Beziehungen und Yoga

Lovers gonna love: Zen-Garten-Gedanken

Ich bin ja meistens ziemlich entspannt. Schließlich bin ich Yogalehrerin. Wenn nicht ich, wer dann. Ha.
Wenn ich meine Mitte am Tag mal nicht mehr richtig spüre, harke ich meinen Zen-Garten.

Ok.

Ich habe gar keinen Zen-Garten. Ich harke gedankenverloren das Katzenklo im Keller – während ich den ‘Nußkrokant’ heraussiebe – und versuche dabei nicht vom Gestank ohnmächtig zu werden.
Da das auf mich aber eine ähnliche entspannende Wirkung hat wie einen echten Zen-Garten zu harken, kann ich da ziemlich gut abschalten und nachdenken. Wie neulich hierüber:

Seit wann sind Beziehungen eigentlich so kompliziert geworden?

Das ist tatsächlich ein Thema, was mich oft beschäftigt und nicht nur beim Kacke harken. Wobei meine simulierte Zen-Garten-Situation hier eine ganz wunderbare Brücke zu eben jenen komplizierten Beziehungen baut: Am Anfang der Beziehung ist unser Zen Garten superglatt, top geharkt und aufgeräumt. Es scheint meistens die Sonne und die Vögel zwitschern Haikus.

Sobald es eine feste Beziehung wird und man sich besser kennenlernt, fängt man plötzlich an, die zugeharkten Kackehäufchen in den Ecken zu sehen, die der andere so wunderbar getarnt hat, damit sie einem nicht sofort ins Auge stechen und die Aussicht vermiesen.

Jetzt wäre der ideale Zeitpunkt gekommen, die Harke gemeinsam anzufassen – was an sich schon schwierig sein kann – die Häufchen zu enttarnen und einträchtig auf den Komposthaufen zu tragen. Aber nein, man streitet sich lieber um die Harke, wie sie zu halten ist und was die Häufchen in den Ecken wirklich zu bedeuten haben; wie lange sie da eigentlich schon so rumstinken, ohne das man es wirklich gemerkt hat.

Dabei müssen gar nicht alle Häufchen auf den Kompost.

Einige werden zum Teil der Landschaft des Zen-Gartens, ganz organisch, wieder andere werden zu Dünger für wundervolle Kirschblütenbäume. Nochmal andere Haufen werden hart und schrumpeln vor sich hin, bis plötzlich einer vorbeikommt, sie erkennt, einsammelt und einfach entsorgt. Und das ganz undramatisch.

Auch innerhalb einer Beziehung ist es von Vorteil, seinen eigenen Zen-Garten zu behalten und zu pflegen. Vielleicht stehe ich auf Glitzerduschen, Einhorn-Onesies und Elfenstatuen in meinem Garten und Du auf Oktoberfestzelt, Nascar und World of Warcraft in Deinem. Topsache!

In seinem eigenen Zen-Garten Bereich allein herum zu werkeln ohne sich ständig erklären zu müssen, ist heilsam und wichtig, gerade und vor allem in Beziehungen. Es ist durchaus möglich im Besitz seines eigenen und individuellen Zen-Gärtchen zu bleiben und gleichzeitig einen gemeinsamen, neuen und frischen Garten für beide anzulegen. Solange wir dadurch unsere eigenen nicht einfach herrenlos,ungepflegt und ungeharkt herbstig zurücklassen und uns nur auf den tollen und glitzernd neuen konzentrieren. Was, gefangen im Zauber des Anfangs, schier unmöglich scheint, sich aber langfristig gesehen auszahlt.

Natürlich sind wir Menschen keine Inseln, aber bestimmte Dinge darf und sollte man einfach weiterhin allein tun dürfen, ohne das das Vertrauensverhältnis einer Beziehung daran zerkrümelt, wie die Butterkekse letzte Woche in meiner Handtasche.

Dann genießt man die Picknicks im Mondschein unter dem Kirschblütenbaum im gemeinsamen Zen-Garten auch noch viel mehr, hat sich etwas zu erzählen und bleibt interessant und aufregend füreinander.

Mein wahnsinnig kreativer Gedankenfluß wird durch ein leises Plätschern unterbrochen und ich sehe aus dem Augenwinkel, wie unser Kater mit Todesverachtung vor meine Füße pieselt, da ich mit Hand und Harke in seiner Katzentoilette herum fuhrwerke und das anscheinend schon viel zu lang. Als ich gerade ansetzte laut zu fluchen und dem flüchtenden Kater etwas hinterherzuwerfen, erinnerte ich mich an meinen Eingangssatz: Ich bin ja meistens ziemlich entspannt.

Schließlich bin ich Yogalehrerin. Wenn nicht ich, wer dann. Ha.
Oooooommmmmmmmmmmmmmmmm.

 

 

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Julie Meyer-Christian ist Yogalehrerin, Mantrasängerin und Mama einer hervorragenden Tochter. Am liebsten arbeitet sie an verschiedenen Yogaprojekten, Workshops und Retreats mit ihr gleichgesinnten Seelen und gibt leidenschaftlich gern dynamische Vinyasa Power Yoga Classes, sowie, als Ausgleich, sanftes Yin Yoga. Ihr findet Julie und ihre Projekte hier www.peace-love-yoga.de und hier www.juliaelena.de oder schreib einfach eine Mail an Julie.  


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