga ist ein Weg, ein persönlicher und individueller. Vielleicht können wir lieber staunen über die Unterschiedlichkeit von uns Yogis und uns an der Individualität erfreuen. Das Urteilen und Kopfschütteln sein lassen, nicht wetteifern oder prüfen, wer es besser macht oder wahrhaftiger. Wenn wir glauben können, dass wir alle unser Bestes geben, jeden Tag, sind wir ein Spitzenverein – bunt und wunderbar.

 


Du willst mehr erfahren über Satya und Patanjali? Das Yogasutra: Von der Erkenntnis zur Befreiung


Wir plädieren für ein friedvolles miteinander – shanti shanti! Weitere Artikel dazu gibt’s hier:

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Silja ist Mama von drei Söhnen, von Beruf Trainerin, Coach und Yogalehrerin. Sie liebt Psychologie, Yoga, grünes Essen und alles, was das Leben schöner, leichter, fröhlicher macht. Du kannst sie u.a. in Workshops zum Thema „Yoga & Psychologie“ erleben und auf ihrer Seite  www.glücksplanet.de mehr von ihr lesen.  


'We all do Yoga – vom Leben und leben lassen' have 2 comments

  1. 1. Dezember 2015 @ 9:47 Aleks Glitzeric

    Wie wahr – Leben und leben lassen :)

  2. 30. November 2015 @ 9:47 Fräulein Julia

    Gefällt mir sehr, dein Text! Und schon zu Beginn kam mir der Satz in den Sinn: „Yoga ist genau so „richtig“, wie du es lebst/praktizierst“. Das Stichwort „Wahrhaftigkeit“ ist also sehr passend :)


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