Kompromisse bedeuten oft, dass wir unsere Gefühle nicht zu 100 % ernst nehmen. So können wir zu unseren Gefühlen stehen und authentisch und klar sein.

Authentizität und Klarheit – so kannst du zu dir und deinen Gefühlen stehen

„Natürlich bist du beziehungsfähig, Dani. Kein Mensch auf dieser Welt ist beziehungsunfähig. Wir sind alle soziale Wesen, die Tag für Tag mit so vielen Menschen interagieren. Man kann und sollte eine Beziehung in Konsens führen und nicht in Kompromissen.“

Diese Worte hörte ich letzte Woche als ich bei meiner Mentorin ein Gespräch hatte, in dem es darum ging, auf die eigenen Bedürfnisse zu hören. In den letzten Jahren dachte ich, dass meine Beziehungen unter anderem daran scheiterten, dass ich auf meine Bedürfnisse hörte. Zu wenig kompromissbereit schmiedete ich meine Pläne für die Zukunft und redete erst mit meinem Partner darüber, als ich mir darüber im Klaren war, was ich eigentlich möchte.

 

Schuldgefühle plagten mich

 

Vermeintlich ein Fehler, denn alle Männer in meinen Leben warfen mir vor, sie nie an meinen Gedanken teil haben zu lassen, nur an meinen Entscheidungen. Schuldgefühle plagten mich. Bin ich so falsch? Ist meine Art zu sein nicht richtig? Also versuchte ich, mich daraufhin anzupassen, mehr auf ihre Bedürfnisse zu hören und vergaß dabei oft meine.

Und nun saß ich da, Jahre später nach den Trennungen, jedoch mit der neuen Zuversicht besser in Kompromissen zu sein – sollte das jetzt nicht die richtige Weise sein, eine Beziehungen zu führen?

 

Was bedeutet eigentlich Kompromiss?

 

Ein Kompromiss entsteht zwischen mindestens zwei Menschen, die sich in einer Entscheidung für einen Kontext einigen, in denen beide meist nicht ihren vollkommen Bedürfnissen nachgehen, sondern sich ein wenig zurücknehmen, um eine Einigung zu ermöglichen.

Das sagt es schon. Diese Entscheidungen, die wir im Leben treffen, hinter denen wir nicht zu 100 Prozent stehen. Die passieren nicht nur in Partnerschaften, sondern in allen Beziehungen die wir führen und in so vielen kleinen Dingen im Alltag.

Um wie viel Uhr wir zur Arbeit gehen, welchen Kleidungsstil wir entsprechen müssen, in welchen Restaurant wir wann und mit wem wir uns verabreden und dann die kostbare Zeit, die wir für Entscheidungen opfern, hinter denen wir zum Großteil noch nicht mal zu 100 Prozent stehen. Irgendwie Paradox oder? Und doch tun wir es Tag für Tag, um andere nicht zu verletzen oder zu verlieren. Denn es könnte sein, dass unsere Bedürfnisse, nicht schön, interessant, klug oder sexy genug für die Menschen erscheinen, die wir doch so gerne beeindrucken oder behalten möchten.

 

Doch wo bleibt unsere Identität?

 

Wer sind wir, wenn wir regelmäßig auf das verzichten, was wir benötigen, um unserer Authentizität und unseren Emotionen Ausdruck zu verleihen? Unsere Identität bleibt auf der Strecke und kommt nie ganz zum Vorschein, wenn wir sie auf morgen und übermorgen vertrösten. Unzufriedenheit macht sich breit und das Gefühl von Leere. Dann fragen wir uns, woher kommt diese Leere? Spüren Angst und Unsicherheit aufgrund dieser Gefühle, die ungewiss sind und die wir nicht benennen können. Authentizität, Liebes. Am Ende fühlen wir uns leer, weil wir nicht dem nachgehen, was uns ausmacht und uns Befriedigung schenkt.

Wenn wir uns also entscheiden unsere Wahrheit zu leben, wie schaffen wir in Beziehungen diesen berühmten Konsens? In dem du bei jeder gemeinsamen Entscheidung eine Lösung mit deinem Partner findest, hinter der ihr beide zu 100 Prozent steht. Radikale Authentizität und Klarheit sind hier gefragt. Zeige dich deinen Herzensmenschen mit allen Ecken und Kanten. Habe keine Angst, dass sie an dir einen Teil finden, den sie nicht lieben können. Wir alle haben diese Seiten in uns, die wir nicht akzeptieren können. Das macht uns menschlich und charmant. Und das was wir an uns selbst nicht mögen, lieben andere meistens an uns, weil es uns nahbar und verletzlich zeigt. Menschen lieben Echtheit!

 

Stehe zu dir und deinen Gefühlen

 

Frage dich, was du wirklich brauchst und teile es mit deinen Menschen. Zeige ihnen, wer du bist sowie was du willst und nicht willst. Hoffe nicht darauf, dass sie deine Gedanken lesen können. Wir können das alle nicht und sind auf die Kommunikation miteinander angewiesen.

Die Wahrheit aussprechen und ausleben ist Freiheit, dafür musst du dich nicht schämen – ganz im Gegenteil. Das dient als Vorbild für andere und besonders für innige Beziehungen. Denn nur so lernen Menschen dich wirklich kennen und können dir nah sein. Fördere auch andere in ihrer Authentizität zu Sein, gib ihnen den Freiraum, den sie brauchen und respektiere ihre Grenzen. So erschaffen wir eine Welt voller Respekt, Fülle und Liebe.


Du möchtest mehr zu dem Thema? Dann höre dir gerne meine Podcastfolge „65# Geht das auch ohne Kompromisse“ im The Wonderwoman Podcast an.

Kompromisse bedeuten oft, dass wir unsere Gefühle nicht zu 100 % ernst nehmen. So können wir zu unseren Gefühlen stehen und authentisch und klar sein.

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Foto: Sina Niemeyer

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Daniela Batista dos Santos ist die Gründerin von „The Circle of Wonderwomen“, das ganz im Zeichen von Female Empowerment steht. In ihren Wonderwoman Circle´s bringt sie Frauen zusammen, die sich gegenseitig inspirieren und Mut machen, den persönlichen Wunschweg zu finden und ihn auch zu leben. Sie ist davon überzeugt, dass in jeder Frau eine Wonderwoman steckt. Und das möchte sie in allen Frauen, die ihr Circle besuchen, entfachen. Zu den Circles hat sie vor einem Monat ihr eigenen Podcast gelauncht und ist Mentorin für alle Frauen, die auf ihrem Weg individuelle Unterstützung benötigen. Außerdem veranstaltet sie, gemeinsam mit einer Freundin, jede Woche Yoga- und Meditationssessions im Freien in Hamburg.


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